Frage an Elektriker: Darf man zusätzliche Steckdosen installieren?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

in eigenleistung darfst du das für dich tatsächlich machen. bist dann aber auch selbst für konsequenzen verantwortlich. d.h. ordentlich arbeiten!

für Festinstallationen darfst du NUR leitungen mit mindestens 1,5 mm² verwenden. wichtig dabei ist, dass diese flexiblen leitungen nicht eingepuzt werden dürfen. empfohlen wird aber dennoch klassische installationsleitungen, NYM-J 3 x 1,5 RE

ggf, sind auch 3 x 2,5 mm² erforderlich, und zwar dann, wenn der schleifenwiderstand in abhänigkeit von leitungslänge und grundschleifenwiderstand, wiederum abhänig von der leitungslänge vom trafo zum haus und oder dessen leistung.

dann haben wir noch ein paar andere fragen zu klären z.B. ob die vorhandene steckdose über einen fehlerstromschutz mit einer höchstfehlerstromtoleranz von 0,03 Ampere verfügt. außerdem, ob die neue steckdose auf brennbaren untergründen montiert werden soll. in dem fall wird eine rückseitige, geschlossene kunstoffabdeckung gefordert.

das wars so im wesentlichen....

noch fragen?

lg, Anna

Grundsätzlich haben ja schon einige bestätigt, das man es machen kann. Und die meisten Vorraussetzungen genannt....

Wenn Du noch keinen Fi im Stromreis hast, muss die neue Steckdose einen eingebaut haben. Denn neu errichtete, oder erweiterte Stromkreise müssen nach aktueller Norm errichtet werden. Und die besagt, das ein Fi Pflicht ist.

Zudem darf diese Erweiterung nur eine Elektrofachkraft machen, die auch sicherstellen kann, das an dieser Steckdose noch alle Grenzwerte zum sicheren Betrieb eingehalten werden. Das muss gemessen werden. Spezialgeräte erforderlich.... (Schleifenimpedanz/Netzimpedanz, daraus der erreichbare Ik zum sicheren Auslösen der Sicherung)

Weil manch einer meint, es würden hier künstlich Hürden erzeugt, möchte ich noch ergänzen:

Der maximal zulässige Spannungsfall darf nicht überschritten werden.

Das sind „Basics“!

Kabel zu Steckdosen müssen immer 1,5 mm² haben !

Es kommt nicht auf die Länge an, sondern auf die mögliche "Strommenge", sprich Ampere

Es kommt auch auf die Länge an.. (Netzimpedanz, Schleifenimpedanz, max Ik zum sicheren auslösen, Spanungsfall 3% usw... ) Je nach Leitungslänge musst Du vom Querschnitt nach oben, wenn die Abschaltbedingungen ect nicht mehr eingehalten werden....

@RareDevil

ja, wir reden hier nicht über Hunderte von Kilometern, sondern über Hausinstallation.
Da wird Netzimpedanz und deine übrigen Fremdwörter kaum eine Rolle spielen, oder irre ich mich?
Muss man mit 16 mm² anfangen und dann am Ende des Hauses zu geringeren Querschnitten übergehen oder was möchtest du uns mitteilen ?

@Petz1900

Du irrst dich, 16A bedeuten für 1,5qmm nach 15m ist die Installation zu Ende.

Was RareDevil schreibt hat Hand und Fuß. Nur weil du von Schleifenimpedanz und Co. keine Ahnung hast, sind diese Dinge nicht bedeutungslos!

@Petz1900

Wenn das Haus schon weit entfernt ist, sind vlt noch 400A Ik am HAK möglich. Plus die ganzen Übergangswiderstände und Leitungswiderstände kann es passieren, das an der UV, wo die Sicherungen sind, schon nur noch 200A Ik möglich sind... Dann kommt die Länge bis zum Raum, in vlt nur 1,5mm² und noch mal 5m dran, was wieder den Widerstand erhöht... Bei 16A wäre 5*In 80A... Macht eine zulässige Feherschleife von 230/80=2,88 Ohm... Aus Sicherheitsgründen und wegen Messtolleranz darf Zs max 0,7x so hoch sein... Macht 2,02 Ohm... 230V/2,02 Ohm= 113A, die als Ik erreicht werden müssen... Wenn das nicht mehr hinhaut, passt es mit 1,5mm² nicht mehr...

Ich hab am Hauptverteiler, Eingang Sicherung nach Zähler 1,08kA... In den Räumen nur ca 350-400A, weil durch die Installation die Schleifenwiderstände so steigen... Jetzt erzähl mir, das du Sicher stellen kannst, das bei ihm auf jeden Fall die Grenzwerte eingehalten werden, wo DU nicht mal seinen momentanen Ik kennst...

