Käufer will bei Immobilienkauf,großteils über Notar abwickeln (160.000 €) u. die restlichen 70.000€ ohne Notar, praktisch mit einem Privaten Vertrag! ,geht das?

6 Antworten

Hier soll der Notar geprellt werden und Grunderwerbsteuer hinterzogen werden. Man sollte sich überlegen, ob man sich darauf einlassen will.

Es kann übrigens auch nach hinten losgehen, wie ein Fall, den ich zum Glück nicht bis zu Ende begleitet habe, zeigt:

Eine GbR hat ein Grundstück gekauft und das ebenso abgewickelt, sagen wir notarieller Vertrag 50.000, und "schwarz" 100.000. 

Dann ist einer der beiden Beteiligten tödlich verunglückt. Und weil sie überdies am Berater gespart haben, als sie den GbR-Vertrag aufsetzten, trat die Folge nach BGB ein: Die GbR wurde aufgelöst mit dem Ergebnis, dass das Grundstück zum Verkehrswert - sagen wir 150.000 - entnommen wurde.

Da waren plötzlich 100.000 zu versteuern. 

;-) :-) Der Berater hätte 500,- bis 1.000,- gekostet, kein Berater über 35.000,-. Schönes Beispiel.

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Der Käufer ist ein Betrüger. Die Frage ist, ob ihr euch ohne die Idee, mit der er dich zum Mitwisser, alternativ Betrogenen macht auf den Kauf einlässt oder nicht.

Entweder er will die Immobilie. Dann soll er sie für 230 TEU oder weniger kaufen. Oder er will das Geld los werden, dann solltest du dich nicht als Helfer der Geldwäsche zur Verfügung stellen.

Die offensichtliche Hinterziehung der Grunderwerbsteuer ist aus meiner Sicht nur ein Nebeneffekt.

Es geht nicht und du hast keinen Anspruch auf die 70.000 €, egal was in dem (nichtigen) Vertrag steht. Ob du also Falschgeld, nichts, echtes Geld oder eine Überweisung bekommst, ist einerlei. Man lässt sich auf so was nicht ein.

Und selbst wenn alles glatt gehen sollte wird der Fragesteller entweder anschließend vor dem Problem stehen 70.000 Euro Bargeld unterbringen zu müssen oder aber eine Gutbuchung in gleicher Höhe auf seinem Konto stehen zu haben deren Herkunft er nur ungern veröffentlichen würde. 

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Natürlich geht das nicht: Der private Vertrag ist formnichtig, der notarielle Vertrag als Scheingeschäft nichtig.

Geheilt wird die Nichtigkeit zwar mit Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Bis dahin aber bleibt es spannend.

Nicht geheilt wird die damit begangene Steuerhinterziehung in Sachen Grunderwerbsteuer. Die wird dann auch noch schriftlich dokumentiert. So kann man sich selber dann auch ein Bein stellen!

Immobilienverkauf: Preis im Kaufvertrag doppelt so hoch angegeben, Grundschuldbrief, was wollen die?

Hallo!

Ein Gebäude soll veräußert werden. Ein Kaufinteressent möchte es erwerben, will dabei aber einen höheren Preis im Kaufvertrag stehen haben, etwa das Doppelte der vereinbarten Summe. Mit zum Einsatz kommen soll bei dieser abenteuerlichen Geschichte ein Grundschuldbrief, der beim Notar hinterlegt werden soll. (Damit der Verkäufer nicht wirklich den doppelten preis verlangt oder so)

Der Interessent will dabei Notarkosten und die höhere Grunderwerbssteuer bezahlen.

Vorab: Ich hab dieses Konstrukt und das genaue Vorgehen nicht verstanden und würde auf sowas auch nie eingehen. Es handelt sich beim Verkäufer aber auch nicht um mich.

Fragen:

Was will der Käufer erreichen? Es ginge ihm um weniger Steuern, erklärte er. Auch fiel das Stichwort "Spekulationssteuer", das m.E. nicht wirklich Sinn macht, weil der Käufer angeblich eine GmbH sein soll. Auch so kann ich mir nicht vorstellen, dass ein im Vertrag genannter Preis ohne eine belegte Zahlung steuerlich aussagefähig ist.

Ist dies eine betrügerische Masche (wie ich erahne) oder möglicherweise eine gängige im Immobiliensektor erfolgte Geschäftspraxis?

Was gibt es für mögliche Gründe für diese Vorgehensweise?

Kann es sein, dass der Vertreter des Kaufinteressenten sich dazwischenklemmt und das Objekt für bspw. 100k beim Verkäufer erwirbt und dem eigentlichen Käufer 200k abzwackt?

Wie sind die Gefahren hinsichtlich a) Insolvenz des Käufers b) Rückabwicklung des Kaufvertrags?

Kann dieses Konstrukt mit Geldwäsche zu tun haben?

Macht sich der Verkäufer schuldig als Mittäter für einen Kreditbetrug, wenn der Käufer mit dem Kaufvertrag bei der Bank Kredite beantragt? Oder hinsichtlich eines Steuerbetruges, falls der Erwerber tatsächlich Steuern "sparen" kann?

Bitte möglichst fundierte Antworten zu meinen schwammigen Fragen. Mir ist wichtig, dass ich dem Verkäufer mit konkreten Schilderungen dieses Geschäft ausreden kann.

Danke!

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