Kann man einem Bankberater trauen?

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Welchem Verkäufer einer Dienstleistung oder eines Produktes kann man schon einfach trauen? Der Verkäufer lebt von seinem Verkaufserfolg. Natürlich ist er freundlich lächelnd, sympathisch und bietet Dir einen Kaffee oder Sprudel an.

Ob sein Verkaufserfolg bei Dir ein gewinnbringender Anlageerfolg gewesen sein wird, ob genau dieses Produkt für Dich und Deine unausgesprochenen Wünsche und Unwägbarkeiten geeignet war, zeigt sich mitunter erst nach vielen Jahren. Dann ist der Verkäufer (und seine Bank) vielleicht gar nicht mehr aufzufinden.

Es ist schon notwendig, dass Du Dich über die Produkte informierst und lebenslang weiterbildest, so dass Du die Eignung, Chancen und Risiken eines Produktes für Dich verstehst. Und was der Verkäufer beim Verkauf verdient. Klar, dass das Produkt für Dich passen muß! Wenn der Bankberater also vor einer Produktempfehlung nicht fragt nach Deinen Einkommens-, Vermögens-, Schuld- und Verpflichtungsverhältnissen, Anlagezielen, Verfügbarkeitswünschen und Risikoüberlegungen, dann kannst Du ihm nicht trauen. Auch nicht, wenn er Dich zu einer Unterschrift "spätestens morgen" drängt.

Wenn er Dich (und Deine Lebensumstände) so aber besser kennengelernt hat, Dir einige Produktalternativen mit ihren Unterschieden erläutert und Dir darüber schriftliche Informationen (auch über das Beratungsgespräch) mitgibt, dann kannst Du beginnen, ihm zu vertrauen.

Dass viele Bankberater dies nicht beherzigen bzw. können oder wollen, zeigt die jüngste Untersuchung der Stiftung Warentest: https://www.test.de/themen/geldanlage-banken/test/Banken-im-Test-Die-Blamage-geht-weiter-4113924-4114313/: Keine Großbank besser als "ausreichend", Postbank und andere sogar "mangelhaft".

Aber Dein Berater bei Deiner Filiale (auch einer dieser Banken) könnte die positive Ausnahme sein! Gib ihm eine Chance.

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