@RareDevil

Du kennst seine Werte auch nicht und lässt ihn 1,5 Quadrat einbauen. ...

Wenn nun schon 2,5 verlegt ist machst du eine Querschnittverjűngung.

Ist an der Steckdose, von der er abgreift, der maximale Schleifenwiderstand schon erreicht, kann er nur dann erweitern, wenn er eine entsprechend schwächere Sicherung einbaut.

Erst messen, dann rechnen, dann auswerten, neu Installation anpassen und abschliesend Messprotokol anfertigen und unterschreiben.

Nicht umsonst ist die Lehre zu Elektriker 3,5 Jahre

@Blume8576

Meinst Du wirklich mich oder Petz1900? (wegen dem Nametag)

Wenn nun schon 2,5 verlegt ist machst du eine Querschnittverjűngung.

Ist in der Installation nicht verboten, solange alle Werte und Bedingungen eingehalten werden! 1,5mm² ist mit 16A zugelassen, wenn dann auch Ik, Schleifen/Netzimpedanz noch ausreichen, Spannungsfall eingehalten werden ect, darfst Du ruhig reduzieren... Das ist nach VDE nicht untersagt...

@RareDevil

Meinte Petz 1900.

Es ist aber gefährlich den Querschnitt zu verjûngen, da ein anderer später auf die Idee kommen könnte an der UV ( abgang 2,5) eine größere Sicherung einzubauen.

Ich finde es erschreckend wie leichtsinnig hier oftmals Tipps gegeben werden, ohne einen Funken Fach wissen.

Lg

@Blume8576

Naja, als erfahrener Elektriker verlasse ich mich nicht auf Querschnitte, da mir bekannt ist, das man es unter gewissen Vorraussetzungen darf. Zudem gehört zur Arbeit die SIchrheitsregeln. Mind 1-3, damit braucht man nicht nach Querschnitten zu suchen, sondern misst gefälligst aus, wo man dran ist... Und da Laien daran nichts zu suchen haben, dürfte es keine Schwierigkeiten geben. Das gleiche Problem bekommst Du ja auch, wenn am Verteiler noch alte Farben sind, und an der Steckdose, an der gearbeitet wird, neue ankommen... Kommste mit gucken auch nicht weiter... Ist aber auch zulässig... Wer es richtig macht, kommt wegen sowas nicht in Gefahr... Du glaubst gar nicht, was man erlebt, wenn man auch mit Erdkabel zu tun hat... 5x gemufft, Kunststoff alt geht weg, zwischendurch NKBA, am Ende kommt neu und kleinerer Querschnitt, Absicherung passt zum kleineren Querschnitt... Und alles in der Norm, weil mit Reduzierungsmuffen gearbeitet wurde, Sperrmuffen wegen NKBA ect.. Blick da mal durch... ^^

@Blume8576

Normal würde ich dir Recht geben, aber in dem Fall wird das nicht passieren da hier noch ein Faktor vorhanden ist der verhindert das ein Elektriker den Stromkreis höher absichert: Die Steckdosen! Schuko darf nur bis maximal 16A abgesichert werden.

@RareDevil

Ich bewundere euch alle.

Die Frage war, ob er 1 mm² nehmen darf, da habe ich geantwortet, dass es 1,5 mm² sein muss.

ok, ich hätte schreiben sollen, mindestens 1,5.

Gemeint war nur, dass 1 mm² nicht ausreicht.

Und zu euerer Info:
Ich bin gelernter Energieanlagenelektroniker, auch 3,5 Jahre gelernt und mit 2 bestanden.

@Petz1900

Die Bewunderung kann ich sehr gut verstehen!

Was ich nicht verstehe ist die Aussage:

Es kommt nicht auf die Länge an, sondern auf die mögliche "Strommenge", sprich Ampere

besonders in der Kombination mit der Aussage:

Ich bin gelernter Energieanlagenelektroniker, auch 3,5 Jahre gelernt und mit 2 bestanden.

Wenn du die Prüfung mit 2 abgeschlossen haben solltest, dann müsstest du wissen das die Leitungslänge absolut Sicherheitsrelevant ist.

Von der Länge ist der max. zulässige Spannungsfall, der Schleifenwiderstand und somit der benötigte Ik zum Auslösen des Leitungsschutzautomaten (bei In=16A ~ min.80A) abhängig.

Dazu sollte man einen Elektriker ins Haus holen, denn der kann prüfen ob die Leitungen auch dazu in der Lage sind. Denn sonst könnten die Leitungen überlastet werden und dann besteht Brandgefahr.

Was möchtest Du wissen?