Kann ein Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag vorschlagen und trotzdem eine Abfindung verlangen?

5 Antworten

Du kannst jederzeit von deinem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag fordern. Einen rechtlichen Anspruch auf eine Abfindung hast du aber nicht, wird aber meistens gewährt. Dabei ist die Höhe deines Gehaltes / Lohn und die mögliche Verweildauer auf deinem Arbeitsplatz entscheidend. In der Regel beträgt die Abfindung mindestens drei Brutto-Monatsgehälter.

Möglich ist alles aber nicht alles Mögliche ist wahrscheinlich.

Abfindungen sind nicht geregelt. Sie werden normalerweise vom AG bezahlt, wenn er einen AN unbedingt los haben möchte und dies auf regulärem Weg nur sehr schwer ginge, um lange Kündigungsfristen zu vermeiden und auch im Rahmen eines mit dem Bertriebsrat ausgehandelten Sozialplans wenn mehrere MA gekündigt werden sollen .Dann gibt es Abfindungen die z.B. beim Arbeitsgericht vom Richter vorgeschlagen/festgelegt werden.

Wenn du jetzt aus eigenem Antrieb zum AG gehst und ihm anbietest mit einer Abfindung zu gehen wird er sich evtl. schon Gedanken machen, ob er Deine Abfindung nicht sparen kann, da Du wahrscheinlich einen anderen Job hast und auch so die Firma verlässt.

Wenn es aber ein Angebot gibt bei dem zuerst gefragt wird, ob jemand bereit ist die Abfindung zu nehmen und freiwillig zu gehen, kann man sich schon melden. Allerdings kann es ja sein, dass Du nicht zu den MA gehörst die man gerne weg haben möchte. Dann kann der AG Dir die Abfindung auch verweigern. Mir ging das mal vor vielen Jahren so. Es wurden mehrere Entlassungen angekündigt und es gab ein Angebot dass man sich freiwillig melden und mit einer Abfindung dann gehen kann. Ich habe mir, da ich noch nicht sehr lange in der Abteilung war, eine andere Arbeitsstelle gesucht und auch gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch schon mehrere Jahre im Betrieb und die Abfindung hätte sich gerechnet. Als ich mich aber gemeldet habe, dass ich freiwillig mit der Abfindung gehe und man so die Kündigung einer anderen Person vermeiden kann, wurde mir gesagt dass ich nicht auf der Liste der zu Kündigenden stehe und man meinen Weggang somit nicht mit Geld unterstützt. In dieser Firma bin ich heute noch.

Wie gesagt, einen Versuch ist es wert. Ob dieser von Erfolg gekrönt sein wird, kann man Dir hier nicht sagen.

kann ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber von sich aus einen Aufhebungsvertrag vorschlagen

Er kann, aber ohne Abfindung und als Zuschlag die nächsten 3 Monate ohne Geld vom Jobcenter. Ein Aufhebungsvertrag hebt die gesetzliche Kündigungsfrist auf.

Ein Aufhebungsvertrag hebt die gesetzliche Kündigungsfrist auf.

Das ist so ausschließlich formuliert nicht richtig.

Zunächst dient ein Aufhebungsvertrag der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ohne Aussprache einer Kündigung - unter welchen Bedingungen (z.B. auch bezüglich des Termins der Beendigung), das ist Verhandlungssache.

Ein Aufhebungsvertrag zur Vermeidung einer ansonsten auszusprechenden personen- oder betriebsbedingten Kündigung führt jedenfalls nicht zu einer Sperre; wird für die Beendigung auch noch die Frist eingehalten, die der Arbeitgeber bei einer ordentlichen Kündigung einzuhalten hätte, kommt es noch nicht einmal zu einer ( dieser Frist entsprechenden) Verschiebung der Leistung!

Ein Aufhebungsvertrag ist ein Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Der Inhalt ist Verhandlungssache. Prinzipiell kann dort alles enthalten sein. Auch eine Abfindung. Hängt von Deinem Verhandlungsgeschick ab.

Versuch macht klug.

Ich frage mich allerdings, was einen Arbeitgeber motivieren sollte, einem Mitarbeiter - der von sich aus vorzeitig aus einem Vertrag ausscheiden möchte - auch noch Geld hinterher zu werfen?

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