Stimmt das wirklich das ein Besitzer von einer Wohnung der auch in seiner WHG wohnt mehr rechte hat wie nur ein Mieter?

5 Antworten

Ein Wohnungseigentümer, der seine Wohnung selbst bewohnt, also besitzt, hat natürlich mehr Rechte, als ein Mieter im selben Haus. Ich gehe mal davon aus, dass Du vergleichen willst zwischen Mieter und selbstnutzendem Eigentümer im gleichen Haus.

Grundsätzlich mal hat sich auch jeder Eigentümer an Recht und Gesetz zu halten und an die Hausordnung, die für das Gebäude gilt. Zudem darf er nicht einfach Gemeinschaftseigentum verändern. Aber gleich danach fangen die Unterschiede an.

  1. Der Eigentümer darf sein Sondereigentum nutzen, wie er will solange er es zu Wohnzwecken nutzt und die Hausordnung beachtet. Zum Beispiel darf er die Wohnung über airbnb anderen überlassen. Das kann ihm niemand verbieten.
  2. Er darf die Wohnung verändern. Zumindest innen und solange er nicht in die tragende Substanz eingreift. Nichttragende Wände entfernen, Einbauten ausbauen, Fußböden, Wand- und Deckenverkleidungen, Bad/WC-Fliesen und Armaturen, ggf. die Einbauküche, Farbgebung der Wände und einiges mehr. Manches davon darf zwar auch ein Mieter, aber müßte ggf. beim Auszug wieder zurück bauen. Das muss ein Eigentümer nicht.
  3. Teilnahme an der Wohnungeigentümerversammlung. Mieter dürfen noch nicht mal teilnehmen, wenn sie von ihrem Vermieter bevollmächtigt würden. Damit hat der Eigentümer ein Mitspracherecht bei allem, was die Eigentümergemeinschaft beschließen kann. Bspw., dass zukünftig eine Reinigungsfirma engagiert werden soll für Treppenhaus und Flure, dass der ein Hausmeister engagiert oder gewechselt wird, dass die Verwaltung ausgetauscht wird, wann neue Heizungen, Fenster etc. eingebaut werden, wann und wie die Fassade gestaltet wird und sehr vieles mehr. Ist zwar nicht immer einfach, aber dennoch kann er bei vielem mitbestimmen, was die Lebensqualität in dem Haus betrifft.
  4. Er darf bei Fehlverhalten nicht gekündigt werden. Die einzige Sanktion, die möglich ist, um einen renitenten Eigentümer zur Räson zu bringen, wäre die Androhung und ggf. Durchführung des Ausschlusses aus der Eigentümergemeinschaft, was gleichzusetzen ist mit dem Zwangsverkauf oder gar Zwangsversteigerung der Wohnung. Man kann sich vorstellen, dass das ein aller-, allerletztes Mittel wäre, das eine Eigentümergemeinschaft anwendet.
  5. Er darf Mieter anderer Wohnungen mobben, um sie zum Auszug zu bewegen. Es gibt so gut wie nichts, was ein Mieter dagegen machen kann, solange sich das Mobbing im rechtlich einwandfreien Rahmen bewegt. Angenommen, der Eigentümer verstößt permanent gegen die Hausordnung, indem er immer wieder Lärm macht, der einen benachbarten Mieter sehr stören muss und die anderen Hausbewohner sagen nichts, wird der Mieter irgendwann entnervt aufgeben. (Ich schreibe hier von etwas, was ich selbst erlebt habe.)
  6. Der Eigentümer darf seine Wohnung verkaufen, an wen er will, wobei es mal sein kann, dass die Zustimmung der Hausverwaltung zum neuen Käufer notwendig ist.
  7. Der Eigentümer darf seine Wohnung zu dem Preis verkaufen, den er meint, erzielen zu können.
  8. Bestimmt gibt es noch einige Rechte mehr, die mir aber jetzt nicht einfallen.

Ein Mieter ist im Besitz der Mietsache, er ist also Besitzer. Der Vermieter ist der Eigentümer.

Wenn der Eigentümer in seiner eigenen Immobilie wohnt, hat er er z.B. das Recht bauliche Veränderungen vorzunehmen und Andere um Erlaubnis fragen zu müssen.

Der Eigentümer ist ansonsten wie jeder andere Mieter zu behandeln und hat sich sich wie jeder andere Mieter  an Gesetze und Bestimmungen oder die Hausordnung zu halten.

Eh, johnny, was los?

hat er er z.B. das Recht bauliche Veränderungen vorzunehmen und Andere um Erlaubnis fragen zu müssen.

Das gleiche Recht hat aber ein Mieter doch auch oder?

Der Vermieter ist der Eigentümer.

Und Besitzer, wenn er die Wohnung selbst bewohnt.

@bwhoch2

Im ersten Absatz habe ich mich verschriebenen, es sollte da stehen:

ohne Andere um Erlaubnis fragen zu müssen

Zum weiten Teil, natürlich Besitzer und Eigentümer

@bwhoch2

Ein Mieter darf bauliche Veränderungen nur mit ZUSTIMMUNG des Eigentümers vornehmen und verpflichtet sich, diese wieder zurück zu bauen. Das ist definitiv etwas anderes

@DerHans

Ein Mieter hat das Recht, bauliche Veränderungen vorzunehmen, wenn er diese wieder zurück baut und er darf/muss dazu um Erlaubnis fragen, logisch.

Der Verschreiber vom johnny hätte zu Missverständnissen führen können. Inzwischen hat er das für die Nachwelt korrigiert.

In einer Anlage mit Eigentumswohnungen , müssen auch die Eigentümer sich der Hausordnung unterwerfen. Diese wird von der Eigentümerversammlung verabschiedet und auch durch den Verwalter überwacht

und wenn nicht?

@Chantal540

Dann gelten auch für die die üblichen Kosequenzen

@Surja27

Und welche das wären? Dass er gekündigt wird und die Wohnung räumen muss?

Das wohl eher nicht oder nur unter ganz schwierigen Umständen.

Ein Mieter ist rechtmäßiger Besitzer der Mietsache, wahrscheinlich vermischst Du Begriffe wie Eigentümer, Besitzer. Die Frage ergibt zumindest so wie von dir gestellt keinen Sinn.

Die Frage ergibt natürlich Sinn!

Du bringst hier Besitzer und Eigentümer durcheinander. Der Mieter ist Besitzer und hat das Hausrecht. Der Vermieter ist der Eigentümer.

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