Fahrerflucht begangen, da ich an dem Tag erfahren habe das ich schwanger bin wie sieht das Urteil aus!?

13 Antworten

Ich denke jeder kennt die Situation, dass man seelisch aufgewühlt ins auto steigt (was man nicht tun sollte) und fährt. Meistens geht es gut, aber die Unfallgefahr ist sehr viel höher.

Wenn man es trotzdem macht, muss man leider die Folgen tragen.

Sei Dir sicher, es gibt in Deutschland tausende Babys die nicht völlig verwahrlosen, obwohl die Eltern/Müttern kein Auto haben. Da Du demnächst  (vermutlich)ohnehin erstmal Elterngeld beziehen wirst, Dein Ex Dir und dem Kind Unterhalt zahlen muss, wird die Situation sich nach der Geburt vermutlich besser darstellen, als Du sie Dir im Moment ausmalst.

Also Fahrerflucht ist immer so eine komische Sache, denn in der Fahrschule lernst du dass du nicht nur einen Zettel anbringst sondern die Polizei rufen musst oder auf den Besitzer warten musst. Die kennen da keinen Spaß und freuen sich, einen Fahrerflüchtling fassen zu dürfen. Aber die umfangreichen neben Situationen kannst du deinem Anwalt genau so erzählen und der versucht dann es so zu drehen, dass du nur für den Schaden aufkommen musst. Setz dich mit dem Geschädigten in Verbindung und rede mal mit ihm. Erklärt ihm dein Lage und schau mal was er dazu sagt. Vielleicht ist er lieb und sagt, dass er den Zettel im Nachhinein gefunden hat. Viel Glück

Aber die umfangreichen neben Situationen kannst du deinem Anwalt genau so erzählen

Die "umfangreichen neben Situationen" hätten allenfalls bewirken müssen, dass sie sich gar nicht erst ans Steuer setzt.

"Die kennen da keinen Spaß und freuen sich, einen Fahrerflüchtling fassen zu dürfen."

Ein überflüssiger Kommentar. Die Polizei kommt ihren Verpflichtungen nach. Ich möchte dich erleben wenn dir einer dein Auto demoliert und sich unerlaubt vom Unfallort entfernt.

Was ist das für ein dummer Kommentar? Das ist mir schon 3 mal passiert und was ich damit sagen will ist, dass etwa 90% der Fahrerflucht Delikte unaufgeklärt bleiben und somit ist es etwas positives für die polizeilichen Ermittlungen mal einen Zeugen zu haben und einen Fahrerflüchtling dingfest zu machen. Also sparen dir bitte diese unüberlegt Dreck und wenn du etwas kommentiert dann versuch der betroffenen Person zu helfen anstatt sinnlos ihre Zeit zu verschwenden.

und zum ersten Kommentar. Ich möchte ihr Handeln in keinem Fall gut reden, jedoch ist es passiert und das einzige was wir machen können, ist ihr mit nem Rat oder nem Tipp zu helfen. :)

@ElPatschino

Dann wünsche ich dir von Herzen, dass jemand deine Karre zerschrottet, abhaut und hier nach guten Tipps fragt...........

Heul doch. Mehr bringt bei Trotteln einfach nicht.

Hallo Danielle1234,

das Gesetz sagt zur möglichen Strafe:


§ 142 StGB - Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort 

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er 

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder 
  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen, 

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich 

  1. nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder
  2. berechtigt oder entschuldigt

vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht. 

(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt. 

(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3). 

(5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.


 

§ 69 StGB - Entziehung der Fahrerlaubnis 

(1) Wird jemand wegen einer rechtswidrigen Tat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, verurteilt oder nur deshalb nicht verurteilt, weil seine Schuldunfähigkeit erwiesen oder nicht auszuschließen ist, so entzieht ihm das Gericht die Fahrerlaubnis, wenn sich aus der Tat ergibt, daß er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Einer weiteren Prüfung nach § 62 bedarf es nicht. 

(2) Ist die rechtswidrige Tat in den Fällen des Absatzes 1 ein Vergehen 

  1. der Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c), 
  2. der Trunkenheit im Verkehr (§ 316), 
  3. des unerlaubten Entfernens vom Unfallort (§ 142), obwohl der Täter weiß oder wissen kann, daß bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht unerheblich verletzt worden oder an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist, oder 
  4. des Vollrausches (§ 323a), der sich auf eine der Taten nach den Nummern 1 bis 3 bezieht, 

so ist der Täter in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen anzusehen.

(3) Die Fahrerlaubnis erlischt mit der Rechtskraft des Urteils. Ein von einer deutschen Behörde ausgestellter Führerschein wird im Urteil eingezogen. 


§ 69a StGB - Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis 

(1) Entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis, so bestimmt es zugleich, daß für die Dauer von sechs Monaten bis zu fünf Jahren keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf (Sperre). Die Sperre kann für immer angeordnet werden, wenn zu erwarten ist, daß die gesetzliche Höchstfrist zur Abwehr der von dem Täter drohenden Gefahr nicht ausreicht. Hat der Täter keine Fahrerlaubnis, so wird nur die Sperre angeordnet.


