Nachbarn wollen unser Wlan mitbenutzen. Ist es rechtlich gesehen erlaubt?

20 Antworten

Das einzige, was dagegen sprechen könnte, wären die AGB eures Providers. Da solltest Du noch mal gezielt hereinschauen. Die anderen Aspekte wurden schon erwähnt: WLAN ist ein sogenanntes gemeinsam genutztes Medium, Ihr teilt Euch also die Bandbreite. Wenn der Nachbar fleißig irgendwelche Streams schaut, wird es eventuell eng. Wenn der Nachbar illegale Dinge herunterlädt, fällt das auf Euren Anschluss zurück und Ihr habt ein Problem. Wenn Du schriftlich mit Deinem Nachbarn festhältst, dass Ihr Euch Internet und Kosten teilt, hast Du jedenfalls einen Nachweis, dass auch der Nachbar den Anschluss nutzt. Das würde ich auf jeden Fall machen. Wenn es möglich ist, die Logfiles aufzubewahren, in denen die An- und Abmeldungen am WLAN nachvollziehbar sind, ist es noch besser. Dann kannst Du belegen, dass zum Zeitpunkt X nicht nur Du, sondern auch Dein Nachbar online war.

Ein Zurverfügungstellen des Anschlusses ist möglicherweise durch das jeweilige Telekommunikationsunternehmen vertraglich ausgeschlossen, so dass das Verhalten womöglich zivilrechtlich relevant ist.

Einen gesetzlichen Ausschluss, dies zu tun, ist soweit ersichtlich nicht vorhanden.

Bei einem zur Verfügung gestellten Anschluss ist zudem die Anschlussinhaberhaftung zu prüfen und eventuell auszuschließen.

Grundsätzlich ist das kein Problem - es könnte jedoch der Anbieter in seinen AGB eine Drittnutzung untersagt haben.

Der Anschlußinhaber ist allerdings ggf. für alles haftbar, was durch rechtsmissbräuchliche Nutzung des Internets geschieht (zumindset hat man dann i. d. R. Beweisprobleme, daß man selbst nicht tätig war).

Manche Obergerichte vertreten, dass eine Pflicht, die Benutzung des Internetanschlusses zu überwachen oder gegebenenfalls zu verhindern, nur bestünde, wenn der Anschlussinhaber konkrete Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Nutzung seines Anschlusses habe.

Andere Obergerichte legen dem Internetanschlussinhaber eine Instruktions- und Überwachungspflicht grundsätzlich schon mit der Überlassung des Anschlusses an einen (und zum Teil auch unabhängig von dem Alter des) Dritten auf.


Der Bundesgerichtshof hat, zumindest bei Familienangehörigen, eine generelle Haftung ausgeschlossen.

Bei einem ungesicherten WLAN bleibt es aber bei der vorherrschenden Meinung, daß der Internetanschlußinhaber grundsätzlich haftet

Der Dritte muß auch nicht zwingend instruiert werden, das Internet nicht rechtsmißbräuchlich zu nutzen, da sich sowohl aus einem Gefälligkeitsverhältnis als auch aus einer vertraglichen Beziehung die Schutzpflicht des Dritten gegenüber dem Anschlußinhaber ergibt, das Internet nicht rechtsmißbräuchlich zu nutzen

Ein gewisses Risiko besteht bei Drittnutzung immer.

@HELFmaWEITERbro, 

wer sollte die Mitnutzung deines WLAN verbieten?

Wenn der WLAN Router dir gehört, dann bist du selbst der Betreiber und Eigentümer deines WLAN.

Abgesehen davon würde ich keinem meiner Nachbarn erlauben, mein WLAN mit zu nutzen. 

Freundliche Grüße 

Delveng

Natürlich dürfen sie das, wenn du es erlaubst. Aber es gibt einige Dinge zu beachten. Wenn deine Nachbarn Last erzeugen, wird deine Leitung logischerweise langsamer. Aber so lange du nicht online zockst, ist es weniger ein Problem. Viel wichtiger ist die Verantwortung, machen deine Nachbarn etwas illegales, könnte es auf dich zurück fallen. Aber wenn du sie gut kennst, stünde der Sache nichts im Weg.

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