Ist eine Pacht mit Brauereivertrag zu empfehlen?

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2 Antworten

Das Geheimnis einer erfolgreichen Kneipe/Gaststäte ist die Brauereifreiheit. Wer einen Brauereivertrag hat bekommt Ausstattung und manchmal darlehn, aber keine Rabatte. Ausserdem ist er an die Produkte der Brauerei gebunden.

Wer es schafft die Gaststätte ohne Hilfe der Brauerei zu finanzieren hat erheblich günstgere Preise, kann bei anderen Bedingungen auch Pokern und kann auch andere Produkte führen.

Wenn man u. U. direkt von der Brauerei pachtet, kann sogar eine Mindestabnahme enthalten sein.

Ich würde von einem Pachtvertrag mit Brauereivertrag abraten. Denn Du bist dann nicht nur auf die Abnahme deren Produkte verpflichtet, sondern, was noch viel schwerer wiegt, nach einer gewissen Anlaufzeit versucht die Brauerei den Absatz zu forcieren. D.h. daß sie versuchen Dir ins Geschäft reinzureden und Dir Vorschriften bzgl. Werbung, betrieblichen Ablauf u.ä. zu machen. Zum anderen, nur als Beispiel, manche Brauereien führen kein Coca-Cola, sondern eben ein Eigenprodukt oder Pepsi oder Africola. Was machst Du nun, wenn Deine Kundschaft auf Coca-Cola besteht? Du kannst nicht einfach zum Getränkemarkt fahren um dort ein paar Kisten zu kaufen. Du bist auf die Abnahme von der Brauerei verpflichtet. Nun wird die Brauerei das Coca-Cola vom Getränkemarkt kaufen und dieses mit überhöhten Preisen an Dich weitergeben.

Es gibt nur sehr wenige Brauereien, deren Produkte sich von selbst verkaufen. Nur dort wirst Du keinen Vertrag bekommen, weil die Wirte ihren Vertrag dort nicht freiwillig aufgeben, sondern daran festhalten, bis man sie mit den Füßen voran aus der Kneipe trägt. Und bei solchen Brauereien sind die Wartelisten länger als die Autobahn A7!

Da meine Eltern früher selbst eine Kneipe betrieben, weiß ich wovon ich spreche.

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