Kann ich ein KfW-Darlehen vorzeitig kündigen ?

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Hallo Troja71,

die Möglichkeiten einer vorzeitigen Kündigung sind grundsätzlich von Gesetzes Seite her relativ begrenzt:

Da Deine Sollzinsbindung noch keine 10 Jahre ab Vollauszahlung besteht, kannst Du leider keinen Gebrauch vom gesetzlichen Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren (§ 489 I Nr. 3 BGB) machen.

Banken - auch die KfW - können somit laut Rechtsprechung des BGH eine vorzeitige Kündigung verweigern.

Dies betrifft bei der KfW allerdings nur die Programme "Wohneigentum" (Nr. 124) und "Altersgerecht umbauen" (Nr. 153), da diese Programme keine Sondertilgungsoptionen haben. Alle anderen wohnwirtschaftlichen Programme der KfW haben Sondertilgungsoptionen in unbegrenzter Höhe.

Im Grunde hast Du zwei Möglichkeiten:

  • Entweder schließt Du bei einer anderen Bank ein Forward-Darlehen für die Anschlussfinanzierung der KfW-Tranche im Jahr 2015 ab,

  • oder Du bringst bei der KfW in Erfahrung, ob diese Dich vorzeitig aus dem Darlehensvertrag entlässt und wechselst sofort zu einem anderen Kreditgeber. Dann musst Du aber mit einer sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung rechnen.

Hoffentlich hilft Dir das weiter.

Viele Grüße,

Franziska, Interhyp AG

Lies die Darlehensbedingungen genau. Normalerweise enthalten KfW-Darlehen die Option einer vollständigen Sondertilgung, d.h. die ausstehende Summe kann vorzeitig komplett getilgt werden. Wo das Geld herkommt, solltest Du dann mit der Bank ausmachen. Die Bank wird sich freuen, denn mit dem KfW-Darlehen hat sie nur Aufwände und keine signifikanten Einkünfte, während beim Bankdarlehen die üblichen Margen bestehen.

KFW verlängert - gebunden an Hauptdarlehensgeber ?

Hallo zusammen, im Jahre 2005 habe ich mich in das Abenteuer "Häuslebau" gestürzt und bin bisher im Allgemeinen ganz gut gefahren. Im ersten Quartal 2005 haben wir unsere Finanzierung abgeschlossen mit einem 80% Anteil BankA sowie 20% Anteil KfW und als erstes damit das Grundstück erworben. Sommer 2006 war Einzug ins Eigenheim und nach einigen Nacharbeiten an der Erdwärme-Heizung wurde März 2007 die letzte Rate des Darlehens an den Bauträger ausgezahlt. Aufgrund der damals vermeintlich sehr günstigen Zinssituation würden der Darlehensvertrag mit der BankA auf 15J Zinsbindung festgeschrieben, während der KfW-Anteil lt. Vertrag eine 30J Laufzeit bei 10jähriger Zinsbindung ausweißt.

Durch die sich weiter verändernte Zinssituation beschäftige ich mich nun schon seit geraumer Zeit mit meinem persönlichen Optimierungspotential.

Meinen Kredit bei BankA kann ich 10 Jahre nach Schlusszahlung mit 6 Monaten Kündigungsfrist beenden und zu einem Alternativ-Angebot wechseln (das wäre dann September 2017). Die Zinsbindung des KfW-Anteils läuft nun zum 30.06.2015 aus und man wird mir für weitere 10J. ein Anschlussangebot unterbreiten.

Welche Konsequenzen ergeben sich nun für meinen angedachten Primärkreditgeberwechsel daraus, wenn ich das Verlängerungsangebot des KfW Anteils annehme ?

Nach meinem bisherigen Verständnis bedeutet das, dass ich bei Kündigung des Primärkredits auf September 2017 automatisch auch den Vertragsbestandteil KfW verliere und die entsprechende Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten hätte. Das führt aber das ganze Vorhaben ad absurdum, da etwaige Zinsvorteile vermutlich vollständig aufgefressen werden. Aber anders herum - sitze ich trotzdem in der Falle, wenn ich die Primärfinanzierung regulär bis 2020 fortführe, da der KfW Anteil ja dann 2025 endet - und ich somit wieder nur bei Bank A den Vertrag verlängern kann?

Wie könnte eine Alternative aussehen, die mir erlaubt meinen Kredit 2017 neu zu verhandeln ? Die Grundschuld ist zu 100% im ersten Rang auf Bank A eingetragen. Und Nein, leider reichen meine finanziellen Mittel nicht um den KfW Anteil jetzt einfach Cash abzulösen.

Danke für Hinweise in jede Richtung.

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