Bin in Probezeit, hab parkendes Auto angefahren+Zettel hinterlassen, trotzdem fahrerflucht?

15 Antworten

Hi esmerim27,

... ohne einzelne Vorschriften hier anzuführen, jeder Unfallbeteiligte hat gemäß § 34 Abs. 1 Nr. 7 StVO auch die Pflicht, "(Zitat) unverzüglich die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, wenn er sich berechtigt, entschuldigt oder nach Ablauf der Wartefrist (Nummer 6 Buchstabe b) vom Unfallort entfernt hat. Dazu hat er mindestens den Berechtigten (Nummer 6 Buchstabe a) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitzuteilen, dass er am Unfall beteiligt gewesen ist, und seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs anzugeben und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung zu halten. (Zitatende)"

Dieses ist von Deiner Seite aus nicht erfolgt. Du hast weder den Berechtigten (Unfallgegner, Halter des angefahrenen Autos), noch die Polizei informiert. Ein Zeuge ist in der Regel kein Berechtigter, außer er gibt sich Dir gegenüber als solcher zu erkennen. Z. Bsp. ein Nachbar, der Dir zusichert, Deine Daten an den Berechtigten weiterzugeben. Ein Zettel an der Windschutzscheibe alleine kann, nach Deinem Wegfahren, von (unberechtigten) Dritten entfernt, beseitigt, oder sonst wie verschwinden. Auch die Witterung (nass, Schnee, etc.) kann für eine Unleserlichkeit sorgen. Und wenn es keinen lesbaren Zettel, also keinen "Ansprechpartner" gibt, haben die Geschädigten in (je)der Unfallsache ein Problem: Wie können sie einen möglichen Schaden und vor allem bei wem (oder welcher Versicherung) geltend machen?

Was die Polizei jetzt macht, ist einfach erklärt. Sie geht ihrem gesetzlichen Auftrag zur Strafverfolgung nach. Sie wird "belastendes" als auch "entlastendes" in der Unfallsache ermitteln, und nach Abschluss den gesamten Vorgang der Staatsanwaltschaft (StA) zur weiteren Entscheidung zusenden. Wenn der StA ein zu sanktionierendes Verhalten bei Dir erkennt, dann gibt es einen Strafbefehl oder die öffentliche Klage vor einem Gericht. Gleichzeitig wird - sofern die Polizei dies nicht schon gemacht hat - die Führerscheinstelle über den Vorgang informiert, die dann ihrerseits behördliche Maßnahmen ergreifen wird. Ein Urteil braucht da von der Führerscheinstelle nicht immer abgewartet zu werden.

In Deiner Sache gehe ich mal - meiner Erfahrung nach - davon aus, zumal der von Dir verursachte Schaden nicht in der Höhe liegt, die einen Führerscheinentzug erforderlich macht, dass der StA das Verfahren einstellen, und der Bußgeldstelle zur weiteren Entscheidung weitergeben wird.

Empfehlen würde ich Dir auf auf jeden Fall, dass Du die KFZ-Haftpflichtversicherung Deines Fahrzeuges umgehend über diesen Unfall informierst, und denen die gegnerischen Daten mitteilst. Anschließend solltest Du mit Deinem Vater abklären, ihr in der Sache einen Rechtsanwalt zur Wahrnehmung aller Interessen (auch in dem behördlichen Verfahren der Führerscheinstelle) einschaltet.

IdS

MrDirekt

Ganz klar keine Fahrflucht!

Alles Quatsch was bisher hier geschrieben wurde!! Bis auf den einen, der FF ablehnt! Genauso ist es. Du hast de notwendigen Feststellungen treffen lassen, ja sogar, du hast noch Fotos machen lassen einen Zettelhinterlassen. Damit du deier Pflicht vollkommen genügt! Ein Blick in einen Kommetar hilft eventuell mehr als Spekulieren und langatmiges Geschwafele am Fall vorbei!

Gruß Till (Rechtsanwaltconsultant)

Hallo, mir ist das ganze auch mal passiert, da war ich auch in der Probezeit. Ich habe damals die Polizei gerufen, ich hatte auch nur die Stoßstange des anderen Autos angeschrammt (was trotzdem 1700€ wurden) Wenn du den Besitzer des anderen Autos nicht finden kannst, ist die Polizei der einzig richtige Weg. Ich kam mir damals so bescheuert vor, wegen so ner Lappalie belästige ich die Polizei. Aber es ist der einzige Weg um eine Anzeige wegen Fahrerflucht zu umgehen. Wird die Anzeige nicht fallengelassen (vlt. kannste dich ja iwie mit dem Besitzer noch einigen) würde das auf Punkte, ein Strafverfahren, vermutlich ein Fahrverbot und natürlich auf eine Verlängerung der Probezeit plus Aufbauseminar hinauslaufen.

