Nach dem Jura-Studium bei der Polizei arbeiten?

3 Antworten

Ja, das ist durchaus möglich. Die Polizei beschäftigt Juristen in diversen Leitungsfunktionen. Wichtig ist, schon während der Ausbildung dorthin Kontakt zu suchen, also z.B. ein Studienpraktikum bei der Polizei zu machen und mindestens eine Station während des Referendariates.

Entschuldige bitte die Gegenfrage, aber was willst du mit einem "Kriminologie-Studium" bei der Polizei?

Kriminologie ist die Lehre vom Verbrechen und ist daher etwas ziemlich theoretisches. Ich glaube, du willst eher zu Kriminalistik. Daher rate ich dir sowohl als Jura-Student als auch als eventuell angehender Polizist im höheren Dienst den Unterschied zu kennen! Im Übrigen ist ein Kriminologie-Studium eher etwas Seltenes, Kriminologie ist meist eher ein Teilbereich aus einem Teilbereich eines Studiums (beispielsweise ein Fach aus dem Schwerpunkt Strafrecht im Jurastudium). Daher würdest du dich mit einem solchen Studium schon extrem spezialisieren.

Du kannst mir einem Jura-Studium rein theoretisch gesehen fast überall arbeiten, man hat wirklich eine breite Auswahl (selbst Studiumsabbrecher sind teilweise begehrt aus irgendeinem unerfindlichen Grund). Daher könntest du natürlich mit einer entsprechenden Weiterbildung oder Ausbildung oder Zusatzstudium bestimmt auch bei der Polizei arbeiten. Allerdings denke ich, dass es wenig Sinn macht, dass du dann dein Jura-Studium fertig machst. So sehr baut die Arbeit der Polizei nämlich nicht auf dem auf, was man im Jura-Studium lernt.

Andererseits will ich dir nicht dazu raten, zum zweiten Mal dein Studium zu schmeißen - ist einfach sehr unklug. Außerdem frage ich mich, warum du Wirtschaftsjurist werden wollen würdest, aber auf keinem Fall in einem Gericht arbeiten willst... Schließt sich das nicht aus? Gut, du willst nicht als Verteidiger, Staatsanwalt, Richter oder Anwalt in ein Gericht gehen, aber es gibt neben Wirtschaftsjurist doch noch andere Möglichkeiten außerhalb des Gerichts in einem anwaltlichen/juristischen Bereich zu arbeiten.

Ich rate dir mal, noch einmal in dich zu gehen und dir zu überlegen, was du genau willst? Willst du als Streifenpolizist erstmal tagtäglich Alkoholleichen einsammeln und dich dann hocharbeiten, bis du solche Streifenpolizisten einweist? Oder willst du eher Tatorte nach Beweismitteln untersuchen, in Laboren oder Pathologie arbeiten? Odef willst du eher als Kriminalpolizist Verbrechen aufklären? Oder willst du lieber Wirtschaftsjurist sein oder Anwalt in einer großen Kanzlei oder in einer bekannten Firma? Damit solltest du dich mal richtig auseinander setzen und dann schauen, ob dein jetziges Studium dich dahin bringen kann. Und wenn es das nicht tut, solltest du lieber noch einmal stark nachdenken, ob es dann nicht sinnvoll wäre, wenn du in die Sparte wechselst, die dir deinen Traumberuf ermöglicht.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

Worauf zielt denn meine Frage ab? Richtig, darauf, ob es überhaupt Stellen für normale Juristen bei der Polizei gibt. Natürlich will ich nicht auf Streife gehen oder in den "normalen" Polizeidienst allgemein, sonst hätte ich schon vor fünf Jahren eine Ausbildung direkt gemacht oder wenn ich unbedingt in den gehobenen Dienst gewollt hätte, an der Polizeiuniform studiert und nicht hier. Weil ich eben - wie auch schon begründet - auch wirtschaftliche Vorkenntnisse habe und dem in der Uni "auch" weiter nachgehe, könnte mir vorstellen könnte, diese Kombi zu nutzen. Mir geht es generell um Möglichkeiten später bei der Polizei - unabhängig davon -, und seien es auch eher seltene Stellen; mehr nicht.

Und mit Gerichten meine ich natürlich, wie auch schon gesagt, dass ich kein Richter oder Staatsanwalt werden will. Heutzutage hat fast jedes Unternehmen ihre eigene Rechtsabteilung; der Jurist meines ehemaligen Arbeitgebers hatte jedenfalls extrem selten Gerichtstermine, sondern war mehr in die Expansion involviert, damit die ganzen Verträge gut über die Bühne gehen...was der gemacht hat, ging aber sehr in die "Breite", mal ging es um Arbeitsverträge, mal um die Mietverträge, mal um Urheberrechsverletzungen...der hat halt alles gemacht, was da anfiel.

@Jamiraaa

Das Gericht ist eigentlich ein relativ kleiner Bereich, wo Juristen arbeiten könnten. Wie du gesagt hast, hat jedes Unternehmen eine Rechtsabteilung, bei der man arbeiten könnte. Ich verstehe nicht, was an einem breiten Spektrum an Dingen, die du dort lösen musst, so schlecht sein soll. Viele Anwälte und Richter spezialisieren sich nicht nur auf eine Sparte sondern auch noch auf wenige Teilgebiete und arbeiten dort jahrelang wenn nicht ihr ganzes Berufsleben. Ist es nicht richtig praktisch, wenn du in einer Firma verschiedene Dinge während deines Arbeitsleben da tun kannst?

Also Volljuristen steht grundsätzlich der Weg in den höheren Dienst der Polizei offen. Die Stellen dort sind jedoch auch recht selten.

Warum man aber nach einem Jurastudium zur Polizei geht erschließt sich mir nicht... dafür ist das Gehalt dann zu schlecht. Außerdem steigt man dann ziemlich gleich mit einer hohen Führungsposition (Dienststellenleiter, o.ä.) ein. Mir sind jedoch Vorgesetzte lieber die ihren Job "von ganz unten" angefangen haben und sich auch mit polizeilicher Basisarbeit auskennen.

dafür ist das Gehalt dann zu schlecht

Das Gehalt im Höheren Dienst entspricht dem von Staatsanwälten. Besoldungsgruppe ab A 14.

@PatrickLassan

Also in Niedersachsen geht die Besoldung im hD bei A13 los. Staatsanwälte und Richter werden nach "R" besoldet.

Das Grundgehalt unterscheidet sich dabei doch deutlich.

Und wenn man dann mal überlegt was man in der freien Wirtschaft verdienen kann...

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