Abfindung brutto = netto?

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scheint wohl üblich zu sein:

Das heißt im Fall der "Brutto-Formulierung", dass der Arbeitnehmer seine Abfindung noch selbst versteuern muss. Mit dem 01.01.2006 ist der Steuerfreibetrag auf Abfindungen entfallen. Allerdings gibt es aus Gründen des Vertrauensschutzes eine Übergangsregelung für Abfindungsverträge (einschließlich gerichtlicher), die vor dem 01.01.2006 geschlossen wurden: Es verbleibt bei der Steuerfreiheit vor, wenn die Leistung vor dem 01.01.2008 zufließt. Damit Sie in den Genuss der partiellen Steuerfreiheit der Abfindung kommen, müssen die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, die in § 3 Nr. 9 EStG geregelt sind.

Quelle: http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/verhandlungen.htm

Also besser einen Teil neben hinlegen für die ESt-erkl.

Die Abfindungssumme muss AUF JEDEN FALL versteuert werden.

In allen Fällen, die ich kenne, sind Brutto-Summen vereinbart.

Für den Arbeitgeber ist es eigentlich auch praktisch unmöglich, eine Netto-Lohnsumme vertraglich zu vereinbaren - woher soll er denn wissen, wie viel Steuern (nach dem Lohnsteuerjahresausgleich) am Ende des Jahres zu zahlen sind?

Deshalb:

Arbeitgeber zahlt brutto aus. Die Einkommensteuer führt er an das Finanzamt ab. Da er die jedoch auf Basis der monatlichen Zahlung berechnen muss (und das zu einem hohen Steuersatz führt!), lohnt sich im Regelfall am Jahresende ein Lohnsteuerjahresausgleich. Damit wird die Abfindung ja quasi über das Jahr verteilt - das ist steuerlich meistens deutlich günstiger und es gibt eine Rückzahlung.

Also mitterer, entweder der Arbeitgeber zahlt brutto aus, oder er zieht vorher die Steuern ab und zahlt dann netto aus. Brutto zahlen und gleichzeitig Steuern abführen, geht nicht. ;-) Gemäß EStG § 38 (3) hat der Arbeitgeber die LSt einzubehalten - bei gelichmäßigem Arbeitslohn in der Regel 1/12 der Jahres-LSt. Sonstige Bezüge wie Abfindungen werden nicht auf den Monat, sondern gleich auf das Jahr bezogen versteuert (§ 38a). Wenn der Arbeitgeber brutto gezahlt hat, dann war das nicht richtig. Vielleicht wusste er es nicht besser. Was ist das ist - nun muss der Arbeitnehmer bei der Steuererklärung selbst die Nachzahlung einplanen.

Geh am besten zu deinem Finanzamt. Die helfen dir dabei, eine Steuervorauszahlung zu tätigen. Im Übrigen, soll es seit einiger Zeit Uso sein, so zu handeln. Du kannst dich auch von deinem Anwalt beraten lassen.

Es ist nicht üblich, dass die Abfindung brutto ausgezahlt wird! Der Arbeitgeber ist per Gesetz sogar dazu verpflichtet, die Steuer gemessen am aktuellen Steuersatz abzuführen. Bei der Steuererklärung erfolgt dann lediglich die tatsächliche Berechnung auf Basis der tatsächlich vorliegenden Nachweise über den Bruttoverdienst und des daraus resultierenden Steuersatzes. Daraus erfolgt dann in der Regel eine Rückerstattung der Steuer, bspw. wenn du längere Zeit arbeitslos warst und kein Einkommen hattest, das mindert den Steuersatz durch die Progression.

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