Mit Deutschem standesamtlich noch verheiratet - darf ich trotzdem ein Moslem kirchlich heiraten?

5 Antworten

Auf islam.de heißt es:

Zu einer islamischen Trauung in Deutschland gehört: 1. Die Eheschließung muß standesamtlich durchgeführt werden. Es empfiehlt sich, bestimmte typisch islamische Klauseln der Ehe bei einem Notar in Form eines Ehevertrages festzulegen (z.B. Morgengabe, islamische Erziehung der Kinder oder islamisches Erbrecht). 2. Man sollte zusätzlich noch eine islamische Eheschließung durchführen. Maßgebend ist aber die standesamtliche Heirat, da nur sie den Schutz der Ehe durch das hier gültige Gesetz garantiert.

Quelle: http://islam.de/1641.php

Die meisten hier argumentieren, dass die Ehe Bigamie darstelle, die in Deutschland verboten sei. Das ist zwar natürlich zutreffend, nur eben rechtlich wahrscheinlich nicht von Belang.

Ich würde allerdings sagen, dass die echte standesamtliche Ehe auch ein großes Problem für einen Imam darstellt, denn weibliche Bigamie ist auch im Islam nicht erlaubt.

Zwar verachtet man unsere Rechtsauffassung, aber auch viele scharfe muslimische Priester lehnen illegale Handlungen nach gültigem recht ab, wenn diese keine islamischen Prinzipien widersprechen.

Und im Falle der (weiblichen) Bigamie deckt sich die deutsche mit der muslimischen Rechtsauffassung.

"Er möchte mich so schnell es geht heiraten."

Oh-oh, wenn ich so was höre, dann klingeln bei mir die Alarmglocken.

Entweder dein Partner ist streng religiös oder er hat ein anderes Problem. Evtl. sein Aufenthaltsstatus?

Als Warnung: http://www.1001geschichte.de/

"Dürfen wir muslimisch heiraten obwohl die standesamtliche Ehe zu meinem Ex-Mann noch nicht geschieden ist"

Prinzipiell ja, denn das ist nur ein religiöses Ritual ohne jegliche rechtliche Verbindlichkeit.

"Muss ich konvertieren?"

Diese Frage sollte eigentlich dein Partner beantworten können - was mich wiederum daran zweifeln läßt, daß er wirklich so streng religiös ist.

Prinzipiell aber nicht.

Er sagt er darf eine Christin heiraten. Nur andersrum geht es nicht.  Aber er ist tatsächlich nicht streng religiös.

@Maryam1191

Ist prinzipiell richtig: Ein Moslem darf eine Andersgläubige heiraten, da die religiöse Erziehung Aufgabe des Vaters ist.

Anders herum ist haram, denn da würden ja keine kleinen Moslems bei rauskommen.

So viel zum Thema Gleichberechtigung.

Aber ich merke schon, mit meinen Warnungen rede ich gegen eine Wand.

Seit 2009 dürfen in Deutschland kirchliche Trauungszeremonien stattfinden, ohne dass vorher eine standesamtliche Trauung erfolgt ist. Die evangelische Kirchen macht es nicht, die katholische nur im äußersten Notfall nach Dispens des Bischofs.

Ein muslimischer Iman kann euch also theoretisch nach islamischen Ritus trauen. Ich kann es nicht beurteilen, ob es solche Imane gibt, die sich so verhalten. Üblich ist es auch bei Muslimen nicht.

Aus deutscher Sicht ist eine solche islamischeTrauung eine Handlung ohne rechtliche Relevanz. Und verhilft niemand zu einem Bleiberecht. Du giltst weiterhin mit einem bisherigen Ehemann verheiratet.

Wenn dich dein libanesischer Partner nicht mehr mag, dann kann er dich verstoßen. Dagegen hilft dir kein deutsches Gesetz, denn du bist mit ihm nicht verheiratet.

...mal von staatlichem Recht abgesehen...

1.) Was sagt denn dein (christlicher..?..)  Glaube dazu ?

______________________________________________________________

2.)

 

Aber hat denn die muslimische (kirchliche) Heirat hier einen Stellenwert ? Andere Nutzer meinen, es sei erlaubt. Weiß das Standesamt das zu beantworten? 

Vermutlich kann ein Anruf beim Standesamt Klarheit in diese Angelegenheit bringen...mach das gleich am Montagvormittag

Zudem noch einen Imam fragen, was er dazu meint... evtl. ist ja auch gleich jemand, der das weiß, am Telefon

https://www.google.de/search?q=islamisches+zentrum+telefonnummer&oq=islamisches+zentrum+telefonnummer&aqs=chrome..69i57j0.6312j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8

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