Tankstellenpächter?

5 Antworten

An alle die sich selbständig machen wollen mit einer Tankstelle " Macht-es nicht." Es ist egal was für ein Konzern das ist, die Verträge sind Maßgeschneidert nicht auf euch.!! Ihr habt eine wahnsinnige Verantwortung,ihr müsst mit Mitarbeiter umgehen können, ihr müsst mit Kunden umgehen können und noch vieles mehr. Und wenn ihr dass alles geschafft habt, hoffe ich für euch,das noch genug Geld da ist um euch einen Rechtsanwälte zu leisten.Den habt ihr nötig.!! Ich war mit Aral und Star schon vor Gericht
also viel spass und viel Eigenkapital.

Als Pächter liegt dein effektiver Gewinn bei 1,1ct pro Liter. Der Umsatz wird mit wasch- und Shopgeschäft gemacht. Hast Du ein Bistro oder zumindest einen "guten Backofen" machst du so noch ein gutes Geschäft, dies jedoch auch nur wenn die Lage stimmt.. Die Gesellschaft bezieht heute meist eine Umsatzpacht. Mittlerweile werden aus Erkenntnis die Daumenschrauben wieder gelockert.

Tankstelle ist nicht gleich Tankstelle. Es kommt immer darauf an, von welcher Gesellschaft man diese pachten möchte. Auch wenn die Großen Dir versichern, dass Du selbständig bist, kannst Du das vergessen. Es wird Dir alles vorgeschrieben, weil die nämlich meinen, die Weißheit mit Löffeln gefressen zu haben. Du darfst praktisch das gesamte Risiko eines selbständigen Geschäftsmannes tragen, hast aber nicht mal die Rechte eines schlecht bezahlten Angestellten. Als dieser hättest Du aber zumindest noch Anspruch auf übliche Sozialleistungen und geregelte Arbeitszeiten. Da kannst Du meinen, alles vorab schriftlich mit Verträgen zum gegenseitigen Nutzen abgesichert zu haben, ohne dass es Dir aber tatsächlich hilft. Ich habe dieses "Spiel" bei Shell sieben Jahre aushalten müssen und bin froh, dass es vorbei ist. Man wird unmerklich, und ich behaupte absichtlich, in eine finanzielle Abhängigkeit manövriert, so dass die einmal geschlossenen Verträge nichts mehr wert sind. Da die Gesellschaft über Deine gesamten Einkünfte informiert ist (Vertragsbestandteil) wird sie Dir nur so viel lassen, wie Du unbedingt benötigst. Und was Du benötigst, bestimmt die Mineralölgesellschaft. Du wirst finanziell so abhängig gemacht, dass Du jeden weiteren Knebelvertrag unterschreibst, ob Du willst oder nicht. Und glaube ja nicht, dass Du so einfach das Handtuch werfen könntest. Dann werden nämlich alle mal gewährten Nachlässe und Zuschüsse sofort zur Rückzahlung fällig. Du solltest auch schon vor der Kündigung wissen, wovon Du Deine weiterlaufenden Kosten für Kredite und Leasing bezahlen willst. Die Investgüter „darfst“ Du nämlich mitnehmen. Die übernimmt die Gesellschaft nicht unbedingt. Auch die Shopwaren, die Du nicht über die gelisteten Lieferanten zu teuer eingekauft hast, kannst Du Dir in den Keller packen. Glaub ja nicht, dass es sich hierbei nur um einen Einzelfall handelt. So, oder so ähnlich läuft es fast immer bei den Großen. Im Vertrag steht zwar, dass Du wie ein Kaufmann handeln sollt, tust Du dies aber, wirst Du gekündigt. Tankstelle ist ein Superjob und macht auch echt Spaß, aber es sollte auch so sein, dass man in halbwegs guten Zeiten die Möglichkeit bekommt sich eine Reserve für die weniger Guten Zeiten anzulegen. Dies war zumindest bei Shell nicht möglich, weil in den Guten Zeiten sofort die Pachten angehoben wurden, um sie in schlechten Zeiten viel zu spät wieder zu senken.
Bei den kleineren Gesellschaften und den freien Tankstellen sieht das sicherlich etwas besser aus. Das solltest Du aber möglichst mit Pächtern von diesen Gesellschaften im vorab mal besprechen. Obwohl man aber davon ausgehen kann, dass sich keiner so richtig in die Karten schauen lässt. Auf jeden Fall sollte man nichts voreilig unterschreiben und sich des Risikos voll bewusst sein.

