Was ist bei einer Energetischen Sanierung umlegbar auf die Miete bzw Modernisierung?

4 Antworten

Zunächst: Sämtliche Instandsetzung oder Instandhaltung sind keine Modernisierung (s. 555b BGB) und deshalb nicht für Mieterhöhung berechtigt. Da fällt schon das meiste aus deinem Katalog heraus.

Was nun speziell die Fenster betrifft, so dürften bei diesem Alter wohl nur ca. 20% der Kosten als Modernisierung umlegbar sein und der Rest als Instandhaltung. Ein Wärmeverbundsystem aber zu 100% (einschl. Gerüst und Putz und Anstrich.

Von den bereinigten Kosten dürfen jährlich 11% auf die Miete aufgeschlagen werden (1/12 davon monatlich).

Die Kosten müssen je Einzelmaßnahme detailliert im Mieterhöhungsverlangen dargestellt werden und dabei ist auszuweisen der Instandhaltungsteil und der Anteil für Modernisierung. Es reicht also nicht die Firma und deren Gesamtkosten anzugeben.

Der Umbau des Dachgeschosses ist auch keine anrechenbare Modernisierung für die Bestandsmieter.

Hier will sich der Vermieter offensichtlich selbst sanieren.

Weise das Mieterhöhungsverlangen wegen formeller Unwirksamkeit zurück und zahle die bisherige Miete weiter.

Du wirst vermutlich anwaltlichen Beistand benötigen bzw. Unterstützung eines Mietervereines, wenn der Vermieter trotzdem bei seiner Forderung bleibt.

Auch eine100%ige ME muss ganz allgemein nicht hingenommen werden (Härtefall). Es gibt dazu im Netz genügend abrufbare Urteile. Allerdings ist ein solcher Fall nach Zugang der Modernisierungsankündigung bis zu Ablauf des nächsten Monats geltend zu machen. Die Frist gilt nicht, wenn die Modernisierungsankündigung nicht gesetzeskonform erfolgt ist. Sie  ist nur mit Angabe des Beginns und Endes der Maßnahmen, deren Inhalt bzw. Umfangs sowie der voraussichtlichen Mieterhöhung korrekt.

 

Klassische Instandsetzungsmaßnahmen, wie Anstriche von Außenwänden oder Treppenhäusern sind keine umlagefähigen Modernisierungskosten im Sinne des § 559 BGB.

Eine Dacherneuerung kann umlagefähig sein, wenn sich hierdurch eine Einsparung von Energiekosten ergibt. Die Einsparung muss der Vermieter aber konkret aufführen.

Da spielt es auch keine Rolle, dass Du nicht im Dachgeschoss wohnst. Hierdurch wird die Energiebilanz des gesamten Hauses verbessert. Hierdurch sinken dann die Gesamtkosten für das komplette Haus. 

Selbiges gilt für die Fassadendämmung, die auch umlagefähig ist.

Umbaumaßnahmen in anderen Wohnungen können nicht auf dich umgelegt werden.

behauptet die Fenster wären über 33 Jahre alt

 

Dann handelt es sicher um eine Einfachverglasung. Da die neuen Fenster sicher zweifachverglast sind, handelt es sich hierbei um eine Modernisierung.

Der Vermieter muss hier aber dennoch einen Instandhaltungsanteil herausrechnen (Praktisch die Differenz der Reparatur der alten Fenster zum Neueinbau der modernen Fenster).

Muss der VM auf einen anderen Blatt aufschlüsseln was die Firmen im einzelnen gemacht haben welches Material die verbraucht haben und die Arbeitsstunden ?

 

Nein, der Vermieter muss die Gesamtkosten der einzelnen Gewerke aufschlüsseln. Die Rechnungen kannst Du dir beim Vermieter anschauen.

Fast 100% mehr Kaltmiete geht ,sobald ich weiß, gar nicht. 

Die Miete darf, wenn überhaupt, nur bis zu einem gewissen Prozentsatz erhöht werden. 

Aber wie hier schon vorgeschlagen, geh am besten zu einem Anwalt. 

Fast 100% mehr Kaltmiete geht ,sobald ich weiß, gar nicht. 

Die Miete darf, wenn überhaupt, nur bis zu einem gewissen Prozentsatz erhöht werden. 

 

Bei Modernisierungen gibt es hier eigentlich keine Obergrenze.

Was Du meinst, sind normale Mieterhöhungen nach Mietspiegel, