Wie versteuere ich den "Unterhalt" für meine Freundin in einer Bedarfsgemeinschaft?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ein halber Roman für die Frage nach dem § 33a (1) EStG..... Ist es schlimm, wenn ich das meiste nur so überflogen habe? Insbesondere komische Artikel aus der Lü^^^^^^

Hier

https://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Rechtsprechung2/BMF_Unterhalt.pdf

geht es zum BMF-Schreiben zu § 33a (1). Für dich wichtig ist zunächst Tz. 2 und 3 für die Frage, ob deine Freundin zum begünstigten Personenkreis gehört.

Um es vorweg zu nehmen: Sie gehört dazu, weil sie aufgrund deiner Anwesenheit keinen Anspruch auf Hartz4 hat und du zwar nicht nach dem BGB, aber nach den Sozialgesetzen unterhaltsverpflichtet bist.

Du kannst die Aufwenungen also abziehen, und zwar den kompletten Betrag von 8.354 Euro. Und das sogar ohne Nachweis. Siehe Tz. 8 des Schreibens.

  1. Muss ich diesen Gesamtbetrag zusätzlich im Mantelbogen eintragen? Wenn ja wo und als was deklariert?

Nein. Im Mantelbogen hat das nichts zu suchen. Richtig ist die "Anlage Unterhalt" - wer hätte das gedacht!

  1. Muss meine Freundin in Ihrer Steuererklärung diesen Betrag irgendwo als Einkommen angeben?

Unterhalt ist kein Einkommen.

Danke für die Antwort.

Wie du siehst "hagelt es auch hier innerhalb kürzester Zeit die unterschiedlichsten Meinungen....

So wie Du es schreibst hatte ich es auch verstanden... wollte mich nur nochmal absichern....

Vielleicht sollte ich ja als Romanauthor anfangen anfangen..... ;)

Gruß Klaus

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@KlausStoer

PS: Danke auch für den Link.... habe ich nicht mehr wiedergefunden

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@KlausStoer

Wie du siehst "hagelt es auch hier innerhalb kürzester Zeit die unterschiedlichsten Meinungen....

Nein, sehe ich nicht. Ich sehe nur eine "Meinung". Bei den anderen ist es mehr oder weniger stark ausgeprägtes Wissen.

Von Meinungen würde ich nicht satt.

Vielleicht sollte ich ja als Romanauthor anfangen anfangen

Wäre eine Idee. Du würdest zuerst lernen müssen, dass das Wort "Autor" heißt und dass es gut ist, wenn man seinen Text vor dem Absenden noch mal liest.

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Abschließend stellt sich mir dann noch die Frage, ob ich die Zwölfteilung des Unterhaltes beachten müßte, da ich seit Juli 2014 nur noch ALG 1 in Höhe von ca 960€ erhalten habe? Finanziert habe ich aber trotzdem unseren kompletten Lebensunterhalt. Kann ich trotzdem den Höchstbetrag ansetzen oder nur die Hälfte + den von mir gezahlten KK-Beiträgen?

Gruß Klaus

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@KlausStoer

Die zeitliche Komponente ist bei dir nicht das Problem, sondern die Ermittlung der verfügbaren Nettoeinkommens.

Steht aber auch im BMF-Schreiben. Ab Tz. 9.

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@KlausStoer

Auch in der Zeit des ALG I Bezuges. Aber falls Ihr in 2014 ALG II bezogen hättet wären für die Monate natürlich keine Abzüge mehr möglich.

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@wfwbinder

ALG II wurde nicht bezogen. Na gut, dann werde ich mal versuchen den Gesamtbetrag geltend zu machen... Nachrechnen wird das ja mit Sicherheit das FA selbst nocheinmal.

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@EnnoBecker

Sorry, dass ich nocheinmal nerven muss. Ich finde es echt reichlich kompliziert hier in Deutschland.

