Was sagen folgende Formulierungen in meinem Ausbildungszeugnis aus?

8 Antworten

Danke schon mal an alle Beiträge! Was haltet ihr von den folgenden Formulierungen:

Er hat sich alle Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten eines Chemielaboranten mit sehr gutem Erfolg angeeignet.

Er arbeitete jederzeit sehr zuverlässig, zielstrebig und äußerst sorgfältig.

Arbeitsqualität, -menge und -tempo von Herrn Hufe lagen während der gesamten Ausbildungszeit konstant über den Erwartungen an Auszubildende.

Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte Herr XY stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Herr XY hat seine Ausbildung mit sehr gutem Erfolg absolviert und ist bereit, Verantwortung in seinem Beruf zu übernehmen. Wir stellen ihn daher ab dem (...) als Laborant zunächst befristet bis zum (...), aufgrund seines Wunsches anschließend ein Studium aufzunehmen, ein.

Nochmal danke an alle die mir noch weiterhelfen können! MFG

Das klingt schon fast zu perfekt für einen Azubi.

zunächst befristet bis zum (...), aufgrund seines Wunsches anschließend ein Studium aufzunehmen,

Raus damit. Ob befristet oder nicht, erkennt man dann am nächsten Zeugnis. Hier ist das irrelevant.

Ganz ok, aber nicht top.

Hallo Hufe,

du hast 2x je einen Textausriss eingestellt, zunächst eine Aneinanderreihung einiger Standardfloskeln wie sie für Ausbildungszeugnisse üblich sind, teilweise wirken sie jedoch oldschool (Herr XY war stets fleißig, pünktlich und ehrlich). 

Danach hast du selbst versucht eine Überarbeitung durchzuführen. Aus dem hier veröffentlichen Textfragment erschließt sich dass dieser Versuch als unpassend zu bezeichnen ist. 

Es gilt auch hier- für die sinnvolle Bewertung und Kommentierung eines Zeugnisses benötigt man den vollständigen Text, quasi von der Über- bis zur Unterschrift. Grundsätzlich sollten der zu würdigende Zeitraum, die erlernte bzw. bekleidete Tätigkeit, die Branche und die Unternehmensgröße genannt werden.

 Bereits der einleitende, den Zeugnisempfänger benennende Absatz enthält erste wertende Aussagen, genauso wie die Auflistung der Tätigkeiten. Diese wiederum korrespondieren mit den darauffolgenden Bewertungen der einzelnen Aspekte von Arbeits- und ggf. Führungsweise bzw. -leistung sowie von Fachwissen und Sozialverhalten.

Möglicherweise bedarf es in gerade diesem Fall aber auch weiterer Angaben, die einen erheblichen Einfluss auf die in deinem Zeugnis enthaltene Wertung haben können.

Der Text eines Zeugnisses beginnt nunmal mit dem Wort Zeugnis oder einem seiner Verwandten und er endet mit einer Unterschrift. Nur in diesem Kontext lässt er sich halbwegs seriös werten. Fast jede Formulierung in einem Zeugnis kann in einem geänderten Zusammenhang für eine gänzlich andere Aussage stehen. Jede der auf den ersten Blick positiven Aussagen kann durch den ausgelassenen Teil abgewertet werden.

Streber! :D ne spaß, du bist anscheind ein sehr guter Azubi gewesen! Find nichts negatives! Weiter so ;)

Für ein "Sehr Gut" fehlen die Superlative und verstärkenden Adverbien im Text. Da steht lediglich "mit großem Engagement", nicht "mit sehr großem Engagement".

@Kapodaster

Das ist Quatsch. Arbeitszeugnisse lassen sich nicht in Noten ausdrücken, denn es zählt der Gesamteindruck. Es müssen auch nicht diese Hotspot-Begriffe vorkommen. Wichtig ist es, auf versteckte Negationen zu achten.

Ein Zeugnis kann man nur dann ordentlich beurteilen, wenn man es vollständig liest, also von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum und der Unterschrift. Zu den einzelnen Sätzen aus deinem Zeugnis(-Entwurf?) folgende Anmerkungen:

In unseren Betriebsabteilungen hat Herr XY sich gute praktische Kenntnisse und die erforderlichen Fertigkeiten angeeignet.

Was sind denn die "erforderlichen Kenntnisse"? Steht das irgendwo? Im Ausbildungszeugnis kann man - im Gegensatz zum Arbeitszeugnis - die einzelnen Aufgabenbereiche, die ja hier aufgeführt sein müssten, durchaus auch in Schulnoten bewerten. Das ist zulässig und nicht unüblich.

Seine gute Auffassungsgabe führte dazu, dass er sich rasch mit seinem jeweiligen Aufgabenbereich vertraut machte und sich durch zunehmende Selbständigkeit und umsichtige Arbeitsweise auszeichnete

Ungewöhnlich formuliert. Außerdem würde ich "zunehmende" streichen.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Ausbildern und den übrigen Mitarbeiter/-innen war stets vorbildlich

Kollegen, nicht Mitarbeiter. Das Wort Mitarbeiter nutzt man üblicherweise dann, wenn jemand Führungsaufgaben hat. Bei dir als Azubi ist das natürlich nicht der Fall. Man sollte die Worte ausschreiben und dieses "/-innen"-Zeugs weglassen. Und das Sozialverhalten kommt nach der Leistungsbeurteilung.

Herr XY war stets fleißig, pünktlich und ehrlich

Streich den Mist. Hattest du Umgang mit Bargeld? Nur dann gehört der Ehrlichkeitsvermerk ins Zeugnis - wenn er der Wahrheit entspricht. Pünktlichkeit ist eine Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben, sowas betont man im Zeugnis nicht ausdrücklich.

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