Steuerliche Veranlagung (DBA) - Home-Office in BE / Freiberufler in DE?

Hallo,

zur Beantwortung meiner Fragen suche ich einen Experten im Bereich DBA / Auslandssteuerrecht, Homeoffice-Regelungen

Folgende Situation:

  1. Meine Partnerin lebt in Belgien. Die Wohnung liegt in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland (100 Meter) auf belgischem Boden.
  2. Ich plane nun mit meiner Freundin zusammenzuziehen. Sollte ich nach Belgien ziehen, wird mein Wohnsitz in Deutschland abgemeldet.
  3. Seit 2 Jahren bin ich in Deutschland als Freiberufler (im IT-Bereich) beim deutschen Finanzamt gemeldet und zahle in DE meine Einkommensteuer + Krankenversicherung
  4. Mein Betriebsstätte (feste Einrichtung) in Deutschland bleibt bestehen
  5. Ich werde in Belgien kein Gewerbe oder eine Betriebsstätte anmelden
  6. Der Lebensmittelpunkt (Freunde, Sozialer Kreis, Geschäftspartner, Ärzte, Schwerpunkt der wirtschaftlichen Interessen) ist weiterhin Deutschland da ich zu Belgien bis auf den Wohnsitz keinen Bezug habe.
  7. Ich habe keine Einkünfte bzw. Kunden aus Belgien bzw. von Belgischen Auftraggebern. Meine Kunden sind Unternehmen in Deutschland. Meine gesamten Bankkonten sind in DE und Angebote/Rechnungen etc. werden aus meinen Büro aus Deutschland geschrieben und abgeschickt.
  8. Das Büro dient Primär der Kundenakquise, Meetings etc.
  9. Der Knackpunkt: Da meine Frau Krank ist und auf ständige Betreuung angewiesen ist erledige ich die Projektarbeit (Programmierung) bisher aus meinem Home-Office bzw. aus dem Wohnzimmer mit meinem Laptop. Für meine Arbeiten ist der Ort völlig irrelevant bzw. ein Laptop reicht mir aus um alle Arbeiten zu erledigen.

Es stellen sich die folgenden konkreten Fragen:

  1. Aufgrund der sehr hohen Einkommensteuerbelastung in Belgien und dem mit einer Aufteilung des zu versteuernden Einkommens einhergehendem Verwaltungsaufwand möchte ich eine Besteuerung meines Einkommens in Belgien unbedingt vermeiden. Es wäre für mein Empfinden Widersinnig mein gesamtes Einkommen aus meiner freiberuflichen Tätigkeiten aus dem Homeoffice in Belgien aufgrund des Tätigkeitsortprinzips/Territorialitätsprinzip in Belgien versteuern zu müssen. Die deutsche Grenze wäre praktisch im Hintergarten und mein Büro ist 10 Minuten von der Wohnung meiner Partnerin entfernt. Müsste ich trotzt aller oben genannten Punkte bei Home-Office Arbeit in Belgien meine gesamten Einkünfte in Belgien versteuern?
  2. Im DBA (DE-BE) wird zur Besteuerung in dem einen oder anderen Vertragsstaat eine feste Einrichtung Vorausgesetzt. Begründet mein Laptop in Belgien eine feste Einrichtung oder Betriebsstätte?
  3. Liegt in meinem Fall eine beschränkte Steuerpflicht vor? Wenn ja, wirkt diese dem DBA (Tätigkeitsortprinzip) entgegen oder wird das DBA vorgezogen?
  4. Kann ich einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht beantragen und wären dann meine Einkünfte aus meiner Arbeit aus dem belgischen Homeoffice in Deutschland Steuerpflichtig?
  5. Da meine gesamten Einkünfte von deutschen Kunden stammen, wäre es möglich nach dem Quellenlandprinzip besteuert zu werden?

Danke!!

