Beide Eltern ALG 2, Sohn will Studieren. Kann die Arge Ihn zwingen Bafög zu nehmen?

5 Antworten

Natürlich musst du vorrangige Leistungen in Anspruch nehmen und dazu zählt in deinem Fall das Bafög !

Zu deinem Bedarf zählt nicht nur der Regelsatz von derzeit 320 €,sondern auch 1 / 3 der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass ist dein Kopfanteil und ergibt dann insgesamt einen Bedarf von 570 €.

Davon würde dir das Kindergeld von jetzt 188 € von deinem Regelsatz theoretisch abgezogen ( ab dem 18 Lebensjahr abzüglich 30 € Versicherungspauschale,wenn du kein Erwerbseinkommen erzielen würdest ),demnach also 158 € anrechenbares Kindergeld bleiben.

Deine Eltern bekommen also noch 162 € für deinen Regelsatz + 250 € Kopfanteil der KDU = 412 € pro Monat.

Dir bleiben also nicht viele Möglichkeiten offen,wenn du es nicht beantragen würdest,dann fällt dein Bedarf trotzdem weg,also musst du es irgendwie anders auftreiben,denn du musst es ausgleichen,weil du dann nach § 7 Abs. 5 SGB - ll in der Regel keinen Leistungsanspruch mehr hast,die Ausnahmen stehen dann im § 7 Abs. 6 SGB - ll.

Würdest du ausziehen,dann wird die Wohnung für deine Eltern sicher zu groß bzw.zu teuer werden,also dann nicht mehr angemessen für 2 Personen sein.

Es könnte dann nach einer Übergangszeit von in der Regel 6 Monaten ( in diesen Zeitraum müssen dann auch die unangemessenen KDU - weiter gezahlt werden ) passieren,dass die Eltern die Differenz dann selber zahlen müssen oder sich in dieser Zeit dann eine angemessene Wohnung suchen müssten,wenn sie die Zuzahlung nicht selber leisten können.

Hi, du musst keine Angst vom dem Bafög haben.

Die Rückzahlung läuft sehr moderat ab. Informiere dich da mal.

Desweiteren, selbst wenn am Studiumsende noch zusätzlich ein Studiendarlehen notwenig wird, keine Panik.

Das Studium ist doch deine Investition in die Zukunft. Du willst einen (hoffentlich) gutbezahlten, qualifizierten Beruf ausüben. Das Studium ist doch nicht "just for fun".

Ich denke, die Mehrzahl der Studenten wird Bafög beziehen.

Andere Möglichkeit, duales Studium wo auch eine Vergütung gezahlt wird oder

Stipendien. Wer die Möglichkeit und Fähigkeit hat, soll studieren!

Natürlich kann die Arge euren Sohn nicht zwingen, Bafoeg zu beantragen. Wenn eurer Sohn lieber selbst für seinen Unterhalt aufkommen möchte und neben dem Studium arbeiten geht oder ein duales Studium macht, dann kann er das selbstverständllich tun.

Die Arge muss und wird natürlich den Bedarfssatz des Sohnes ab Studienbeginn nicht mehr zahlen und den Mietanteil auch nicht mehr. Da eurem Sohn bevorrechtigt Bafoeg zusteht und diese Leistungen vorrangig sind, darf sie nicht mehr weiter zahlen.

Die fehlenden 250 Euro Mietanteil muss euer Sohn euch dann geben, damit ihr die Miete zahlen könnt.

Wenn der Sohn ausziehen sollte, dann bekommt ihr erst mal die volle Miete gezahlt, wenn die Wohnung zu groß ist, müsst ihr euch dann aber ggf. eine andere Wohnung suchen.

Euer Sohn muss dann, wenn er ausgezogen ist, dann auch seine Miete und seinen Bedarf selbst finanzieren. Auch eben mit Nebenjobs oder dualem Studium oder Bafoeg, weil ihm H4 ja eben nicht zusteht.

Denn egal wie, von irgendwas muss eurer Sohn ja nun mal leben und H4 steht einem nun mal nicht zu. Da man eben Bafoeg Anspruch hat. Waere ja auch unfair gegenüber arbeiteten Eltern, deren Kinder auch Bafoeg beantragen müssen, um klar zu kommen, wenn H4 Kinder da besser gestellt wären und weiter H4 bekämen.

Das Jobcenter kann niemanden zu etwas zwingen. Allerdings bekommt der Sohn als Student keine ALG2-Leistungen mehr - auch keine Miete und Heizkosten (KdU). Womit er seinen Lebensunterhalt bestreitet ist dem JC egal.

Die KdU werden immer durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Solange er also weiter dort wohnt, muss er seinen Anteil selbst bezahlen - egal ob von Bafög oder Job oder Erbschaft ...

Wenn er auszieht (also abmeldet), werden die Kosten nur noch auf die Eltern aufgeteilt. Sie erhalten somit die kompletten KdU.

vielleicht. sie werden umziehen müssen, da die wohnung sicher zu groß ist.

@laurastern7015

Wie groß die Wohnung ist, spielt keine Rolle - nur wenn die Gesamtkosten deutlich über dem zulässigen Satz sind, bekommen sie eine Aufforderung zur Kostensenkung. Bis dahin (mind. 6 Monate) wird voll gezahlt.

@Georg63

und das werden sie, da die gesamtkosten auf max. 65qm gerechnet werden und momentan auf 75 oder 80 qm. das macht dann einen unterschied. auch werden sie nicht mind. 6 monate weiter gezahlt, sondern maximal. es kann bis zu 6 monate gezahlt werden. wenn das jc also drauf besteht und wohnungen zur verfügung stehen, können die kosten auch schon vorher gestoppt werden.

BAföG ist vorrangig vor ALG-II - 20% des BAföG-Bedarfs bleiben als zweckbestimmte Einnahme anrechnungsfrei.

Wer, trotz eines bestehenden Anspruchs vorsätzlich kein BAföG beantragt, macht sich in Höhe des ihm ansonsten zustehenden BAföG ersatzpflichtig (§ 34 SGB II - Ersatzansprüche bei sozialwidrigem Verhalten) - Voraussetzung ist Volljährigkeit.

Das ist ein öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch. Die Durchsetzung erfolgt mittels Leistungsbescheid - die Forderung kann auch mit laufenden Leistungen verrechnet werden.

Hierbei werden nicht nur die Leistungen zurückgefordert, die den Leistungsbzeihern direkt zufließen, sondern auch die Kranken-/Pflegeversicherungsleistungen und sonstige sog. "passive Leistungen".

nö - es kann ihn trotzdem keiner zwingen bafög zu beantragen. wenn er auf soziale leistungen verzichten will, dann darf er das.

@laurastern7015

"wenn er auf soziale leistungen verzichten will, dann darf er das. "

Hier geht es nicht darum, daß jemand auf Sozialleistungen verzichten will, sondern um eine Bedarfsgemeinschaft die eine Sozialleistung erhält und auch weiter erhalten wird.

Bevor man aber ALG-II erhalten kann, müssen alle anderen Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft werden; das ALG-II ist auch gegenüber allen anderen staatlichen oder sozialversicherungsrechtlichen Leistungen nachrangig zu gewähren; wenn, wie in diesem Fall, die vorrangige Leistung BAföG nicht beantragt wird, obwohl es einem zustehen würde, dann ist das ein sozialwidriges Verhalten, denn man wirkt nicht mit, die Bedürftigkeit zu senken.

Das BAföG würde den ALG-II-Anspruch senken...

Was möchtest Du wissen?