Welche Arbeitsvergütung gilt, wenn über brutto oder netto nicht gesprochen wird?

3 Antworten

Wenn mir einer ein Nettogehalt zusagen würde, bekäme er eine Lohnsteuerkarte mit der Lhnsteuerklasse VI, denn das würde mir über die Einkommensteuer ein schönes Zubrot sichern.

Wenn nciht ausdrücklich netto vereinbart ist (und das ist extrem selten), dann gilt natürlich nur Brutto.

Üblicherweise handelt es sich um ein Bruttogehalt. Da ist auch nichts sprachlich deutlich zu machen und bei einem üblicherweise schriftlichen Arbeitsverhältnis wird die besprochene Zahl garantiert als Bruttogehalt bezeichnet.

Die Vereinbarung eines Nettogehaltes wäre ungewöhnlich, da ein Nettogehalt von persönlichen Merkmalen des Arbeitnehmers abhängig ist, die der Arbeitgeber überhaupt nicht beeinflussen oder vorhersehen kann.

Normerlweise spricht man in Gehaltsverhandlungen von einem Bruttobetrag, da beim Nettogehalt viele Faktoren reinspielen z.B. Steuerklasse etc. Anspruch hast du ja sowieso erst, wenn du deinen Arbeitsvertarg unterschrieben hast und da wird es genau drinstehen.

Darf Handwerker über 1 Jahr später MwSt. in Rechnung stellen (aus Angst vor dem Finanzamt)?

Hallo zusammen!

Ich habe vor über einem Jahr meine Hausfassade sanieren lassen. Mit der Firma war ein Pauschalfestpreis i.H.v. 10.000 € vereinbart. Diese 10.000 € habe ich nach Fertigstellung der Leistung bei Abnahme bar gegen Quittung bezahlt, da Barzahlung vereinbart war. Das ist 15 Monate her.

Da ich eine Einliegerwohnung in meinem Zweifamilienhaus vermiete, wollte ich die Kosten bei der Steuererklärung absetzen und habe sie entsprechend angegeben. Als Beleg habe ich erst einmal die Quittung (ohne Ausweis der MwSt.) beigefügt.

Nach ein paar Wochen rief mich die Firma an und sagte, dass sich das Finanzamt im Rahmen einer Überprüfung bei ihnen gemeldet und nach der Rechnung für die von mir angegebenen Leistungen gefragt hat. Die Firma behauptete, dass wir seinerzeit angeblich doch "ohne Rechnung" vereinbart hätten und sie nun die Mehrwertsteuer von knapp 2.000 € bei mir nachfordern müsse.

Dem war aber nicht so. Auch wenn ich im Nachhinein betrachtet sicherlich etwas naiv war, so viel Geld nur über Quittung und ohne Ausweis der MwSt. und Material/Leistungen zu zahlen, war mir war nicht bewusst, dass die Firma das augenscheinlich an der Steuer vorbei machen wollte. Schließlich wollte ich die Kosten ja auch geltend machen.

Nun hat mir die Firma frech eine Rechnung (die 1. überhaupt) über 10.000 € netto + 1.900 € MwSt. geschickt, also über insgesamt 11.900 € brutto. 15 Monate nach Abnahme und Abrechnung. Darauf ist handschriftlich die in bar erhaltene Betrag vermerkt. Die Rechnung datiert auf heute.

Wie soll ich mich verhalten? Ist doch nicht meine Schuld, wenn die Firma Steuern hinterziehen will. Als Endverbraucher zahle ich doch immer brutto und nicht netto. Davon bin ich auch bei der Schlusszahlung vor 15 Monaten ausgegangen. Mach ich mich mitschuldig an der versuchten Steuerhinterziehung?

Vielen Dank für eure Antworten!

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