Haupteinkommen im Ausland, Freiberufler in Deutschland - Steuern?

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3 Antworten

Es gibt zwar nur ein Ausland, weil alles ausser Deutschland für unsAusland ist, aber trotzdem ist das "Ausland" in unterschiedliche politische Einheiten gegliedert. Mit vielen, aber nicht allen dieser Nationen hat Deutschland ein DBA (Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung).

  1. Wenn Dein Bekannter in Deutschland einen Wohnsitz hat, ist er mit seinem Welteinkommen hier unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.

  2. Es kann sein, dass sein Einkommen aus dem Ausland nur dort besteuert wird.

  3. Das ausländische Einkommen würde dann aber hier dem progressionsvorbehalt unterliegen. Also wirklich nur mal angenommen er würde in Deutschland selbständig 5.000,- Euro Gewinn machen. und hätte im Ausland 8mit DBA) ein Einkommen von 45.000,-. Dann würde die Steuer bei 50.000,- abgelesen, der %-Satz der Steuer ermittelt (angenommen die Steuer wäre 15.000,-, dann wären das 30 %). Diese 30 % würden dann auf das inländische Einkommen von 5.000,- angewendet und er müsste 1.500,- zahlen. (Darstellung etwas vereinfacht).

  4. Steuerklassen sind nur für den Lohnsteuerabzug während des Jahres wichtig. In der Steuererklärung sind die bedeutungslos.

  5. ob die monatlichen Erträge unter, oder über 400,- Euro sind, ist auch völlig egal.

Vielen Dank für diese informative Antwort. Puhh, 30 %!? Dann lohnt sich die Nebentätigkeit als Freiberufler für ihn ja fast gar nicht, oder?

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@Jessica1978

Es war ein Rechenbeispiel, weil Du in Deinem Sachverhalt absolut keine Zahl hast.

Das könnten auch 22 % sein, oder 35 % Die Steuer richtet sich nach dem Einkommen.

Und wenn Du meinst bei 30 % Steuersatz lohn sich die Arbeit nicht mehr, kann ich das mit einem Blick auf meinen Einkommensteuerbescheid nicht bestätigen. Mein Grenzsteuersatz (also die Steuer auf die jeweils nächsten 100,- Euro) ist über 30 %, aber ich kann deshlab nicht sagen, dass ich wegen 40 % Steuer = 40 Euro, auf 60,- Euro cash verzichten werde.

Mein Absoluter Traum wäre es mal einen Steuerbescheid mit einer Zahllast von 1 Mio. zu bekommen. dann hätte ich nämlivh ein Einkommen nach Abzug der Steuer von etwas über 1.000.000,- übrig gehabt, trotz Soli und Kirchensteuer.

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@wfwbinder

Bei den Beträgen hast du so in etwa ins Schwarze getroffen. Die Nebeneinkünfte in Dt. belaufen sich voraussichtlich auf etwa 3.500 Euro im Jahr. Die Haupteinkünfte in der Schweiz bei etwa 72.000 Euro brutto. Also werden die beiden Einkünfte zusammengerechnet!? Wenn er aber noch Absetzungsmöglichkeiten hat, dann würden diese ja Vorteile haben, oder?

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Ich fasse den Sachverhalt mal eben zusammen:

  1. B hat einen Wohnsitz in Deutschland
  2. B hat einen Wohnsitz in der Schweiz
  3. B hat einen Job als Arbeitnehmer in der Schweiz
  4. B arbeitet freiberuflich bzw. gewerblich in Deutschland
  5. Bei der Tätigkeit aus 3. ist geklärt, dass diese in der Schweiz besteuert wird. Darum müssen wir uns hier also nicht mehr kümmern.
  6. Die Frage ist, was steuerlich mit der Tätigkeit aus 4. in Deutschland passiert.

Lösung:
Da B einen Wohnsitz in Deutschland hat, ist er unbeschränkt steuerpflichtig. Das bedeutet, mit seinen Welteinkünften. Als unbeschränkt Steuerpflichtiger hat B Anspruch auf den Grundfreibetrag und weitere Steuervergünstigungen, die man sich gern selber aus § 50 EStG zusammensuchen kann.

Das DBA CH-DE ist zu beaxchten. Wie wir aus 5. wissen, wird die Tätigkeit als Angesteller bereits in der Schweiz versteuert. In Deutschland wäre sie ebenfalls zu besteuern, allerdings schließt das DBA die Besteuerung in Deutschland aus. Ein DBA ist eine völkerrechtliche Vereinbarung und die geht dem nationalen Steuerrecht vor.

Die schweizer Einkünfte - nach deutschem Muster ermittelt - sind in Deutschland aber dem Progressionsvorbehalt zu unterwerfen.

bei der er monatlich etwa 300 bis 400 Euro erwirtschaftet.

Das sagt nun leider nicht viel. Nehmen wir die 400 an und nehmen wir weiter an, dass dem 200 Euro an Aufwendungen gegenüberstehen. Es kommen also 4.800 Euro Umsatz und 2.400 Euro Gewinn bei rum.

Fangen wir bei dem Gewinn an:

Anders als wfwbinder komme ich hier nicht unbedingt auf diesen Prozentsatz, da 2.400 Euro Gewinn noch keine Einkommensteuer auslösen. Wenn man allerdings die schweizer Einkünfte, die nach deutschem Muster ermittelt werden, kennen würde, könnte man allerdings mehr über den Steuersatz sagen. Wenn es beispielsweise um die 50.000 sind (Euro, nicht Stötz), dann kann man auf den von wfwbinder angegebenen Steuersatz kommen. Bei 30% wären das also um die 720 Euro an Steuern.

Machen wir beim Umsatz weiter:

In diesen Umsatzgrenzen ist man Kleinunternehmer. Zu diesem Thema gibt es es hier https://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer einen vortrefflichen Tip, den du aber nicht komplett lesen musst. Es wäre zuviel. Für dich mag die Auskunft genügen, dass die Umsatzsteuererklärung in fünf Minuten erledigt ist.


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Man kann doch nicht genausoviele Steuern zahlen als man eingenommen hat.

Warum Steuerklasse 6, wenn er doch angeblich freiberuflich tätig ist.

Es ist steuerlich egal, wo man gemeldet ist.

Sortiere auch mal die Personen.

Warum so misstrauisch!? Es geht wirklich um einen Bekannten! Ansonsten hätte ich doch geschrieben, dass es um mich geht! Ich frage, weil mein Kumpel mich darum gebeten hat, mich zu erkundigen. Er hat wenig Zeit und ist kaum im Internet unterwegs.

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@Jessica1978

Ich kann die Einlassung von vulki schon verstehen. Deine Sachverhaltsschilderung ist etwas verworren. Aber ich schreib gleich eine eigene Antwort, die der von wfwbinder sicherlich ähnlich sehen wird.

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