Wohnung ohne Warmwasser/Durchlauferhitzer vermieten? Ist das zulässig?

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Zunächst ist es hier fraglich, ob das Warmwassergerät in das Eigentümer des Vermieters bei Übergabe vom Vormieter an den Vermieter übergegangen. Zu einer Eigentumsübertrag gehört § 929 BGB auch, dass zwischen Vermieter und Vormieter eine Einigung über den Eigentumsgang an dem Warmwassergerät zustanden gekommen. Aus der Regelung im Mietvertrag könnte der Schluß gezogen werden, dass der Vermieter nicht das Eigentum an dem Warmwassergerät erhalten will, und somit ein Einigungsangebot des Vormieters abgelehnt hat.

In diesem Fall würde es sich bei den Warmwassergerät um eine herrenlose Sachen handeln, deren Besitz der Vormieter aufgegeben hat und du als neuer Mieter beim Einzug in Besitz genommen hast.

Dennoch kommt es hier auch die Eigentümsverhältnisse an dem Warmwassergerät nicht entscheiden an.

Gemäß § 50 Abs.1 BauO NRW muss jede Wohnung ein Bad mit Badewanne oder Dusche haben. Nun macht es aber keine Sinn in einer Wohnung eine Duschgelegenheit ohne die Möglichkeit einer Warmwasserzuführung zur Verfügung zustellen. Gerade in der kalten Jahreszeit dürfte eine Kaltwasserbenutzung der Dusche oder eines Bades unzumutbar sein. Es gehört somit zu vertraggemäßen Gebrauch der Mietesache, dass der Vermieter auch eine Möglichkeit der Warmwasserbenutzung zum Dusche zur Verfügung stellen muss.

Somit wäre der Vermieter gemäß § 535 Abs.1 S.2 BGB i.V.m. § 50 Abs.1 BauO NRW zur Reparatur bzw. Neuanschaffung eines Warmwassergerätes verpflichtet.

Wow! Das klingt kompetent! Vielen Dank für die Verweise auf die §!!!

wunhtx hat schon ausführlich Einiges dargelegt. hier von mir noch ergänzend einige Gedanken: Ich vermute, es handelt sich um einen elektrischen DE, dieser hat eine Leistung von 18 bis 21 KW. Den kann kein Mieter so ohne weiters dranhängen. Es braucht entsprechende Leitungen mit ausreichendem Querschnitt und ausreichender Absicherung. Dazu kommt die wassermäßige Installation. Auch wenn tatsächlich der Vormieter mit Einverständnis das alles veranlasst und bezahlt haben sollte, ist die Anlage Bestandteil der Mietsache geworden, ansonsten wäre der Rückbau erfolgt. Vermutlich wurde etwas mit der Miete verrechnet oder zum Ende der Mietzeit eine Kostenerstattung vorgenommen. So ließe sich das alles erklären. Gewissermaßen erfolgte eine Mietermodernisierung die nun mietmäßig ihren Niederschlag finden könnte bzw. fand. Das sind alles nur Annahmen, ist also meinerseits nicht gesichert. Wartungskosten für solche E-DE fallen quasi keine an, lediglich evtl. Reparaturen. Die müsste allerdings der Vermieter zahlen, das fiele auch nicht unter "Kleinreparaturen".

Hab da noch eine frage, hab jetzt schon oft gelesen ''gemietet wie gesehen...'', als wir eingezogen sind war ein Untertischgerät vorhanden bzw. wir haben es gesehen. Jetzt hat das Gerät den Geist aufgegeben und uns bereits zwei Steckdosen kaputt gemacht. Das Geräte wurde uns weder vom Vermieter noch vom Vormieter offiziell übergeben und es wurde auch nirgendwo festgehalten dass dieses Gerät bestandteil der Wohnung ist, es war einfach da. Wer ist jetzt dafür verantwortlich ein neues zu beschaffen? Die Miete konnte ja auch nicht entsprechend einer geringrenh Ausstattung angepasst werden, da das Gerät ja vorhanden war und wenn ich mir jetzt selbst eins besorgen muss, dann könnte ich ja jetzt eine Mietminderung verlangen oder liege ich da falsch?

Hmm... Ich würde dir raten dich an den Miterschutzbund einzutreten. Die können dir in solchen Fragen super helfen und bieten dir auch Rechtsbeistand.

Unüblich sind derartige Vereinbarungen nicht. Grundsätzlich hat der VM die Instandhaltung und den Austausch des Boilers zu tragen. Eine Ausnahme gibt es allerdings, wenn der Mieter den Boiler selbst angeschaft hat. Das ist hier aber nicht der Fall. Wenn es keine Vereinbarung, über die Übernahme des Boilers vom Vormieter gibt, ist dieser auch nicht Ihr Eigentum. Da der Boiler bereits bei Einzug in der Wohnung war, muss der Mieter davon ausgehen, dass dieser mitvermietet wurde, und ich sehe hier den VM in der Pflicht. Es ist hier wichtig, wenn ein Übergabeprotokoll vorhanden ist, zu prüfen, ob der Bolier dort aufgeführt wird. Ferner sehe ich diese Klausel auf Grund der nicht korrekten Abwälzung einer Kleinreparatur (auch wenn der B. zurück gelassen wurde, ist er in das Eigentum des VM übergegangen und nicht Ihres) als unwirksam an. Davon ausgehend, dass es keine weiteren Vereinbarungen zur Kleinreparatur gibt. MfG

ich bin gerade in der selben situation. vor 2 monaten umgezogen und kein warmes wasser in der küche. vermieter sagt, selbst einen duchlauferhitzer anschaffen... dann hatten wir vor ca. 4 wochen einen baugutachter hier der meinte, dass dies heutzutage nicht mehr zulässig ist und der vermieter verpflichtet ist, für warmes wasser zu sorgen...

Hab aber bisher keinen Paragraphen gefunden, auf en ich mich berufen könnte... Wie verfahrt ihr weiter?

in der Küche muss kein Warmwasser sein. Boiler selber kaufen, kostet nich viel und man braucht ja auch nich viel Wasser zum Spülen. Baugiutachter kein <mietexperte!!!!

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