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Freiberufler für 1 Jahr in Schweden vor Ort

Hallo, ich bin seit langem Freiberufler im IT-Bereich und war in den letzten vier Jahren in einem Projekt in Österreich tätig. Dabei bin ich wöchentlich gependelt, habe im Hotel gewohnt und war jedes Wochenende zuhause in Deutschland. Jetzt habe ich ein Projekt in Schweden, mein Vertrag gilt erst mal bis Ende 2013. Das mit dem wöchentlichen Pendeln möchte ich nicht mehr machen, ich möchte auch nicht im Hotel wohnen, sondern habe mir hier in Stockholm eine Wohnung gesucht. Die ganzen Fragen wegen einer schwedischen 'personnummer' und ob ich mich beim Einwanderungsamt anmelden muss, lasse ich jetzt mal außen vor. Die erste Frage ist für mich nämlich gerade, ob ich mein Einkommen aus selbständiger Tätigkeit in Schweden versteuern muss oder weiter wie bisher in Deutschland. Zu freiberuflicher Tätigkeit von Ausländern vor Ort in Schweden habe ich bei den Schweden bisher überhaupt nichts gefunden, außer der Möglichkeit, sich in Schweden selbst als Freiberufler ("self-employed") anzumelden, was ich aber nicht unbedingt will.

Ich habe mir das schwedisch-deutsche DBA angeschaut und wäre dankbar um eine Einschätzung, ob meine Interpretation richtig ist. Ich sehe es so:

  • Artikel 4 bestimmt einen der beiden Staaten als denjenigen, in dem ich als "ansässig" gelte. Nach 4(1)a kann ich sowohl in D ansässig sein (weil steuerpflichtig, Wohnsitz in D), als auch eventuell in Schweden (ständiger Aufenthalt, Wohnung, erst mal egal ob angemeldet oder nicht). Aber nach 4(2)a gelte ich dann doch als in D ansässig, weil ich dort die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen ("Mittelpunkt meiner Lebensinteressen") habe. Was ja auch wirklich so ist.

  • Nach Artikel 14 können dann meine Einkünfte aus selbstständiger Arbeit nur in diesem Staat besteuert werden, "es sei denn, dass [mir] im anderen Vertragsstaat für die Ausübung ihrer Tätigkeit gewöhnlich eine feste Einrichtung zur Verfügung steht". Jetzt ist natürlich die Frage, was eine "feste Einrichtung" ist. Ich würde darunter ein Büro, eine Werkstatt oder etwas ähnliches verstehen, ähnlich dem, was an anderer Stelle als "Betriebsstätte" von Firmen bezeichnet wird. Aber meine Wohnung in Schweden ist das nicht, denn dort übe ich meine Tätigkeit nicht aus. Ist das Büro des Kunden meines Auftraggebers, wo ich einen Schreibtisch zur Verfügung habe, eine "feste Einrichtung" in diesem Sinn? (Bei meinem Auftraggeber selbst habe ich keinen Schreibtisch!) Und wenn ja, bedeutet die Formulierung "steht eine solche Einrichtung zur Verfügung, so können die Einkünfte im anderen Staat besteruert werden, ...", dass es sich um eine "Kann"-Bestimmung handelt, ich also wählen kann, ob ich trotzdem in D versteuere?

Es wäre mir viel leichter, wenn ich sicher sein könnte, dass ich nur in D versteuern muss. Nicht nur wegen der Höhe der schwedischen Steuern (über die ich eigentlich mehr Gerüchte als klare Aussagen gefunden habe), sondern auch wegen der "Planbarkeit".

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Matthias

Ausland DBA Doppelbesteuerung Freiberufler Schweden Steuern Steuerpflicht
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Unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland bei gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland?

Ich lebe seit kurzer Zeit in Australien und werde auch die nächsten Jahre hier verbringen. Ich habe derzeit noch einen Hauptwohnsitz in Deutschland bei meinen Eltern. Diesen würde ich aus organisatoren Gründen (Post, Versicherungen, Bankverbindungen, etc) gerne behalten. Konsularische Dienste im Ausland (z.B. neuer Reisepass) sind wohl auch so möglich.

