Nach seiner Ausbildung den Arbeitgeber wechseln?

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Das kann man pauschal so nicht sagen. Wenn Dir die Chance auf Anschlussbeschäftigung für mindestens 1-2 Jahre in Deinem Lehrbetrieb gegeben wird, solltest Du diese Zeit in der Regel zur Festigung Deiner erlernten Kenntnisse auch erst mal nach Möglichkeit nutzen. Dieses ist auch auf eher "einfachere" Gewerke des Handwerks bezogen.

Erste Arbeitspraxis nach der Lehre wird von potenziellen späteren Arbeitgebern immer gerne gesehen. Nach 1-2 Jahren kannst Du dann immer noch entscheiden, ob Du in Deinem alten Betrieb bleiben möchtest, oder ob Du erweiterte Erfahrungen sammeln möchtest.

In manchen kleineren Betrieben sind die Ausbilder teilweise sogar traurig, wenn ein guter AzuBi direkt oder kurz nach der Ausbildung den Betrieb verlässt. In vielen kleinen Betrieben wird halt noch klassisch im Vorzug für den eigenen Bedarf ausgebildet, und nur sekundär über den eigenen Bedarf hinaus.

Das sind Vorurteile, weil man danach der ewige Lehrling bleibt.

Ich persönlich halte das für Quatsch und sehe das von einer anderen Seite:

Selbst wenn Du deinen Anschluss in der Tasche hast, bist Du in der Praxis nicht ausgelernt, da Dir ein gutes Stück Berufserfahrung fehlt.

Wenn Du also gleich den Betrieb wechselst, kannst Du zwar die Theorie, kannst diese aber nur schwer bei neuen Kollegen in die Praxis umsetzen.

Ich bin der Meinung, dass man mindestens ein weiteres Jahr in dem Unternehmen bleiben sollte. Dann kann man sich umorientieren.

Woher ich das weiß:Beruf – Langjährige Tätigkeit als Ausbilder

Wenn du neue Erfahrungen sammeln willst, neue Arbeitsfelder kennenlernen, vielleicht sogar besser verdienen oder bessere Karrierechancen haben willst als sie dein Ausbildungsbetrieb bieten kann, dann wird sich ein Arbeitgeberwechsel eher mal empfehlen.

Wenn du aber in einem Betrieb gelernt hast, wo du dich wohlfühlst, wo dir die Arbeit gefällt und du mit den Kollegen gut zurechtkommst, dann kannst du auch ruhig für ein paar Jahre (oder vielleicht sogar für den Rest deines beruflichen Lebens) in dieser Firma bleiben.

Es kommt sehr auf die Firma an und es kommt auch ein wenig auf deinen eigenen Pioniergeist und deine Abenteuerlust oder Karriereplanung an.

Weil du bei dem Arbeitgeber dann ewig der Lehrling bleibst dem man jeden Blödsinn anschaffen kann.

Ist aber ein Vorurteil. Wenn man sich in seinem Lehrbetrieb wohl fühlt und mit der Arbeit zufrieden ist, dann kann man auch ruhig bleiben sollte man übernommen werden.

Das hat den Vorteil, dass Du auch mal andere Betriebe kennen lernst - getreu dem Motto "Jeder Koch kocht anders". Du lernst andere Arbeitsabläufe kennen und andere Lösungen, wie man eventuelle Probleme behebt.

Ich finde es nicht schlimm, wenn man wenigstens für eine gewisse Zeit noch im Ausbildungsbetrieb bleibt. Man ist mit dem Arbeitsplatz vertraut und kann sich erstmal dran gewöhnen, eine volle Woche arbeiten zu gehen, denn das ist dann nicht mehr so entspannt wie mit Berufsschule o.ä. zwischendurch. Nach einer gewissen Zeit würde ich mir dann allerdings auch eine neue Perspektive suchen, um Erfahrungen zu sammeln.

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