Die Berechnung des verfügbaren Nettoeinkommens muss ich nicht vorlegen, oder? Das errechnet sich das FA doch mit Sicherheit selber.

Ich habe es jetzt soweit berechnet und komme mit Lohnzahlungen und ALG I auf 23767€ (brutto). Nach Abzug von Lohnsteuer, Sozialversicherungen und Zurechnung der Steuererstattung aus 2013 komme ich auf 17115€ (netto) Gesamteinkommen für Beide, sprich 8557,50€ pro Person. Das würde ja somit bedeuten, dass ich den Höchstbetrag ansetzen könnte, oder nicht?

Außer meinem Arbeitsentgelt und den Leistungen der Arbeitsagentur, die ja als elektronische Bescheide direkt an das FA übermittelt werden, habe ich lediglich eine Steuerrückerstattung aus 2013 erhalten. Muss ich diese Erstattung in der Steuererklärung nocheinmal ausweisen oder rechnet das FA diese automatisch ein? Wenn ja, wo?

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@KlausStoer

Wie das berechnet wird, steht auch im Schreiben. Ich hab das nicht so mit Zahlen, weißt du.

Natürlich muss man das verfügbare Nettoeinkommen nicht selber berechnen, aber wenn man wissen will, was nun bei der Einkommensteuer rauskommt.....

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@EnnoBecker

Prima... habe es wie im Schreiben erklärt ist berechnet. Werde also den Höchstbetrag ansetzen!

Vielen Dank noch einmal für Ihre Mühen.

Werde hier posten, wie das FA reagiert hat.

Viele Grüße Klaus

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Grundsätzlich ist dieser Abzug (8.354,- Euro + Krankenversicherungsbeiträge), richtig.

Allerdings gezwölftelt für die Monate in denen die Vorassetzungen vorliegen.

Auszufüllen ist die Anlage "Unterhalt" zur Einkommensteuererklärung.

Ich sehe bei Euch aber ein Problem.

§ 33 a, Abs. 1, Satz 3 EStG

Der gesetzlich unterhaltsberechtigten Person gleichgestellt ist eine Person, wenn bei ihr zum Unterhalt bestimmte inländische öffentliche Mittel mit Rücksicht auf die Unterhaltsleistungen des Steuerpflichtigen gekürzt werden.

Bei Euch ist aber nichts gekürzt worden, weil kein Antrag gestellt wurde.

Man kann nur raten die Anlage auszufüllen udn zu hoffen, dass der Sachbearbeiter sagt: "Ja, hätte nichts gegeben" udn hakt die Sache ab.

Wenn er aber den Ablehnungsbescheid sehen will, habt ihr verloren.

Bei Euch ist aber nichts gekürzt worden, weil kein Antrag gestellt wurde.

Ist auch nicht nötig. Siehe BMF-Schreiben, Tz. 2:

" ...oder, wenn ein entsprechender Antrag gestellt würde, ganz oder teilweise nicht gewähren würde (sog. sozialrechtliche Bedarfsgemeinschaft)."

Also, alles gut.

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@EnnoBecker

na wunderbar. Wenn unser BMF weiter so schreibfreudig bleibt ist an jeden gedacht. ;-) :-)

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@wfwbinder

Wahrscheinlich hätte das BMF eins mit dem Verfahrensökonomie-Knüppel aufs Zündhütchen bekommen, wenn es das nicht eingebaut hätte.

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Prinzipiell kannst Du max. 8.345 EUR (2014) als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Wurden für die Basisvorsorge der Kranken- und Pflegepflichtversicherung noch Aufwendungen geleistet, können diese zusätzlich geltend gemacht werden. Das ist die Anlage "Unterhalt".

Die empfangende Person muß die Zahlungen nicht versteuern, da es ja bei ihr kein weiteres Einkommen mehr gibt und falls doch, dieser Höchstbetrag gekürzt würde.

Geldleistungen hat Sie ja von mir nicht direkt erhalten

Dann kannst Du auch nichts als außergewöhnliche Belastungen erklären.

