Krankenversicherungsbeitrag bei BU-Rente und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung

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Dreh- und Angelpunkt wird sein, welchen Status die GKV der Person gibt. Nach Ihren Schilderungen dürfte es sich um eine Sozialversicherungspflichtige Tätigkeit nach § 5 SGB V sein. Wenn das der Fall ist, ergibt sich folgende Konsequenz während der Zeit der Tätigkeit als Angestellter (bis zum Eintritt des Rentenalters)

  • Lediglich auf die Einkünfte der angestellten Tätigkeit sind GKV Beiträge zu zahlen
  • Der AG zahlt einen steuerfreien Zuschuss nach § 257 SGB V
  • Die übrigen Einkommen sind GKV frei
  • Es empfiehlt sich die PKV auf Anwartschaft zu stellen (ob Groß oder Klein - kommt auf die Einzelfallkonstellatiin an, muss man prüfen, was mehr Sinn gibt)

Kommt die GKV zu dem Schluss, dass der Status hauptberuflich Selbständig ist, so werden auf alle Einkunftsarten GKV Beiträge fällig.Dann liegt aber eine andere Situation vor, Tipp: Auf jeden Fall schriftlich bei der GKV vorher anfragen und ggfs den Status klären lassen. Damit vermeiden beide Seiten eine späte und kostenintensive Überraschung!

Die Grenze nach unten ist bei dem ersten Überschreiten zur Midijob Grenze zu sehen. Also bei knapp 490€. Darauf sind GKV und Pflegepflichtversicherung zu zahlen. also bei solch geringen Einkünften liegt das dann bei etwas unter 100€ im Monat. Mehr geht nicht.

Wenn nicht absehbar ist, das die Tätigkeit bis zur Rente ausgeübt wird, wäre eine große Anwartschaft Sinngebend. Die "preiswerteste" Form ist jedoch die kleine Anwartschaft. Billiger geht es nicht.

Hallo,

wenn das seine einzige, sprich Hauptbeschäftigung ist, entsteht Versicherungspflicht in der GKV. Das heißt Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen die Beiträge.

Eine Anwartschaft in der PKV ist sinnvoll, wenn man dorthin zurück will. Notwendig für den Erhalt irgendeiner KV ist sie nicht. Seit kurzem ist keine Vorversicherungszeit von 12 Monaten für die freiwillige Weiterversicherung in der GKV mehr notwendig.

Da er pflichtversichert ist, sind keine Beiträge auf Mieten und Kapitalerträge zu zahlen. Die BU-Rente sehe ich aber als beitragspflichtig an, d.h. 15,5% KV plus Pflegeversicherung wären zu zahlen.

Viel Glück

Barmer

Lernfrage.. Warum BU Einkünfte GKV pflichtig? Entweder § 5 SGB V ohne wenn und aber oder § 240 SGB V.

Kannst du dabei weiterhelfen?

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@alfalfa

Hallo,

einschlägig ist § 226 SGB V, da es nach den vorliegenden Informationen ein pflichtversicherter Beschäftigter ist.

Ob die BU-Rente darunter beitragspflichtig ist, hängt davon ab, woher sie kommt: bAV ja, privat nein (§229 SGB V) (Da er unter 50 ist, kanns keine gesetzliche BU-Rente sein.)

Wissen wir leider nicht.

Guten Rutsch

Barmer

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Vielen Dank und DH für den Hinweis, dass keine Vorversicherngszeiten mehr erforderlich sind.

Seit wann ist das so und bedeutet das nicht für viele eine akzeptable Möglichkeit, in die GKV zurück zu kommen? Wird da Missbrauch irgendwie verhindert?

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@Rat2010

seit 1.8.2013.

Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der GKV im Versicherungs- und Beitragsrecht

hauptsächlich bekannt durch den Schuldenerlass bei bisheriger Nichtversicherung, führt dieses Gesetz auch die freiwillige Versicherung als automatische Fortsetzung einer Pflichtversicherung ohne Mindestzeit von 12 Monaten ein.

http://www.haufe.de/sozialwesen/sgb-office-professional/gr-v-31072013-auswirkungen-des-gesetzes-zur-beseitigung-sozialer-ueberforderung-bei-beitragsschulden-in-der-gkv-im-versicherungs-und-beitragsrecht-titel-red-gekuerzt_idesk_PI434_HI5023069.html

Die Voraussetzungen für die Pflichtversicherung, z.B. die Altersgrenze 55, haben sich nicht geändert.

Viel Glück

Barmer

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@barmer

Vielen Dank!!! Hat ihm vermutlich so richtig weiter geholfen!!!

Keine Ahnung, was er macht. Ein wesentlicher Grund für die Anwartschaft fällt damit aber weg.

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Als Azubi Nebengewerbe Anmelden?

Hallo!
Ich bin 19 Jahre alt und Azubi aus Bayern. Meine monatliche einnahmen sind:
Ausbildung: €660 Netto, ~€520 Brutto (39 Stunden Woche)
Minijob (Samstagjob): €300 (8 Stunden Samstag)
OnlineJob: ~€1300 (18$/Stunde, 20 Stunden/Woche, €15600/Jahr)
Ausbildung+OnlineJob: €23520/Jahr

Jobbeschreibung: Ich darf 30 Adressen/Stunde überprüfen ob die richtig sind. Wenn nicht, dann korigieren. So einfach.

Meine Fragen:
1. Da es nur ein Auftraggeber ist, muss ich Neben- oder Hauptgewerbe anmelden?
2. Ein Monat habe ich schon gearbeitet, wenn alles zu kompliziert wird, würde ich gerne aufhören und schluss machen, wie sollte ich dann die €1300 die ich schon verdient habe versteuern? Gibt es irgendein Formular oder so irgendwas das man an Finanzamt schicken kann?
2.1. Da ich schon ein Monat gearbeitet habe, habe ich irgendwas gegen Arbeitszeit gesetz getan? Habe ich mich strafbar gemacht? (Die Gewerbeanmeldung kommt noch!, Nachanmeldung ist kein Problem.)
3. Wenn ich Hauptgewerbe anmelde, was ändert sich alles mit meiner Ausbildung? Ich will die umbedingt zu ende machen.

  • Dann käme ich nun auf das nächste Problem - die Krankenversicherung. Momentan bin ich noch bei der AOK familienversichert. Kann ich bei der Versicherung als Nebengewerbe "gesehen werden" wenn ich Hauptgewerbe anmelde? (https://www.aok-business.de/fachthemen/sozialversicherungsrecht/beschaeftigung-und-sozialversicherung/verwandte-themen/selbststaendig-und-arbeitnehmer/)

Für die Hauptberuflichkeit spricht:

  • Zeitaufwand von nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich, wenn das Arbeitseinkommen 75 Prozent der monatlichen Bezugsgröße übersteigt (2018 = 2.283,75 Euro).

Bei mir sind es nicht mehr als 20 Studen wöchentlich und das einkommen ist unter 75% von €2283 (€1300<€1712) Also nicht Hauptberuflich tätig.

Habe ich das jetzt alles soweit richtig analysiert oder fällt noch jemandem was ein, der sich mehr mit Steuern, Gewerbe, etc. auskennt?

Dankeschön!

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