Wie lange dauert eine Depotübertragung von Luxemburg nach Deutschland?

1 Antwort

Ein Verkauf aller Positionen und ein Neuerwerb in Deutschland wäre der schnellste Weg. Für die unmittelbare Liquidation würde man vielleicht 2-4 Bankarbeitstage benötigen, für die SEPA-Überweisung nach Deutschland einen weiteren. Dann könnte man in Ruhe ein neues Depot aufbauen. Diese Weg ist dann sinnvoll, wenn es sich bei den Depotpositionen um solche handelt, die man nicht weiterführen möchte. Ein Übertrag nach Deutschland und dann stattfindender Verkauf der Positionen wäre jedenfalls steuerlich nicht günstiger.

Wenn Positionen des Depots weiterzuführen sind, können diese übertragen werden. Hierbei kommt es darauf an, worum es sich handelt:

  • Wertpapiere ohne Zulassung in Deutschland bzw. ohne Handel in Deutschland können hier nicht mehr veräußert werden, d.h. diese wären in einem Luxemburger Depot zu belassen oder zu verkaufen. Das könnte vor allem Zertifikate betreffen.

  • Aktien können problemlos von Wertpapierverwahrung Luxemburg in die Verwahrung in Deutschland überführt werden. Das dauert im Normalfall ca. eine Woche.

  • ETFs sind meist in LU und DE notiert, d.h. hier dürfte es keine Probleme geben. Übertragungszeit ca. 2 Wochen.

  • Fonds können - wenn sie auch eine Zulassung für den öffentlichen Vertrieb oder zumindest Private Placement in Deutschland haben - übertragen werden. Allerdings haben nicht alle Banken alle Fondsgesellschaften im Programm bzw. handeln Fonds über die Börse, soweit dies möglich ist. Kläre vorab die Übertragbarkeit und prüfe ggf. verschiedene Banken auf Tauglichkeit. comdirect, ING-Diba, FFB und die DAB Bank dürften ein umfangreiches Portfolio unterstützen. Übertragungsdauer: 2-8 Wochen. Fonds mit einer ISIN in UK oder Irland dauern erfahrungsgemäß länger. Irgendjemand muß das Fax wohl schwimmenderweise über den Ärmelkanal bringen :-) Kläre auch den steuerlichen Status übertragener Fonds vorab: es gibt Luxemburger Fonds, die in Deutschland nicht gemäß InvStG berichten und damit einer Strafsteuer wegen Intransparenz oder Semitransparenz unterliegen.

Anschaffungsdaten werden dabei i.d.R. nicht automatisch übertragen. Die beteiligten Banken müssen sich hierzu erst mal verständigen. Kläre das vor dem Depotübertrag. Werden die Anschaffungsdaten übertragen und ist geklärt, daß es sich um eine Erbschaft handelt bzw. da das Luxemburger Depot ja dann auf den Namen Deiner Frau lautet, um eine Übertragung ohne Gläubigerwechsel, sollte alles weitere seinen Gang gehen können. Wichtig ist bei der Übertragung der Anschaffungsdaten vor allem die Markierung von Positionen als Altbestand, d.h. mit Anschaffung vor 2009. Diese Positionen können nämlich in Folge steuerfrei veräußert werden.

Die wesentlichen Fragen daher:

  • Um welche Wertpapiere geht es denn?

  • Welche Banken wären daran beteiligt?

Ich gehe davon aus, daß die Übertragung recht zügig gehen dürfte. Schlimmer wäre es, wenn die Papiere in einer italienischen oder spanischen Bank lagern würden :-)

Wenn die Wertpapiere auch in Deutschland notieren, wird es mit der Übertragung prinzipiell kein Problem geben. Die Wertpapierverwahrung in Deutschland wäre damit möglich.

Die Banque de Luxembourg sollte auch kein Problem darstellen, denn sie ist beispielsweise auch die Bank von Fondsdienstleistern wie moventum, die sehr viel mit deutschen Kunden arbeiten. Insbesondere sollten auch die Anschaffungsdaten übertragbar sein. comdirect kann ausländische Anschaffungsdaten übernehmen (diesen Fall hatte ich in meinem Depot auch schon mal vor ein paar Jahren mit UK), aber es sollte auf jeden Fall für jede übertragene Position nochmals geprüft werden, daß die Daten in Luxemburg mit denen bei comdirect übereinstimmen. comdirect hatte selbst bei Übertragungen innerhalb von Deutschland bei mir dabei schon Fehler gemacht - u.a. daher bin ich nicht mehr dort.

Wichtig: comdirect muß informiert werden, daß es eine Übertragung ohne Gläubigerwechsel ist, sonst fallen ggf. Steuern an.

Zu den Kosten kann ich nichts sagen. Wahrscheinlich wird das kostenfrei sein, aber das wäre im Einzelfall bei den beiden Banken zu erfragen.

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Wie erhalte ich die Information ob mein verstorbener Vater ein Konto bei der Ing Diba Luxemburg hatte?

2012 ist mein Vater in Deutschland als deutscher Staatsbürger plötzlich verstoben. Meine erste Bankanfrage in 2013 an die ING Luxemburg mit folgenden Unterlagen (Begaubigte Kopie der Sterbeurkunde meines Vaters, meine Geburtsurkunde und meines Personalausweises) wurde beantwortet mit: Ihr Vater hatte kein Konto/Depot bei unserer Bank zum Zeitpunkt seines Todes, Irrtum möglich. Diese Antwort machte mich misstrauisch.Der Haupterbe war ein Tierschutzverein der wegen Veruntreung von Geldern aufgelöst wurde. Ich bin nur Pflichtteilsberechtigt. Über den Insolvenzverwalter bekam meine Rechtsanwältin die Vollmacht unter seinem Namen zu recherchieren und den Erbschein ausgehändigt. Weder meine weitere Anfrage an die Ing Diba noch die Anfrage meiner Rechtsanwätin wurden bisher beantwortet. (6-8Wochen her). Meine telefonische Anfrage in wie weit die bearbeitung fortgeschritten ist, wurde damit abgewiesen, das nur ein Notar für weitere Auskünfte in Frage käme. Auch die Bitte um weiterleitung an die Rechtsabteilung wurde verneint.Wie soll ich mich weiter verhalten? Soll ich meiner Rechtsanwältin nochmals den Auftrag geben die Vollmacht des Insolvenzverwalters sowie den Erbschein diesmal beglaubigt und per Einschreiben um die Beantwortung meiner Frage unter Terminangabe (max. 4 Wochen) zu bitten? (Ob mein Vater ein Konto/ Depot bei der Ing Luxemburg zum Zeitpunkt seines Todes, oder darüber hinaus besaß? Oder fällt Ihnen eine bessere Lösung ein?

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