Garantiefonds der Union Investment mit garantierter Geldrückzahlung nach Ablauf, wo ist der Haken?

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richtig guten Ertrag

Die Chance ist mininalst, denn um die garantierte Rückzahlung (zu welchem Kurs eigentlich? Doch hoffentlich nicht zu 100%, denn dann wäre der Ausgabeaufschlag nicht mit garantiert) zu erzielen, muß der Fonds in sehr viele Absicherungsinstrumente investieren. Das kostet Geld und mindert Rendite. Es gibt darüber hinaus einen Haken über den Du Dir anscheinend nicht bewußt bist: Die Garantie bezieht sich auf den Ablauftag. Wenn Du zwischendurch Geld brauchst und den Fonds verkaufen mußt, kann es Dir passieren, dass Du erhebliche Verluste erleidest.

Zum einen wird nciht immer 100 % garantiert, sondern abhängig vom jeweiligen Fonds zwischen 70 % und 100 %.

Dann haben die auf ihrer Seite ein Video, was es unterhaltsam erklären soll: http://privatkunden.union-investment.de/handle?loadContent=/kampagne/garantiefonds/index.html

Das ganze beruht auf einem Anlagemix im Fonds.

Jede Art von Garantie kostet Rendite. Siehe Rister-Rente

Man muss wissen, was man möchte

Garantiefonds haben Verlustmöglichkeiten. Diese bestehen in einigen Punkten, die den meisten Bankberatern nicht leicht von den Lippen gehen und typischerweise verschwiegen werden:

  • Wenn ein Garantiefonds 100% des angelegten Kapitals garantiert, dann ist das 100% ex Ausgabeaufschlag. Dieser beträgt 2-5%, d.h. diesen Abschlag (Verlust) hätte man auf jeden Fall.

  • Manche Garantiefonds bieten nur eine Absicherung bis 70-90% des eingezahlten Nominalbetrags, nicht 100%. Hier ist also keine echte Kapitalgarantie vorhanden, sondern es geht um eine Verlustbegrenzung.

  • Ein Garantiefonds, der 100% Kapitalgarantie bietet, hat bei einer Laufzeit von z.B. 10 Jahren dennoch ein Verlustrisiko, wenn die Garantie greift. Die Inflation entwertet die dann erfolgende Auszahlung, so daß sie bei ca. 2% p.a. ja nur noch 20% weniger wert ist.

  • Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge sind jedes Jahr zu versteuern. Hat ein Garantiefonds also eine Rückzahlung von 100% (Nettoergebnis Null nach der Laufzeit), so hat man ggf. dennoch in den Jahren der Haltedauer Steuern zahlen müssen, um die Gewinne/Erträge (die später durch Verluste wieder aufgefressen werden) zu versteuern. Gibt es einen jährlichen Ertrag von z.B. 4%, der zu versteuern ist, so würde hiervon jedes Jahr knapp ein Drittel an Steuern abgehen, falls diese Erträge nicht durch einen Freistellungsauftrag abgedeckt sind.

  • Die vorzeitige Veräußerung von Garantiefonds ist von der Preisbildung her undurchsichtig und oft werden noch Disagios von 1-2% erhoben. Damit ist ein vorzeitiges Verfügen immer ein Risiko, das typischerweise Verluste bedingt.

Abgesehen davon haben Garantiefonds natürlich über ihre Terminkonstruktion zusätzliche Kosten, die zu Lasten der Performance gehen. Läuft der Markt gut, wird man deutlich unterdurchschnittlich partizipieren. Läuft der Markt schlecht, verliert man mit den oben genannten Effekten Gegenwert im Fonds trotz Garantie.

Aus meiner Sicht sind Garantiefonds komplett überflüssig, da bei Anlagehorizonten von 10+ Jahren ohnehin sinnvolle Misch-, Multi-Asset- oder vermögensverwaltende Fonds existieren, die durch einen guten Track Record belegen, daß man eine vernünftige Performance mit akzeptablen Risiken erreichen kann. Langlaufende Fonds sind oft in der ausschüttenden Tranche für Anleger günstiger, da dadurch die Besteuerung beim Verkauf einfacher wird.

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