Deine Lebensgefährtin ist nicht gesetzlich Dir gegenüber unterhaltsberechtigt (es sei denn, Ihr hättet mind. ein gemeinsames Kind). Also greift höchstens noch die im BMF-Schreiben vom 07.06.2010 erläuterte Regelung, wie Unterhaltsberechtigten gleichgestellte Personen behandelt werden.

Also wird nachzuweisen sein, daß Deiner Lebensgefährtin aufgrund Deiner Unterstützung staatliche Unterstützungsleistungen gekürzt bzw. verweigert wurden.

Bedenke auch, daß Deine Freundin wohl eine Erwerbsobliegenheit hat, d.h. eigentlich einen Job suchen sollte. Warum arbeitet sie nicht? Kinderbetreuung kann nicht der Grund sein, oder?

Also wird nachzuweisen sein, daß Deiner Lebensgefährtin aufgrund Deiner Unterstützung staatliche Unterstützungsleistungen gekürzt bzw. verweigert wurden.

Nein, siehe meinen Kommentar zu wfwbinders Antwort.

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Kann das Jobcenter Darlehen eines Partners in einer Bedarfsgemeinschaft anrechnen, kann ein Student generell für eine hilfebedürftige Person einer BG einstehen?

Hallo zusammen!

Ich wohne seit 1. Dezember 2015 mit meiner Freundin zusammen, die ich am 26. Oktober 2015 kennen gelernt habe und wir erwarten bereits unser erstes gemeinsames Kind. Es gibt an meiner Vaterschaft keine Zweifel. Ich bin Student, beziehe BAföG und etwas Unterhalt von meinen Eltern etwa in Höhe des Kindergeldes, das sie für mich beziehen. Des weiteren habe ich einen Studienkredit aufgenommen und halte mich mit einem Nebenjob über Wasser. Meine Freundin ist derzeit als arbeitssuchend gemeldet und das Jobcenter behauptet, dass wir eine Bedarfsgemeinschaft (Einstehensgemeinschaft) darstellen und rechnet alle meine Einkünfte an. Das heißt im Klartext, dass ich als Student bald 3 Personen zu ernähren habe. Ich habe bereits Widerspruch eingelegt, habe mich allerdings auf einen Paragraphen bezogen, den ich etwas fehlgedeutet habe, deshalb kein Erfolg. Jetzt die Frage: Ich kann und will zur Zeit nicht für meine Freundin einstehen, weil sie auch psychisch ein paar Probleme hat, sodass sie jetzt zum Beispiel 2 Verträge über Handys und 3 SIM-Karten-Verträge hat, von denen sie nur jeweils einen nutzen kann (ein Handy ist nach wenigen Wochen Gebrauch schon kaputt gegangen, kein Garantiefall). Als Student bin ich nicht in der Lage, für sie in solchen Fällen aufzukommen, diese Kosten muss sie meiner Meinung nach selbst tragen. Reicht dies für das Jobcenter als Begründung? Sollte dennoch der Widerspruch abgelehnt werden, kann ich dann damit argumentieren, dass ich mit BAföG, Unterhalt und Nebenjob meinen eigenen Bedarf noch nicht decken kann, zumal die Hälfte des BAföGs ja ein Kredit ist, sodass nichts von mir angerechnet wird? Auch der Studienkredit von der KfW ist ja vollständig ein Kredit, den ich wieder zurückzahlen muss. Dieser Kredit kann noch unter gar keinen Umständen angerechnet werden, oder? Ganz davon abgesehen bin ich ohne Frage dazu verpflichtet, meinem Kind Unthalt zu zahlen bzw. es zu versorgen, das ist aber meines Erachtens eine andere Baustelle. Gibt es hier irgendeinen Lösungsweg? Und kann man auch rückwirkend bis 1. Dezember 2015 Nachzahlungen fordern? Ich danke euch schon mal für eure Antworten!

Gruß Samuel

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