Im EU-Ausland wohnen und freiberuflich für Kunden in Deutschland arbeiten?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Du könntest Dein "Unternehmen" in D abmelden (Gewerbeabmeldung) und eine internationale Reisegewerbekarte beantragen. Die kostet etwas. Dann bist Du Reisegewerbetreibende. und kannst das überall in der EU machen mit Wohnsitz in Deutschland. Du musst nicht am selben Ort wie Dein Mann gemeldet sein, kannst Dich dort aber beliebig lange aufhalten und auch arbeiten im Reisegewerbe. Vorteil: Es wird keine Fernsehsteuer und keine Kammerbeiträge fällig. Beim Reisegewerbe kommt es darauf an wie Deine Aufträge zustande kommen. Du musst bei Deinen Kunden um Aufträge nachfragen und das notfalls belegen können. Also jeden Monat ein Fax an Deine Kunden mit Nachfrage um Aufträge. Man darf natürlich keinen Laden haben (Büro, Werkstatt, Zimmerplatz schon), denn dann können Kunden ja in den Laden kommen. So arbeiten tausende Bürger aus den östlichen EU-Ländern bei uns.

Nun, die 183 Tage Regel hat ihren Ursprung im Steuerrecht. Sozialversicherungstechnisch gibt es keine eindeutig definierte Grenze.

Bezüglich der KV gilt die Regelung zur Versicherungspflicht nach § 193 VVG.

In Deinem Fall sind jedoch auch die Versicherungspflichten in den Niederlanden bzw. UK zu beachten. Wenn Du realiter dort lebst und auch wohnsitztechnisch dort gemeldet bist, besteht dort die Pflicht sich zu versichern.

So wie Du es schilderst, werden mutmaßlich die Regeln für UK/Niederlande für Dich zutreffen. Rechtssicherheit bekommst Du, wenn Du Deinen Fall mit der DRV besprichst.

ob der Aufwand wirklich geringer ist? Da bin ich mir nicht so sicher!

Ich kann zum Thema Sozialversicherungen wenig sagen, aber dennoch will ich anmerken, dass du mit deinem Konstrukt mglw. höhere Abgaben haben könntest. Du bleibst unbeschränkt steuerpflichtig hier in D, dein Mann im Ausland.

Du kannst ohne Probleme weiterhin freiberuflich tätig bleiben (was du ja auch in der Tat vorhast). Und du kannst eine Betriebsstätte hier in D haben. Schon daran gedacht?

Fakt ist, dass dein Konstrukt nicht der Wahrheit entspräche, denn wenn du im Ausland bist, dann ändert sich auf jeden Fall die steuerliche Sicht.

Vielen Dank für deine Antwort. Es muss doch aber in diesem Fall eine zeitliche Beschränkung geben, oder? Wenn ich z.B. im Urlaub in Spanien Aufträge für Kunden erledige, muss ich das ja auch nicht in Spanien besteuern und an meinem Status Quo in Sachen Sozialversicherungen in D ändert das auch nichts - wenn du verstehst, was ich meine ;). Zählen hier die 183 Tage Aufenthalt pro Jahr (Kalenderjahr?) in Deutschland?

0

Was möchtest Du wissen?