Darf eine Wohnung ohne Nebenkosten-Abrechnung vermietet werden?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Warmmiete deiner Wohnung beträgt demnach 650€. Die Kaution wurde durch die verschleierte Nebenkostenpauschale p.m. und die die monatliche Vorauszahlung für Heizung und Warmwasser mit 1.950,00€ zu hoch angesetzt und von dir an den Vermieter übergeben.

Es ist zunächst erforderlich, dass die Grundmiete ohne Nebenkostenpauschale und Heizkostenvorauszahlung ermittelt wird. Danach kann die Forderung nach Erstattung der Überhöhung der Kaution gestellt werden. Keine Heizkostenmessung und Warmwasserverbrauchsmessung erfordern eine Umlage nach m² Wohnfläche. Dieser Posten muss im Mietvertrag klar geregelt sein, wenn das Haus nicht mehr als 2 Wohnungen vorhält. Sind mehr Wohnungen vorhanden, muss der Vermieter Messeinrichtungen installieren und nach Verbrauch abrechnen. Der Mietvertrag wäre dann zu ändern. Die Umlage nach Personen entfällt.

Mit m²- Umlage muss auch die Wohnungsgröße exakt bestimmt sein. Falls die m² aus dem Mietvertrag nicht mit eigenem Messergebnis übereinstimmen, ist der Abrechnung des Vermieters zu widersprechen. Die Abrechnung kann sich vermutlich nur auf die Heizkosten beziehen. Sie wäre spätestens am 31.12.2014 fällig.

Vielen Dank für diese aussagekräftige Information die auch meinen Überlegungen entspricht. Diesen Vorschlag hatte ich bereits meinen Vermieter gemacht mir die exakte qm Zahl der Wohnung zu benennen und ob diese mit meinen Angaben ( Messung mittels Lasergerätes ) übereinstimmen. Leider wird gar nicht darauf eingegangen sondern nur darauf verwiesen, dass ich den Vertrag so unterschrieben hätte und dieser bindend sei. Die Nebenkosten-Abrechnung wurde mir im Beisein eines Zeugens von mir vom Vermieter zugesagt! Einfach alles unnötig. Ich wünsche eine transparente Abrechnung, etwas was mir zusteht die für den Vermieter ebenso wichtig ist, somit werde ich kämpfen!

@Bauernschlaeue

Wenn der Vermieter die Heizkosten nach m² abrechnen muss, kommt er an der Vermessung der Wohnung und des Hauses nicht vorbei, weil die Bezugsgrößen dann die Wfl. des Hauses und der Wfl deiner Wohnung sind. Im Mietvertrag muss er sie tatsächlich nicht angeben. Auch die Kaufpreise und Mengen für das Öl sind nicht identisch mit deinem Verbrauch. Also auch hier aufpassen.

Problematischer wird schon die Kautionsberechnung. Der Vermieter muss die Kalkulation der Pauschale für alle NK außer Heizung offenlegen. Dabei wird eventuell auch bekannt, dass er mehr Geld für NK verlangt, als du ihm bei anderer Mietvertragsgestaltung schulden würdest. Seine Gewinne kannst du ihm aber nachträglich nicht beschneiden.

In seiner E.- Steuererklärung bei Einnnahmen aus Vermietung und Verpachtung wird der Vermieter vermutlich die Ausgaben für NK hochrechnen um seinen Gewinn kleiner darzustellen. Hier könntest du im Ernstfall ansetzen.

Danke für die Auszeichnung!

Wenn eine Pauschale vereinbart wurde, gibt es keine Abrechnung. Gleiches gilt bei einer Inklusivmiete oder einer Bruttomiete. Heizkosten müssen zwingend immer nach Verbrauch abgerechnet werden. Ausnahme: Das Haus hat nur zwei Wohnungen.

Eine Quadratmeter-Wohnflächen-Angabe im MV ist nicht vorgeschrieben.

Die Kaution wurde falsch berechnet. Es darf nur das dreifache der Nettokaltmiete gefordert werden. Fordere den V. schriftlich per Einwurfeinschreiben zur Erstattung der Überzahlung binnen zwei Wochen auf. Kündige dabei gleich Rechtsschritte bei Verzug an. Rückforderung der Überzahlung nach § 812 BGB (Herausgabe wegen ungerechtfertigter Bereicherung.

Herzlichen Dank für Deine erklärenden Zeilen. Mir wurde im Beisein eines Zeugen vom V die Jahresendabrechnung zugesagt. Ich hätte einen solchen Vertrag sonst gar nicht unterschrieben zumal ich um das große Dilemma der Endabrechnung weiß. Zudem bin ich davon ausgegangen, dass die dreifache "warme" Kaution rechtens ist. Ich werde genauso wie Du vorschlägst vorgehen! Viele Grüße

@Bauernschlaeue

Entscheidend ist nicht die mündliche Zusage sondern was im MV steht. Darauf können sich beide Vertragsseiten berufen.

