Kann man von der Umsatzsteuerpflicht entpflichtet werden?

2 Antworten

Du brauchst keine Umsatzsteuervoranmeldung mehr machen. Freilich gibt es Gründe dies trotzdem zu tun. Ich arbeite z. B. ausschließlich als Subunternehmer am Bau. Dadurch berechne ich keine Umsatzsteuer und lasse mir in jedem Quartal per UST-Voranmeldung die Mehrwehrtsteuer meiner Einkäufe erstatten. Das FA stuft mich zwar jedes Jahr wieder als Jahreszahler ein, allerdings bitte ich dann wieder um Einstufung als Quartalszahler.

Du bist nach wie vor verpflichtet eine Umsatzsteuererklärung abzugeben. Es reicht aber, wenn du die Erklärung mit deiner Einkommensteuererklärung für das Jahr 2013 abgibst. Das Schreiben gilt nur für Umsatzsteuervoranmeldungen. Dieses Schreiben hat nichts mit der Kleinunternehmerregelung zu tun.

Perfekt auf den Punkt gebracht.

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Wenn Enno das schon schreibt - allemal ist dann die Antwort ein DH wert!

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Vielen Dank für die Antwort, und auch für die Bestätigung seitens Herrn Becker :-)

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Inwieweit können Maßnahmen zur Einhaltung der Umsatzgrenze bei einem Kleinunternehmer einer missbräuchlichen Gestaltung nach §42 AO unterliegen?

Hallo,

angenommen, ein Dienstleister, der der Kleinunternehmerregelung unterliegt, leistet einem Unternehmen (Leistungsempfänger) eine Dienstleistung.

Er fragt den Leistungsempfänger, ob dieser einverstanden wäre, wenn ihm die Rechnung im Folgejahr (7 Monate später) ausgestellt auch auch erst dann beglichen werden würde, weil er (der dienstleistende Kleinunternehmer) somit die Umsatzgrenze für die Kleinunternehmerregelung im aktuellen Jahr besser einhalten könne.

Nach §19Ustg werden für die Berechnung des Gesamtumsatzes stets nur tatsächlich vereinnahmte Entgelte herangezogen:

Umsatz im Sinne des Satzes 1 ist der nach vereinnahmten Entgelten bemessene Gesamtumsatz, gekürzt um die darin enthaltenen Umsätze von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens.

Frage 1) Liegt hier ein Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten nach §42 AO seitens des Kleinunternehmers vor?

Frage 2) Angenommen, der Kleinunternehmer stellt seinen Betrieb für die letzten zwei Monate des Jahres ein (sprich, tätigt keinen Umsatz). Der bereits getätigte Gesamtumsatz (vereinnahmte Entgelte) beträgt zu diesem Zeitpunkt 17.000€.

Liegt hier ein Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten nach §42 AO seitens des Kleinunternehmers vor?

Frage 3) Angenommen, der Kleinunternehmer tätigt im Folgejahr Umsätze in unerwarteter Höhe von 70.000€. Er führt für dieses Jahr (im Folge-Folge-Jahr) keine Ust ab, da er der Auffassung ist, dass er der Kleinunternehmerregelung unterlegen hat. Wenig später finde eine Betriebsprüfung bei dem Unternehmer statt. Dem Unternehmer wird nun ein Missbrauch nach §42 AO (aufgrund der Umstände aus Frage 1 oder 2) unterstellt und eine Nachzahlung von 13.300€ Ust verlangt. Hat sich der Unternehmer abgesehen davon in irgendeiner Form bis zu diesem Zeitpunkt strafbar gemacht? Z.B. wegen Steuerhinterziehung?

Ich bedanke mich.

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