Welche Steuerklasse bei Heirat, wenn ein Partner EU-Rente erhält?

1 Antwort

Du schreibst ncihts zur höhe der EU Rente, aber auf jeden Fall muss sie versteuert werden. trotzdem ist es besser die Zusammenveranlagung zu währlen, weil bei 36.000,- Euro des Ehegatten die Progression sinkn wird.

Auf einen groben nenner gebracht,

  • wenn Ihr für den Ehegatten die III wählt, wird es garantiert eine Nachzahlung, denn die Steuer auf die 3.000,- sinkt um ca. 250,- Euro mtl.

  • bei St.-Kl. IV ist beides möglich, NAchz./Erstattung, je nach Höhe der Rente vermutlich aber eher eine kleine Erstattung

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

IV/IV ist nur möglich, wenn beide Ehepartner lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn beziehen. Ansonsten hat der arbeitende Partner zwingend die III.

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@EnnoBecker

Stimmt, aber ist Dir nicht auch schon al aufgefallen, dass es einen Unterschied zw. Theorie und Praxis gibt?

ich habe mehrfach erlebt, das die Steuerkarten noch Jahre weiter geschickt wurden. Kann ja sein, das es sich nun in der "kartenlosen" Zeit ändert.

Ich wäre aber sowieso für III und etwas Geld ansparn. warumd ie Zinsen Schäuble schenken?

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@wfwbinder

Sicherlich wird der § 38b bald umgebaut und erfasst wegen der nachgelagerten Besteuerung auch die Rentner mit - und die Steuer analog der Lohnsteuer an der Quelle einbehalten wird.
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Mal sehen, wie lange das dauert.

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Die Zahlung der Erwerbsunfähigkeitsrente hängt vom Versicherungsfall der Erwerbsminderung und den versicherungsrechtlichen Voraussetzungen, wie Pflichtbeitragszeiten uä. ab. Mit der Heirat ändert sich hieran nichts, Ihnen steht daher weiterhin die Erwerbsunfähigkeitsrente zu. Auch das Arbeitseinkommen Ihres Lebensgefährten ändert sich durch die Heirat nicht. Durch die Heirat könnten sich jedoch steuerliche Ersparnisse ergeben, da die Lohnsteuerklassen in III und V, bzw. IV und IV, geändert werden können. http://www.frag-einen-anwalt.de/forum_topic.asp?topic_id=108962&

Da kann man mal sehen, dass auch nicht alles super ist, wo "Anwalt" draufsteht. Man sieht wieder einmal, dass ein Rechtsanwalt für sowas der falsche Ansprechpartner ist. Für Steuersachen gibt es genau deswegen einen extra Berufsstand.
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Die Steuerklassenwahl IV/IV ist hier nämlich nicht möglich, § 38b Nr. 4 im Umkehrschluss:
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in die Steuerklasse IV gehören Arbeitnehmer, die verheiratet sind, wenn beide Ehegatten ... Arbeitslohn bezieh[en];

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In eurem Fall würde ich mit Steuerklasse III für den Ehemann und V für dich abrechnen, sodass die Lohnsteuerabzüge unterm Jahr gering bleiben. Am Jahresende gleicht sich das eh wieder aus. Man sagt bei einem Einkommensverhältnis 50% zu 50% bis 60% zu 40% wählt man die Steuerklassenkonstelation IV/IV und wenn es mehr differenziert, wie in eurem Fall dann III und V.

Rente wird normal als Familieneinkommen mitgerechnet. Steuerklasse 5 in diesem Fall,da sonst Lohnsteuer bei Ehepartner zu hoch

Familieneinkommen, verstehe. Und Lohnsteuerklasse bei Renteneinkünften, schon klar.
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Welche Erbschaftsteuerklasse hast du denn?

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Die Frage nach der Lohnsteuerklassenwahl stellt sich hier nicht, da es keine Wahl gibt.
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Bei Ehepartnern hat derjenige, der lohnsteuerpflichtig arbeitet, zwingend die III. Und derjenige, der nicht arbeitet (sondern keine oder andere Einkünfte hat) hat mangels Lohnsteuerabzug gar keine Steuerklasse.
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Eine Nachversteuerung ist also je nach Höhe der Rente durchaus denkbar, da die ehegattenbezogenen Freibeträge, Pauschalen usw. bereits bei der Lohnsteuerberechnung desjenigen mit der Steuerklasse III für beide Ehegatten abgezogen werden. Das wäre der Fall, wenn der steuerpflichtige Anteil der Rente zwar über dem Grundfreibetrag liegt, aber beispielsweise durch pauschalierte Sonderausgaben unter den Grundfreibetrag gedrückt werden.

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