Darf eine Wohnung ohne Nebenkosten-Abrechnung vermietet werden?

Ja. Nur die Heizkosten müssen zwingend abgerechnet werden, wenn das Haus mehr als 2 Wohnungen hat, auch wenn im Vertrag etwas anderes steht...

Ist der Mietvertrag überhaupt gültig ohne Angabe der exakten Wohnungsgrösse?

Ja, es bedarf keine Angabe der Wohnungsgröße...

Inwieweit muss sich der Vermieter an den Mietspiegel halten der bei mir weit drüber liegt?

Bei Neuvermietung grundsätzlich gar nicht...

Du solltest Dir mal eines klar machen: In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, es ist die Verantwortung der Parteien SELBST, die Richtigkeit des Vertrags VOR Unterschrift zu prüfen, und nicht die des Gesetzes. Wenn man mit etwas nicht einverstanden ist, unterschreibt man eben nicht, aber beschwert sich nicht hinterher...

Ist der Mietvertrag überhaupt gültig ohne Angabe der exakten Wohnungsgrösse?

ja, der Vermieter ist gesetzlich nicht verpflichtet überhaupt im Mietvertrag eine qm-Zahl anzugeben. Macht er es dennoch, sollte die Angabe jedoch zutreffen. Eine 10% ige Abweichung (nach unten) ist zu tolerieren; sollte die Wohnung allerdings noch kleiner sein, kann eine Mietminderung geltend gemacht werden.

Inwieweit muss sich der Vermieter an den Mietspiegel halten der bei mir weit drüber liegt?

Bei einer Neuvermietung muß sich der Vermieter gar nicht an den Mietspiegel halten. (Erst jetzt wird in der GroKo dahingehend eine Lösung angedacht, daß bei einer Neuvermietung der Mietpreis mEn max. 10% über dem Mietspiegel liegen darf). Aber nach heutigem Stand muß er das noch nicht.

Ich habe den Vermieter freundlich und höflich darum gebeten 1. Jahresabrechnung so wie oben bereits beschrieben,

Die Nebenkostenabrechnung ist noch gar nicht fällig, für das Jahr 2013 - vorausgesetzt der Vermieter wählt den Abrechnungszeitraum vom 1.1.-31.12. - hat der Vermieter mit der Zustellung noch bis zum 31.12.2014 Zeit. Erst danach darf die NK-Abrechnung vom Mieter angemahnt werden.

Somit erfolgt die Abrechnung über qm, Personenzahl und der letzten beiden Öl-Rechnungen

Falls Du zufällig in einem 2 Fam. Haus mit dem Vermieter wohnst muß dieser im übrigen die Heizkosten gar nicht nach Verbrauch abrechnen. Der Vermieter kann dann nach Wohnfläche oder Personenzahl abrechnen. Evtl. ist im Mietvertrag dann hierzu auch ein Umlageschlüssel vereinbart worden?

http://www.heizkostenverordnung.de/par2.html

Vielen Dank für Deine Antwort. Das Haus ist als Zweifamilienhaus deklariert, d.h. es ist der zweite Wohnsitz ( Ferienhaus), wird jedoch auch von anderen Familienmitgliedern zum Urlauben genutzt. Der Wohnbereich des Vermieters ist wesentlich größer. Ich selbst wohne fest und achte auf den Energieverbrauch. Herzliche Grüße

Etwas wirr die Frage, finde ich. ... und ein Vermieter wird doch wohl nach den vielen negativen Entscheidungen der Gerichte heute nicht mehr so dumm sein und eine Flächenangabe mietvertraglich vereinbaren. Zudem ist kein Vermieter verpflichtet, die Kosten und Lasten auf die Mieter zu verteilen, er kann es allerdings. Und wenn ein Vermieter hier ledigliche die Kosten und Lasten für Wärme auf seine Mieter verteilt, wird er ja wohl die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Je nach Mietgegenstand gibt es da unterschiedliche Vorgaben und da diesbezügliche Angeben für mich nicht erkennbar sind, kann eine saubere Antwort nicht erwartet werden. Viel Glück und was die Miesi angeht, verlange schlichtweg den Nachweis, daß diese überhaupt als solche (auf deinen Namen!) angelegt wurde und verrechne die Überzahlung mit der Miete, wenn denn der Vermieter weiterhin so zopfig ist.

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