Was bedeuten Poolstunden auf einer Entgeltabrechnung?

1 Antwort

Zum Beispiel bei der Zeitarbeit gibt es den sogenannten Stundenpool. Hier werden Überstunden hinein gebracht, welche man darin ansammelt. Im Falle eines Nichteinsatzes kann darauf zurück gegriffen werden.

Bei Zeitarbeitsunternehmen, die dem allgemeinen Tarifvertrag angeschlossen sind, gilt die verstetigte Vergütung. Das bedeutet, dass jeden Monat die gleiche Stundenanzahl ausgezahlt wird. Auch wenn zum Beispiel durch weniger Arbeitstage im Monat auch weniger Arbeitsstunden geleistet werden. Diese werden dann im Zeitpool minus gerechnet, gleich sich aber üblicherweise durch andere Monate mit mehr Stundenzahl aus.

Schwierig zu erklären, ich hoffe, das war verständlich ;o)

Dankeschön für die ausführliche Erklärung! Ergibt auch Sinn, wenn ich mir so die Zahlen (Arbeitsstunden/Gehalt) betrachte. War auch sehr verständlich! ;)

Entgeltabrechnung nach Kündigung

Hallo, liebe Gute-Frage-Gemeinde!

Folgendes:

Eine Arbeitnehmerin hat einen Job auf 400€-Basis. Dieser besteht aus einer geringen Festvergütung (niedrige regelmäßige Stundenanzahl) und bezahlten Überstunden ("Zukaufstunden", die ebenfalls regelmäßig anfallen, und vom Arbeitgeber nach Bedarf eingefordert werden). Die Festvergütung wird jeweils zum Monatsende ausbezahlt, während die Überstunden zum Ende des Folgemonats abgerechnet und ausbezahlt werden. Der monatliche Gesamtverdienst bleibt regelmäßig unter 400€.

So, nun kündigt die Arbeitnehmerin ihren Job fristgerecht zum 15.9. wegen eines neuen Jobs (Teilzeit über 800€). Bis Mitte des Monats September wird sie noch vermehrt von ihrem alten AG eingesetzt. Noch offene Urlaubstage soll sie ausbezahlt bekommen. Sie weist ihren Chef darauf hin, dass sie auf 400€-Basis beschäftigt ist. Dieser sieht aber kein Problem. Ihre offenen Forderungen gegenüber dem alten AG sind: 100€ Festvergütung aus September 200€ Überstunden aus August 200€ Überstunden aus September 50€ ausbezahlter Urlaub

Zum 30.9. rechnet der AG alles auf einmal ab und zahlt 550€ aus. DANN fällt dem AG auf, dass bei einem Auszahlungsbetrag von 550€ Sozialabgaben fällig werden und fordert von der Arbeitnehmerin 50€ zurück.

Die Arbeitnehmerin will dies nicht akzeptieren, da sie davon ausging, dass der AG wie gewöhnlich die Überstunden erst im Folgemonat abrechnet und somit Ende September z.B. 350€ und Ende Oktober die restlichen 200€ für Überstunden aus dem September abrechnet. Der AG gab zuvor keinen Hinweis, dass er nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses anders verfahren würde. Zudem hat die Arbeitnehmerin extra noch nach der 400€-Grenze gefragt. Urlaub wurde ihr nicht mehr gewährt und auf ihren Dienstplan und ihre Einsatzzeiten konnte sie keinen Einfluss nehmen.

In ihrem neuen Job war sie von Beginn an sozialversicherungspflichtig, d.h. sie verdiente bereits im ersten (Teil-)Monat über 400€. Daneben hätten Einkünfte bis 400€/Monat aus dem bisherigen Job sowohl im September (regulär) als auch im Oktober (in Form einer Endabrechnung) ausgezahlt werden können.

Hätte irgend etwas dagegen gesprochen, dass der alte AG die Abrechnung und Auszahlung wie gewöhnlich auf die Monate September und Oktober verteilt? Es wären dann keine weiteren SV-Beiträge angefallen. Oder andersherum: Kann der alte AG einfach so vom bisherigen Prozedere abweichen und alles auf einmal auszahlen (wobei er selbst für die Höhe des Auszahlungsbetrags verantwortlich ist durch nichtgewährten Urlaub und vermehrten Einsatz der AN zum Ende hin)?

Im Voraus vielen Dank für hilfreiche Antworten!

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