du hast mir die Augen geöffnet, ich bin kurz vor einem Gespräch mit Shell.Danke PS. War es wirklich so schwer?

@mak2602

Hallo mak2602, es war noch schwerer! Aber das würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Ich hätte mir nie in meinen absurdesten Vorstellungen auch nur ansatzweise diese Hinterhältigkeiten vorstellen können, zu denen es während meiner Shellpächterzeit von Seiten dieser Mineralölgesellschaft gekommen ist. Ich war anfangs der Meinung, dass sich dies nur auf den vorauseilenden Gehorsam der Leute beschränken würde, mit denen man ständig direkten Kontakt hatte und die "Oberen" davon wohl eigentlich nichts wüssten. Aber weit gefehlt. Ich versuche nach neun Jahren noch immer vergeblich, die damaligen Pachtentscheidungen überprüfen und revidieren zu lassen. Stell Dir vor, Du unterschreibst einen Pachtvertrag mit damals 13 TDM monatlich Festpacht, für die übernommenen Baulichkeiten. Dazu kommt dann noch eine Umsatzpacht, die hier aber keine Rolle spielen braucht. Dann nimmst Du Kredite in Höhe von 750 TDM auf, um Waschmaschinen und Werkstattausrüstung sowie Shopwaren zu kaufen. Dafür brauchst Du natürlich Sicherheiten und eine wasserdichte Wirtschaftlichkeitsberechnung. Da ich vorhatte, mich voll dieser Aufgabe zu widmen, gab ich als Sicherheit ich mein Eigenheim und die Wirtschaftlichkeitsberechnung fiel in Verbindung mit dem von Shell prognostizierten Umsatzes und der vorgegeben Pacht und einer schriftlichen Nichtkündigungszusage von Shell, falls ich nicht gegen den Vertrag verstoße, auch positiv aus. Als dann alles in Sack und Tüten war und die Gelder geflossen, da erhöhte Shell mal eben die Festpacht auf 50 TDM monatlich. Damit war natürlich die gesamte Wirtschaftlichkeitsberechnung wertlos. Ich hätte natürlich dieser Änderung nicht zustimmen brauchen, aber wie dann weiter? Meine Frau und mein Sohn waren mit im Geschäft, unser Haus gehört der Bank, wenn wir die Kredite nicht bedienen können, der soziale Abstieg in die Gosse wäre vorprogrammiert. Es blieb also keine Wahl. Und so lief es bei vielen meiner damaligen Kollegen ebenfalls. So sind die Herren mit der "weißen" Weste. Lächelnd können sie Dir das Fell über die Ohren ziehen, ohne dass Du auch nur die kleinste Chance zur Gegenwehr hast. Skrupel und Gewissen können sie sich nicht leisten, wenn sie ihren Job behalten wollen.