Zettel ist schon lange nicht mehr aktuell, denn reintheoretisch hätteste ja auch die Telefonnummer des nächsten Pizzadienstes auf den Zettel schreiben können, nur um dem Zeugen weißzumachen, dass du eine Tele nummer hinterlässt.

Gruß Sira

Einen Zettel am Unfallfahrzeug zu hinterlassen reicht in keinem Falle aus um seiner Verpflichtung gerecht zu werden. Wenn wirktlich kein Schaden entstanden ist, muss man auch nicht warten, es gibt schleißlich keinen Schaden. So wie du es beschreibst ist aber ein, wenn auch geringer, entstanden. Dann muss man eine "angemessene Zeit" an der Unfallstelle warten. Taucht dann niemand auf muss man den Unfall, am besten schon per Telefon von der Unfallstelle aus, der Polizei melden.

Zitat aus einem Rechtsforum:

"Wenn ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort festgestellt werden sollte, handelt es sich um eine schwerwiegende Zuwiederhandlung im Sinne von §§ 2 a StVG, 34 FeV, Anlage 12 zu § 34 der Fev.

Das hat zur Folge, daß

  • ein Aufbauseminar anzuordnen ist,
  • sich die Probezeit um zwei Jahre verlängert,
  • bei Nichtbefolgen der behördlichen Anordnung zur Ableistung eines Aufbauseminars, die FE zu entziehen ist.

Eine Feststellung eines uEvUOrt hat in der Regel zur Folge, daß die FE für mindestens sechs Monate entzogen wird. Eine neue FE ist erst dann zu erteilen, wenn das Aufbauseminar nachgewiesen wird.

Widerspruch und Anfechtungsklage gegen die AO eines Aufbauseminars haben im Übrigen keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Strafverfahrens droht, sollten denn die Voraussetzungen von § 142 festgestellt werden, wie geschrieben, ein Mindestentzug der FE von sechs Monaten. Wenn Voreintragungen nicht vorhanden sind, darf mit einer Geldstrafe gerechnet werden. Eine Eintragung im BZR erfolgt erst ab 90 Ts."

Soll sie denn dort stehen bis sie schwarz wird oder was????!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

@KSCAndy

Nein, das Gesetz spricht von einer "angemessenen" Zeit. Einen gesetzlich bestimmten Zeitrahmen gibt es nicht, alles was man dazu sagen kann beruht also auf Erfahrungswerten von einschlägigen Urteilen. Bei Eiseskälte, mitten in der Nacht auf einer einsamen Landstraße und nur einer kleinen Delle muss man, überstrieben formuliert, weniger lange warten als Samstagmittag in einem Wohngebiet.

Aber auch nach der Wartefrist gilt: Man muss sich melden! Näheres dazu siehe http://dejure.org/gesetze/StGB/142.html

@Reiswaffel87

Als Mittelwert gilt 45 Minuten. Und dann, so keiner erscheint, muss man die Polizei vom Ort oder dessen unmittelbarer Nähe verständigen und dort bleiben, biss diese eintrifft.

Die Straftat heißt genau Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort.

Unerlaubt bedeutet, dass ich die Erlaubnis nicht bekommen habe - oder die Bedingungen zur Erfüllung der Erlaubnis nicht erfüllt sond.

Die Erlaubnis bekomme ich entweder durch den Unfallgegener oder in dessen Stellvertretung durch die Polizei.

Das gilt im übrigen auch, wenn ich gar nicht schuld an einem Unfall bin, alle Beteiligten müssen warten.

Die vielgehörte Ausrede ich hab aber einen Terin gilt nicht, man hat dann keinen Termin mehr sondern erst einmal einen Unfall.

@fastlink

Hi fastlink,

... warum machst Du nicht ne eigene Antwort, dann könnte ich wenigstens einen DH anklicken :-)

IdS

MrDirekt

Ganz ruhig bleiben.

Aus meiner Sicht hast du alles richtig gemacht.

Du bist eine Stunde an der Unfallstelle geblieben. Du hast mit dem Zeugen gesprochen und ihm gesagt, dass alles geklärt wird. Deine Freundin hat Fotos gemacht.

Offenbar ist es ein minimaler Bagatellschaden, deswegen reicht es, wenn du innerhalb von 24 Stunden den Unfall bei der Polizei meldest. Dass der Zeuge dir zuvorkommt, bedeutet nicht automatisch, dass du Unfallflucht begangen hast.

Die Fotos und der Zettel am Auto dürften hierfür Beweis sein.

Einer eventuellen Verhandlung würde ich gelassen entgegensehen. Aber vorher musst du eine Aussage abgeben, erst dann wird entschieden, ob es eine Verhandlung gibt. Möglicherweise gibt es nur eine Verwarnung.

Auf jeden Fall solltest du dich mit dem Geschädigten in Verbindung setzen und klären, was wirklich an Schaden entstanden ist. Danach alles weitere mit deiner Versicherung klären.

Was möchtest Du wissen?