Von britischem Soldaten geschieden, wie bekomme ich nun einen Teil seiner Armeerente

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3 Antworten

Ich habe mir noch einmal mein Scheidungsurteil angesehen und darin steht:

Ein Versorgungsausgleich wird nicht stattfinden, da der Antragsgegner britischer Staatsangehöriger ist und in das hiesige Versorgungssystem nicht eingezahlt hat.

Ich meine auch nicht die deutsche Rente, sondern die Rente von der britischen Armee, die er seit seinem 42. Lebensjahr bekommt. Die britische Staatsrente bekommt er erst mit 65.

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Kommentar von Privatier59
03.09.2012, 16:58

Da stehst Du aber vor einem etwas heiklen Problem und zwar dem der Rechtskraft. Ich will mich dazu nicht abschließend äußern aber es ist fraglich, ob angesichts dieser eindeutigen Feststellung überhaupt noch einen Versorgungsausgleich nach deutschen Recht durchgeführt werden könnte. Grundsätzlich ist es nämlich nach dem heute geltenden Recht so, dass der Versorgungsausgleich nicht auf im Inland bestehende Versorgungsansprüche beschränkt wäre.

Frag mich nicht, wie man in GB einen Versorgungsausgleich durchführt und, ob es so etwas da überhaupt gibt.

Wie gesagt: Wenn da jemand Auskunft geben könnte, dann ein auf Familienrecht spezialisierter Anwalt der sich aber auch international umgetan hat.

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Normalerweise hätte ein schuldrechtlicher Versorgungsausgleich im deutschen Scheidungsurteil vorbehalten werden müssen. Es ist grundsätzlich möglich, wenn beide Eheleute es wollen, dass vor einem deutschen Gericht mithilfe von sehr kundigen Fachleuten eine Komplettlösung mit den deutschen und den englischen Rentenanwartschaften vergleichsweise gefunden werden kann. Auch hätte beim AFPS eine Auskunft über die zu erwartende Rente von dem britischen Soldaten eingeholt werden können, damit eventuell eine Scheidungsfolgenvereinbarung getroffen hätte werde können. Es kommt alles auf den Einzelfall an. Zudem ist es möglich über einen englischen Solicitor ein Armee Pension Sharing in England nach einer deutschen Scheidung zu beantragen, was jedoch sehr teuer ist, aber sich extrem lohnen kann. Ich betreibe diese englisch-deutschen Rechtsfälle beruflich seit fast 20 Jahren und habe die seltene Zulassung für englisches Recht in Deutschland.

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Da bin ich insofern etwas erstaunt, dass darüber in der Ehescheidungssache nicht mit entschieden worden ist. Der Versorgungsausgleich ist eine der Verbundsachen bei der Ehescheidung. Zuständig für den Versorgungsausgleich ist nicht die deutsche Rentenkasse. Vielmehr muß das Verfahren beim zuständigen Amtsgericht durchgeführt werden, das über solche Angelegenheiten von Amts wegen entscheidet.

Das Problem ist hier aber, zunächst einmal einen Anwalt zu finden, der sich in dieser Spezialmaterie überhaupt auskennt und Informationen darüber geben kann, ob und wenn ja, welche Ansprüche bestehen. Mit einer bestimmten Adresse kann ich nicht dienen, aber mit dem Rat, mal bei der örtlich zuständigen Anwaltskammer zu erfragen zu versuchen, ob dort ein solcher Anwalt bekannt ist. Alternativ sollte man sich im Internet nach Anwälten für Famlienrecht umsehen, die auf internationale Orientierung hinweisen.

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Kommentar von gaby66
03.09.2012, 16:13

Danke für die schnelle Antwort, das hilft mir doch schon eine ganze Ecke weiter.

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