Welche Meinung habt ihr zur Todesstrafe?

Das Ergebnis basiert auf 55 Abstimmungen

grundsätzlich nein 49%
nur bei best. Taten 24%
lieber echtes Lebenslänglich 20%
ja 7%

5 Antworten

lieber echtes Lebenslänglich

Ich bin auch gegen die Todesstrafe. Ich habe mal einen Bericht gelesen, wo eine Mutter gefragt wurde, deren Tochter vergewaltigt und ermordet wurde. Auch sie war gegen die Todesstrafe fuer den Moerder ihrer Tochter. Sie sagte, das bringt ihr Kind nicht zurueck, und der Taeter wuerde mit der Todesstrafe zu einfach davon kommen. Ich denke auch, ein echtes Lebenslaenglich ist viel schlimmer zu ertragen als eine Spritze, die den Taeter dann in dem Moment eher "erloest".

grundsätzlich nein

Schau mal Volker Pispers auf YouTube.

"Die Todesstrafe schreckt auch wirklich ab. Die Amerikaner haben nur deshalb so friedliche Großstätte, weil die Todesstrafe alle abschreckt." -Zuschauer lachen- "Schärfere Strafen schrecken nicht ab. Ein Mann der vor ihnen mit einer Pistole steht und sie erschießen will denkt nich nach: 'Für 8 mach ich's, für 16 mach ich's nicht..'"

Eine Meinung zu der Todesstrafe will ich nicht äußern.

hast du ja bereits

grundsätzlich nein

Todesstrafe: Ganz klar, nein! Egal, was für ein Verbrechen begangen wurde. Eine Todesstrafe ist etwas endgültiges, und warum sollte ein Täter nur kurz ein endgültiges Leiden haben. Im Übrigen ist ja bekannt, dass auch bei uns Fehlurteile gefällt werden. Und einen Menschen durch ein Fehlurteil hinzurichten...... Klar bin ich auch für sehr harte Bestrafung bei Mord, Kinderschändung u. Ä. Die Täter sollen um ein Vielfaches mehr leiden als ihre Opfer, das wäre aber bei einer Hinrichtung kaum möglich. Wenn es nach mir ginge, würde ich die Folterkammer wieder ins Leben rufen (neee, war nur ein Scherz), würde ich plädieren für lebenslänglich ohne jede Chance auf vorzeitige Freilassung, allerhärteste Arbeit......

grundsätzlich nein

So, eigentlich wollte ich hier nicht mitmachen, aber es läßt mich nicht los. Ich bin selbst mehrfach vergewaltigt worden und habe lange mit dem Gedanken gespielt, diesen Menschen zu erschießen. Heute geht es mir gut, und ich bin froh, nichts dergleichen getan zu haben.

Ich war mit einem Mann zusammen, der 2 Jahre in der Forensik gesessen hatte + 5 Jahre auf Bewährung, weil er einen Mann aus Notwehr getötet hatte und zu dem Zeitpunkt unter schlimmen Depressionen litt, die sein Urteilsvermögen beeinträchtigt hatten. Dieser Mann war einer der liebenswertesten und hilfsbereitesten Mensch, den ich kennengelernt hab.

Die Kontakte zur Forensik haben mir dann häufig klargemacht, welch ein Leben die Menschen vor ihren Taten hatten. Wieviel sie meist selbst erlitten haben. Ich habe dort über meinen Ex sehr interessante Menschen kennengelernt. Ich hab mich mit Ärzten und Therapeuten und Pflegern dort unterhalten. Man sieht niemandem an, zu was er fähig ist und warum.

Das Leben ist einfach nicht schwarz und/oder weiß. Es ist komplex. Jeder Fall ist absolut komplex. Ich habe selbst schon Menschen verletzt. Ich war selbst manchmal in einer verzweifelten Lage, wo ich kurz davor war, brutale Gewalt anzuwenden.

Es gibt Menschen, die sind kalt und da finde ich keinen Funken Wärme oder Menschlichkeit. Aber das ist die Ausnahme. Auch in diese Menschen kann ich nicht reinschauen und sagen: der hat den Tod verdient. Kalte, unmenschliche Menschen, die anderen Menschen am Rande der Legalität das Leben zur Hölle machen, gibt es auch ausserhalb des Gefängnisses. Und selbst bei solchen Straftätern fühle ich mich ausserstande zu sagen, dieser Mensch hätte die gewaltsame Beendigung seines Lebens, den Tod, verdient oder unsägliches Leid.

Ich bin sicher, ich würde zum Amokläufer, wenn einer meiner Liebsten ermordet würde, oder gar mein Kind. Ich würde mit mir ringen und vielleicht Selbstjustiz üben. Aber es würde mir nicht helfen. Es würde mich nicht vom Hass befreien und von der Trauer.

Das Leben ist zu komplex, um einfache Aussagen zu machen. Es ist zu komplex und Recht und Unrecht, Taten und Untaten, liegen oft so nahe beeinander, dass ich froh bin, keine Richterin zu sein. Wäre ich es, und G. W. Bush säße als Angeklagter vor mir, oder die Strauss-Brüder, was sollte ich tun? Sie sind des vielfachen Mordes schuldig.

Aber die Justiz ist doch oft nur ein großes Theater, ein Wettkampf der Paragraphen und Rhetorik, wenn nicht gar Polemik, wo nicht jeder Recht erhält, der eigentlich Recht hat. Die Justiz ist mir ein zu launisches, bestechliches Weib. Ich könnte nicht, wie ich wollte, und ich wollte nicht, wenn ich könnte.

Ich bin gegen die Todesstrafe und jegliche Formen von Strafe aus Rache.

Vielleicht auch deshalb, weil ich das Leben als zu wertvoll erachte, weil ich das Leben liebe.

grundsätzlich nein

Ich schwanke zwischen "echt lebenslänglich" und "grundsätzlich nein", denn Todestrafe ist keine Lösung, sondern stellt den Hinrichter auf die gleiche Stufe wie den Täter - ob mit oder ohne rechtlichen Hintergrund. Ich bin einerseits total dagegen, kann aber andererseits auch die Emotionen der betroffenen Eltern verstehen, die ein Kind auf eine schreckliche Art und Weise verloren haben. Ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn einer meinem Sohn etwas tun würde. Hoffentlich nichts Unüberlegtes...deshalb

100% auch meine Meinung. Aber es ist ja auch nicht umsonst so, dass die Bestrafung der Täter nicht den Opfern und ihren Angehörigen überlassen wird. Dass betroffene Angehörige buchstäblich bereit wären, den Täter zu zerreißen ist verständlich und legitim. Aber es ist gut, dass sie es trotzdem nicht dürfen.

Was möchtest Du wissen?