Seit einigen Jahren sind die Shellpächter sowieso an der noch kürzeren Leine. Die Selbständigkeit bezieht sich nur noch auf das zu übernehmende Risiko und die Kosten. Alles das, was, mir jedenfalls, Spaß am Job bereitete, übernimmt Shell. Um die Scheinselbständigkeit für diese Verwaltungstätigkeit zu kaschieren, musst Du eine GmbH gründen. Du kannst gerne bei Deinen Gesprächen mit Shell auf meine Erfahrungen hinweisen. Es ist alles beweisbar, nichts geschönt, aber noch vieles, vieles nicht erwähnt. Erwähnen will ich aber doch noch, dass die schriftliche Nichtkündigungszusage Shell nicht davon abhielt, mich nach siebenjähriger Tätigkeit für dieses Unternehmen, mit Unternehmerlohn nahe dem Sozialhilfesatz in den letzten drei Jahren, mit 51 Jahren zu kündigen. Soziale Verantwortung eines Globalplayers sollte anders aussehen. Ich will Dich nicht beeinflussen bei Deiner Entscheidung, aber Du musst wissen, worauf Du Dich einlässt. Ich hätte gerne vorher auch die Gelegenheit gehabt, mich ausgiebig zu informieren. Leider existierte 1991 das Internet damals noch nicht. Ich habe hier meine ganz persönlichen Erfahrungen geschildert, die heutzutage natürlich komplett überholt sind, da dieser Ölmulti, der ständig mit klugen Studien und Verhaltensregeln auf sich aufmerksam macht, seine Arroganz abgelegt hat, sich völlig seiner sozialen Verantwortung bewusst geworden ist und selbstverständlich jeglichem Machtmissbrauch abschwört.

Beste Grüße aus Berlin!

wenn du mit 1500-1800€ NETTO pro Monat zufrieden bist, und gute Nerven hast, dann ja. Ich frage mich seit 6 Jahren warum tue ich mir das an, warscheinlich NUR, weil jemand muss es machen :-(

P.S. von dir wird natürlich min. 45000€ Kaution plus ca. 30000€ für Shop/Waren verlangt!!!

eine "glückliche" Pächterin aus Thüringen

Es lohnt sich nicht mehr. Unbedingt Finger weg! Die Gesellschaften mit und ohne Namen haben schon viele Pächter in den finanziellen Ruin getrieben. Es ist ein sterbendes Gewerbe.

Selbstständig machen mit einem angestellten LKW-Fahrer - lohnt es sich?

Hallo Zusammen,

ich spiele mit dem Gedanken, mich selbstständig zu machen:

Ich habe als Wirtschaftsingenieur solide betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Zudem hätte ich einen Partner, der als erfahrener LKW-Fahrer bei mir beginnen würde.

Der Plan ist, sich mit einem Sattelzug mit Thermomulde selbstständig zu machen. Bei uns in der Region gibt es viele Steinbrüche, Asphaltmischanlagen und Bauunternehmen.

 

Zudem könnten wir als Subler Maschinentransporte übernehmen. Hierfür würden wir zu Beginn auf die Tieflader unsere Auftraggeber zurückgreifen und ggf. einen eigenen mieten, leasen oder kaufen, falls es wirtschaftlich ist.

 

Im Wintern könnte mein Partner Kühler fahren, da er hier ebenfalls Beziehungen hat.

 

Wir haben beide bislang die Erfahrung gemacht, dass die Transportbranche zwar durch Dumping-Preise eher schlecht dasteht, es im Baustellenbereich jedoch notwendig ist, der deutschen Sprache mächtig zu sein. Diese Voraussetzung haben sowohl mein Partner als auch ich. Mein Partner ist Baumaschinen-Meister und lange Jahre Maschinist gewesen, aus diesem Grund ist er in der Lage, alle Baumaschinen zu verladen.

 

Ich würde das kaufmännische im Hintergrund abwickeln. Ich befinde mich jedoch im angestellten Verhältnis und werde dies auch vorerst nicht aufgeben, um nach wie vor ein gesichertes Einkommen zu haben.

Mein Partner würden seinen aktuellen Job aufgeben und bei mir als angestellter LKW-Fahrer beginnen.

 

Hat von Euch jemand Erfahrung und kann mir sagen, ob sich das Ganze heutzutage lohnt?

Hat jemand Erfahrung damit, hauptberuflich selbstständig zu sein und nebenher als Angestellter zu arbeiten?

 

Ich freue mich über konstruktive Antworten.

 

Danke im Voraus,

 

Grüße Steffi

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