Darf ein chef fehlzeiten vom Urlaub abziehen?

5 Antworten

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Nein, darf er nicht.

Dein Chef kann Dich wegen der Verspätung abmahnen und im Wiederholungsfall ggf. verhaltensbedingt kündigen (falls schon abgemahnt und auf arbeitsrechtliche Konsequenzen hingewiesen wurde) , Dich diese Stunde wieder einarbeiten lassen oder die Fehlzeit vom Lohn/Gehalt abziehen.

Eine Verrechnung mit dem Urlaub geht nicht, das widerspricht dem Bundesurlaubsgesetz, das sagt, Urlaub soll zur Erholung dienen.

Möglich ist das nur, wenn es sich um zusätzlich zum vorgeschriebenen Mindesturlaub gewährte Urlaubstage handelt und der AN damit einverstanden ist (um z.B. nicht so tief in die "Minusstunden" zu rutschen).

Der Mindesturlaub von vier Wochen/Jahr darf, wie schon erwähnt, nicht "verrechnet" werden

Danke fürs Sternchen

Nein!

Fehlzeiten darf der Arbeitgeber nicht mit dem gesetzlichen Urlaubsanspruch verrechnen ("inoffiziell" geht das, wenn Du einverstanden bist), da der urlaub der Erholung dienbt und eine Verrechnung mit Minusstunden diesem Urlaubszweck widerspricht!

Möglich ist das allerdings bei einem zusätzlich gewährten Urlaub, wenn das für einen solchen Fall vereinbart wurde oder Du damit einverstanden bist.

Die einzigen arbeitsrechtlichen Möglichkeiten des Arbeitgeber sind sind entsprechende Lohnkürzung, Nacharbeit und Abmahnung oder auch (im Wiederholungsfall bei bereits deswegen ausgesprochenen Abmahnungen) verhaltensbedingte Kündigung - wobei es bei Abmahnung udn Kündigung auch auf den Umfang der Verspätung und eventuelle betriebliche Folgen daraus ankommt (eine geringfügige folgenlose Verspätung oder eine Verspätung ohne eigenes Verschulden z.B. rechtfertigt keine Abmahnung).

Im Übrigen können Minusstunden nur dann entstehen, wenn es ein vertraglich vereinbartes Arbeitszeitkonto gibt, das auch den Umgang mit Minusstunden regelt.

Fehlt es an einem Arbeitszeitkonto oder gibt es keine vertragliche Vereinbarung dazu (weil der Arbeitgeber es "eigenmächtig" eingerichtet hat), dann können auch keine Minusstunden z.B. dudrch Verspätung entstehen, die der Arbeitgeber Dir anlasten dürfte.

Das oder Lohnkürzung.

Du wirst für Arbeit bezahlt, nicht für rumtrödeln.

Zugverspätung oder -ausfall ist auch Dein Problem, nicht Cheffes.

Du scheinst es auf die Spitze zu treiben, kein AG macht so was wegen 1 oder 2x

NB kannst Du auch abgemahnt und schlussendlich gekündigt werden.

Also krieg Deinen A# hoch.

Keine Ausreden.

Verrechnung mit Urlaub ist nicht erlaubt - jedenfalls nicht mit dem gesetzlichen Urlaub und mit einem möglicherweise zusätzlich gewährten nur dann, wenn der Arbeitnehmer einverstanden oder das für einen solchen Fall vertraglich so vereinbart worden ist!

Und woraus leitest Du Deine unsinnigen Unterstellungen "Du scheinst es auf die Spitze zu treiben" und "Also krieg Deinen A# hoch." ab?!?

Ja, wenn du Glück hast. Er kann dir beim zuspätkommen auch eine Abmahnung schreiben und dich im Wiederholungsfall kündigen.

Je nachdem, was du arbeitest, kann er dich auch wieder nach Hause schicken und gleich jedesmal einen Urlaubstag abziehen.

Das einzig Richtige an der Antwort ist die Möglichkeit einer Abmahnung, die aber auch nur dann gerechtfertigt ist, wenn die Verspätung gravierend genug ist (also nicht z.B. bei wenigen Minuten und bei nicht eigenem Verschulden).

@Familiengerd

Der FS schreibt ja von 1 Stunde, das sind keine wenigen Minuten. Und mehrfach.

Beispiel: Handwerk, der FS kommt 1 Std zu spät, die Kollegen sind schon weg zur BAustelle. DAnn schickt der Chef ihn nach Hause und zieht einen Urlaubstag ab. Ist gängige Praxis.

@holgerholger

Er spricht von "Beispiel" und ich habe (grob) darauf hingewiesen, wann eine Abmahnung möglich ist.

Und was Recht ist, ist eine Sache, was oft/angeblich "gängige Praxis", eine andere.

Siehe genauer die Antwort von Hexle2 und von Familiengerd.

Er kann es dich nacharbeiten lassen, oder dein Gehalt kürzen.

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