Schriftlicher Erbteil- und Pflichtteilsverzicht - gültig?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Dieser Verzicht muss nach § 2348 BGB zwingend notariell beurkundet werden. Wenn nicht, ist er wegen Formfehlers nichtig.

Wenn gültig, erstreckt sich der Verzicht nach § 2349 BGB auch auf die Abkömmlinge. Es erben also dann die anderen Erben.

rudirudi:

Auch ein Erbverzicht in einem Prozessvergleich wahrt die Form des Verzichts. Im ZPO-Verfahren mit Anwaltszwang muß nicht nur der Rechtsanwalt, sondern wegen § 2347 II BGB auch der Erblasser die notwendigen Erklärungen abgeben.

Nach den Tod eines Erblassers erklärt, selbstverständlich. Vor dem Erbfall ist eine notarielle Beurkundung des Verzichts zwingend erforderlich, §§ 2348 f. BGB.

Gleichwohl können die Eltern ein Testament errichten und mit Anlage des Schriftstücks den Erklärenden von der gesetzlichen Erbfolge ausschliessen, demnach wäre er nur pflichtteilsberechtigt.

G imager761

In welchen Fällen bestellt man einen Nachlaßverwalter?

Habe einen Fall in meiner Verwandschaft. Die Eltern sind Mitte 70. Noch geht es denen gut, daher stellt sich die Frage im Moment nicht. Jedoch kann sich das auch sehr schnell ändern. Die Eltern haben etwas Barvermögen, ein Dreifamilienhaus und eine Eigentumswohnung. Insgesamt 2 Mieter. Einer wohnt in der Eigentumswohnung und einer im Dreifamilienhaus.
Nehmen wir an sie würden versterben und die erben wären 4 Kinder. Leider verstehn die sich übehaupt nicht gut und reden auch kaum miteinander. Der älterste der 4 Kinder ist psychisch Krank und wohnt noch im Haus der Eltern im Dachgeschoß. Miete zahlt er keine, dafür aber etwas an pauschale Nebenkosten. Zu Lebzeiten hat der Vater dem einem Kind 30.000€ geliehen, ohne Zinsen. Schriftlich festgehalten wurde das nicht. Dem anderen Kind hat er 40.000€ geliehen, hierfür wurde eine Grundschuld eingetragen. Zuständig wären im Todesfall nun die Erben. Da die sich aber nicht einig sind und nicht miteinander reden muss eine andere Lösung her. Wäre das nicht der Nachlaßverwalter? Wer kümmert sich um die Mieter und macht die Nebenkostenabrechnungen? Wer kümmert sich um das Barvermögen der Eltern? Wie erfolgt die Aufteilung der Erbmasse? Wie kann das geliehene Geld an die Kinder berücksichtigt werden? Der älterste der Geschwister will nicht ausziehen. Wo soll der hin, daher sollte das Haus auch nicht verkauft werden, damit der älteste der Geschwister drin wohnen bleiben kann. Wer verteilt die Mieteinkünfte der beiden Wohnungen an die Erben? Wie kann das Problem gelöst werden, damit alle einig und zufrieden sind?

...zur Frage

Alleinerbe: Was ist die Basis für die Berechnung des Pflichtteils?

Guten Tag!

Ein alter Herr ist gestorben. Im Testament hat er ein Kind als Alleinerben aufgeführt. Das Kind hat Geschwister bei denen es nicht mit Wohlwollen rechen kann.

Außerdem hat der alte Herr der langjährigen Lebensgefährtin einen Teil des Vermögens vermacht.

Meine Fragen:

  1. Wird der Pflichtteil für die Geschwister auf Basis des gesamten Nachlass berechnet oder wird der Wert der an die Lebensgefährtin geht abgezogen?

  2. Im Nachlass ist auch ein Haus. Wie wird der Wert des Nachlasses bestimmt? Kann der Alleinerbe die Kosten die für die Ermittlung des Werts anfallen auf die (Pflicht-) Erben umlegen?

  3. Um den Pflichtteil auszubezahlen muss das Haus vermutlich verkauft werden. Können alle Kosten die für den Verkauf anfallen (z.B. Entrümpelung) von der Nachlasssumme abgezogen werden oder muss das alles der Alleinerbe tragen?

Mir scheint, unter Umständen ist es nicht attraktiv Alleinerbe zu sein.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?