Der einzige Grund der aus meiner Sicht für eine Abmeldung sprechen könnte ist die Steuerflicht, die ggf. an den Wohnsitz gekoppelt sein kann. Hierzu finde ich weder im Gesetzt noch in den einschlägigen Foren eine eindeutige Antwort. Ich hoffe, ihr könnt mir dort ggf. weiterhelfen.

Konkret zu meiner Situation. Ich lebe das gesamte Jahr (abgesehen von ein paar Wochen Urlaub der mich natürlich theroetisch auch nach Deutschland führen kann) in Australien. Da es hier keine Meldepflicht gibt, habe ich jedoch keinen Wohnsitz offiziell angemeldet (kann ich auch gar nicht). Ich habe auch hier in Australien meine Haupteinkünfte. Dazu werde ich ggf. noch geringe Einkünfte als freelancer für deutsche Firmen haben (arbeite jedoch aus Australien heraus).

Daher würde ich normalerweise davon ausgehen, dass ich alle Einkünfte (mein Welteinkommen) auch in Australien versteuere.

Allerdings ist man gemäß § 1 Einkommensteuergesetz unbeschränkt in Deutschland einkommensteuerpflichtig wenn mann "in der Bundesrepublik Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt" hat.

Einen gewöhnlichen Aufenthalt habe ich ja sicher nicht. Falls ich den Wohnsitz bei meinen Eltern in Deutschland behalte, werde ich dann ggf. in Deutschland steuerpflichtig für mein australisches Einkommen oder den Teil des Einkommens den ich von deutschen Firmen beziehe?

Fände ich absurd, aber so steht es ja im Gesetzestext. Danke für eure Unterstützung.

Steuerpflicht steuerpflichtig Wohnsitz Auslandsaufenthalt
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1 Jahre Arbeit in Saudi Arabien,wie vermeide ich Wohnsitz / gewöhnl. Aufenthalt in Dtl. trotz Whg.

Plane ab 01.03. 2011 für ca. 1 Jahr nach Saudi Arabien zu gehen, Arb.-geber ist saudische Universität. Bin alleinerziehender Vater mit eigener Mietwhg., Kind würde vor Abreise zur Mutter ziehen, Kindergeldanspruch entsprechend wechseln. Plane mich beim Einwohnermeldeamt abzumelden, allerdings würde ich nur ungern meine Whg. auflösen und die Möbel einlagern lassen, da ich in einem Jahr wieder zurück sein will. Ein Grund nach Saudi Arabien zu gehen ist EK-Steuerfreiheit + fehlendes DBA Dtl. – S. Arabien, brutto=netto. Die Frage ist nun, wie ich vermeide, das mein Gehalt nach Rückkehr versteuert wird, weil die vorhandene Whg. als Indiz für weiterhin vorhandenen Wohnsitz in Dtl. gilt. (siehe hierzu http://www.steuerlinks.de/richtlinie/aeao/abs7.html) Der Plan ist, in Dtl. vorhandene Whg. unterzuvermieten mit entsprech. Mietvertrag & Laufzeit 1 Jahr, so wäre als Nachweis der Vertrag und Kto.-nachweis der mtl. vereinbarten Zahlungen vorhanden. Bin ich mit diesem "Plan" bzgl. drohender Steuernachzahlungen auf der sicheren Seite ist mehr zu beachten? Oder muss ich z.B. sicherstellen, dass - der Untermieter mind. Nebenwohnsitz für meine Adresse anmeldet, - er regelmäßig bzw- überwiegend dort wohnt, - er ggf. Erklärung für den Grund der Wahl des Nebenwohnsitzes abgeben muss

Wie detailliert wird vorauss. das Finanzamt nachfragen?

DBA Steuern Steuerpflicht Wohnsitz Saudi Arabien
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