Das sind die Strafgesetze, die in der die zu erwartende Strafe beschrieben wird. Die für Deine Frage betreffenden Stellen habe ich fett dargestellt. 

Du must also mit der im § 142 StGB beschriebenen Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder der Geldstrafe  rechnen.

Also Nebenfolge ist Dir zwingend die Fahrerlaubnis zu entziehen und eine Speere von mindestens 6 Monaten bis zu 5 Jahren zu verhängen.

Was realistisch zu erwarten ist, wird Dir morgen sicherlich Dein Rechtsanwalt mitteilen, wenn Du diesen morgen aufsuchst.

Ich persönlich halte eine Geldstrafe von 30 ~ 40 Tagesetzen für sehr wahrscheinlich und als Nebenfolge gehe ich vom Entzug der Fahrerlaubnis und einer Sperre von ca. 9 ~ 12 Monaten aus.

Was den Tagessatz angeht, so beträgt ein Tagessatz 1/30 Deines monatlichen Einkommens. Bedeutet, wer wenig verdient, zahlt auch wenig.

Aber wie gesagt, Dein Rechtsanwalt wird Dir morgen sicherlich was dazu sagen, welches Strafmaß er für wahrscheinlich hält. Evtl. Kann er Schuldminderungsgründe aufgrund der Ausnahmesituation in der Du Dich zum Tatzeitpunkt geltend machen, so dass die Strafe nicht ganz so hoch ausfällt.

Schöne Grüße
TheGrow

Wenn der Richter aber böse ist könnt er doch auch auf die Idee kommen, das sie hätte wissen müssen das sie unter dem psychischen Umständen nicht fahrtauglich ist. Und unter Umständen prüfen lässt ob sie, gerade auch weil sie für das Kind dann auch noch verantwortlich ist, überhaupt geeignet ist am Straßenverkehr teilzunehmen. Oder liege ich da so falsch?

Wobei ich für sie hoffe, und auch denke, das es nicht so kommen wird, wenn es ihr erster schwerwiegender Verstoß ist.

@Nomex64

Ich will diesen Einwand zwar nicht völlig von der Hand weisen, aber Grundsätzlich liegt ja eine Gefährdung des Straßenverkehrs im Sinne des § 315c nur dann vor, wenn durch die Gefährdung Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet worden währen, aber hier liegt ja nur ein Parkrempler vor.

Im übrigen halte ich es für Fraglich, ob man ihr unterstellen und noch weniger beweisen kann, dass sie zum Tatzeitpunkt fahruntauglich war.

Des Weiteren müsste man ihr ja zumindest unterstellen können, dass sie die Gefahr fahrlässig verursacht hat, sprich dass sie zumindest in der Lage war zu erkennen, dass sie nicht fahrtauglich war, ich denke unter den Umständen kann man davon eher nicht ausgehen.

Ob es nur ein Parkrempler war ist recht egal, da es auf den entstandenen Schaden ankommt.

Die Schwangerschaft wird sich nicht wirklich aufs Urteil auswirken. Du bist ja nicht krank, sondern bekommst ein Kind. Ausserdem musst du dafür sorgen, dass du dich voll umfänglich auf den Strassenverkehr konzentrierst, wenn du ein Auto fährst. Wenn du das nicht kannst oder einfach trotzdem los fährst, ist ein Führerscheinentzug mehr als angebracht.. 

Wirst du wohl auf die Verhandlung ankommen lassen müssen bzw. den Zeugen noch mal anhören lassen. Er hat ja offenbar alles genau gesehen:

a) Deinen Unfall mit dem anderen Fahrzeug

b) Das du etwas notiert hast

c)

d) Das du davon gefahren bist

Der fehlende Punkt c) wäre dann elementar: Das du deine Notiz an das andere Auto angebracht hast. Wenn er die anderen drei Punkte ja offenkundig alle genausten beobachten konnte, müsste er auch das gesehen haben. Wenn nicht, stellt sich die Frage warum er das nicht gesehen hat.
Aber wenn du ohnehin einen anwaltlichen Beistand aufsuchst, solltest du mit ihm das entsprechende Vorgehen besprechen und nach seiner Einschätzung der zu erwartenden Strafe fragen.

Das du etwas notiert hast

Selbst wenn ein Zettel angeklemmt wurde: Es gibt genügend Fälle, in denen der Übeltäter irgend etwas Belangloses auf den zettel gekritzelt hat, um eventuelle Zeugen zu täuschen. Den Trick kennt jeder Richter und Staatsanwalt (womit ich der Fragestellerin natürlich keine Unehrlichkeit unterstellen will).

@Hideaway

Mag sein - aber die Aussage war ja nicht, dass ein Zettel mit wirren Angaben gefunden wurde, sondern das kein Zettel gefunden wurde. Den Inhalt des Zettels kann ein Richter ja leicht prüfen.

@Markie84

Es braucht doch wirklich nicht viel Verstand, um zu wissen, dass ein Zettel unter dem Scheibenwischer schnell mal verschwinden kann oder sich spätestens bei Regen im eine unlesbare Masse verwandelt.

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