Wann macht ein Berliner Testament Sinn?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
  • Wie schon aufgeführt, erbt der Ehegatte beim berliner Testament alles. Die Kinder erstmal nichts.

  • Vorteil: Das Vermögen wird nicht zerstückelt, es musskeine Ausgleich erfolgen, ein Vorhandenes Gebäude kommt nicht in eine Grundstücksgemeinschaft.

Nachteile:

  • ein oder mehrere Kinder können trotzdem Pflichtteil einfordern und ggf. für das Nacherbe ebenfalls auf Pflichtteil gesetzt werden. Kann zu Ärger in der Familie führen.

  • Es konzentriert sich beim weitervererben auf die Freibeträge eben nur für einmal. Wer also etwas größere Vermögen zu vererben hat, ist im Nachteil

Man könnte also nach Alternativen suchen:

  • Erbvertrag. Es wird geregelt, wer was bekommt, aber das der überlebende Ehegatte noch weitr nutzen darf.

  • Erben an die Kinder mit auflage (Wohnrecht für den anderen Elternteil)

Wenn es praktisch nichts zu vererben gibt und die Kinder voraussichtlich auf ihren Pflichtteil verzichten werden, macht das Berliner Testament Sinn.

So bald es zu Versorgung des zurückbleibenden Ehegatten nicht nötig ist, dass er oder sie alles bekommt, ist ein Berliner Testament eine sehr, sehr schlechte Idee.

Die Besonderheit des Berliner Testaments ist dass der Ehepartner alles erbt und alle anderen Pflichterben und die Kinder erst einmal gar nichts. Die Pflichterben müssen daher also auf ihren Anteil verpflichten und erben erst nach dem Tod des zweiten Ehepartners. Ein Berliner Testament will also sehr gut überlegt sein.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Formen des Berliner Testament - die Einheits- und die Trennungslösung - die sich in ihren Auswirkungen im Erbfall schon deutlich unterscheiden.

Lies mal unter dem von humoer angegebenen Link besonders diesen Punkt nach.

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