Adoption verschweigen oder erzählen?

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Aus eigener Erfahrung (zwar nicht Thema Adoption aber etwas ähnlich erschütterndes) kann ich dir sagen, dass die Tochter die Eltern nicht verstoßen wird. Es sind nämlich ihre Eltern - wenn auch nicht biologisch. Klar so etwas ist erstmal ein Schock und auch nach Jahren will man den eigenen Eltern nicht wirklich verzeihen - vor allem, wenn man nicht verstehen kann, dass so lange geschwiegen wurde. Aber schlussendlich bleiben es ihre Eltern, die sie zu dem Menschen gemacht haben, der sie ist und die ihr all die Möglichkeiten gegeben haben, die sie heute hat! Das wird sie selbst merken, wenn der erste Schock erstmal weg ist.

Meistens ist es doch so, dass adoptierte Kinder "Kinder der Liebe" sind, denn sie sind wirklich gewollt von den Eltern die sie heute haben. Und diese Eltern tun sicher alles für ihr Wohlergehen, das kann man von den leiblichen Eltern bestimmt nicht sagen - zumindest nicht, als sie auf die Welt kam, wie es heute aussieht, weiß keiner. Aber das ändert auch nichts.

!6 ist ein schwieriges Alter. Die Gründe der Niedergeschlagenheit können wirklich zahlreich sein. Dadurch, dass ihre Nachbarin sich ohnehin Vorwürfe und Gedanken um das bisher gut gehütete Geheimnis macht, ist es nur logisch, dass sie das Verhalten der Tochter nun darauf bezieht. Damit kann sie genau ins schwarze treffen oder absolut daneben liegen. Ich würde ihr raten, sich einen ruhigen Moment zu zweit, am Besten Abends wenn keiner rein und raus rennt und stört, zu suchen und die Tochter dann darauf anzusprechen, dass man den Eindruck hat, dass sie etwas bedrückt. Nun sollte sie die Möglichkeit bekommen von selber zu erzählen was ihr auf dem Herzen liegt. Wenn es tatsächlich Liebeskummer oder andere Teenagersorgen sind und dann auch noch die Neuigkeit der Adoption dazu käme, wäre das eine absolute Überforderung für das Mädchen. Trotzdem sollte die Mutter auch nicht noch ewig warten dieses Thema anzuschneiden. Den passenden Moment dafür wird es nie geben und je länger man wartet desto schwieriger wird es. Dabei wäre es aber tatsächlich sinnvoll sich durch eine vertrauensvolle Person von einer Beratungsstelle Hilfe zu holen. Der Tochter wird nämlich durch diese Nachricht erst einmal der Boden unter den Füßen schwinden und sie braucht dann eine neutrale Person die sozusagen "nicht schuldig" ist und sie ersteinmal von dem Schock auffängt.

Schwierig aber machbar. So ist das Leben nun mal. Ist es erst einmal raus dann wird vieles einfacher und schnell wird die Tochter merken, das die mütterliche und väterliche Liebe nie gespielt war.

Es heißt, wenn man seinem Kind verschweigt, daß es adoptiert wurde, lügt man es an. Irgendwann, wenn die Tochter heiratet, wird sie es sowieso erfahren, denn dann braucht sie eine Abstammungsurkunde. Man kann das aber sauber lösen. Ein klärendes Gespräch ist dafür leider notwendig. Wenn man es schafft, dem Kind zu vermitteln, daß es ein absolutes Wunschkind ist, um das man gekämpft hat um es zu bekommen, (denn das tut man als Adoptiveltern) wird das Kind es wegstecken. Wahrscheinlich wird sie einige Tagelang sehr sauer sein, ist ja auch verständlich, aber je eher, desto besser. Stell Dir vor sie heiratet und erfährt dann erst, daß sie adoptiert wurde. Wie würde man selbst sich dann fühlen?

der Grund des komischen Verhaltens der Tochter kann alles moegliche sein...sie ist 16, Pubertaet...da spielen die Hormone verrueckt..

so wie es aussieht belastet die Situation deine Nachbarin sehr, sie hat ein schlechtes gewissen, da sie die Adoption verschwiegen hat...

vielleicht kann sie mal mit der besten Freundin der Tochter sprechen und schon mal vorfuehlen, was los ist...

ein gemeinsames Mutter/Tochter Verwoehnwochenende und mal ueber alles sprechen...

der einzige Unterschied zum leiblichen Kind - adoptierte Babies wachsen nicht im Bauch der Mutter, sondern im Herzen -

Ich finde, sie söllte es ihr sagen. Dir allerdings würde ich raten, halte dich raus. Wenn dein Rat schief geht, weil sie ihr es sagt und dann ist die (PIEP) erst recht am dampfen, darfst du gerne mal raten wer dann Schuld ist, egal ob es so ist, oder nicht. Falls du ihr unbedingt helfen willst, rat ihr, sie soll auf ihr eigenes Gefühl hören und sich Mut für ihre Entscheidung nehmen. Die nähsten Tage werden, wohl so oder so anstrengend für sie. Sie soll die Entscheidung treffen, womit sie ruhigen Gewissens, den Rest ihres Lebens verbringen kann. Und sie soll es mit ihrer Familie absprechen. Behalt eine ruhigen Kopf, ich wünsch dir viel Glück!

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