Muss Schuldner Anwaltskosten des Gläubigers erstatten?

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5 Antworten

Nicht wenige Gläubiger (mit berechtigten Forderungen) nehmen zu Gunsten kurzfristiger Vorteile (Einsparen von Anwalts-und Gerichtskosten) langfristig umso größere Nachteile in Kauf (30 Jahre lang Verzicht auf möglicherweise erfolgversprechenden Beitreibungsaktionen), in dem sie auf einen vollstreckbaren Titel gegen den säumigen (leistungsschwachen) Schuldner (und seine Rechtsnachfolger) verzichten.

Du musst jedoch bedenken, dass du selber die Kosten erst einmal beim Anwalt zahlen musst. Ob er sie dann geltend macht oder erfolgreich einzieht, ist eine zweite Frage und wird er tun müssen, wenn tatsächlich ein Verzug vorliegt. Es wäre dann ein Verzugschaden, den er damit neben der Hauptforderung geltend macht.

Wenn Sie einen rechtsmässigen Titel erwirken (und ihn auch eintreiben können) dann ja. Ausnahme: arbeitsgerichtliche Forderungen. Da zahlt jeder erst instanzlich den Anwalt selbst.

Die Frage ist auch, ob der Schuldner in der Lage ist, die Schulden und die Anwaltskosten zu zahlen. Wenn er insolvent ist, bleibt man auf den Forderungen sitzen. Müßte vorher recherchiert und abgewägt werden.

Du wirst 2 bis 5 Jahre lang kämpfen, am Ende einen Vergleich schließen und abzüglich hälftiger Anwalts- und Gerichtskosten trotzdem einen Verlust abschreiben müssen!

Klingt komisch, ist aber so...

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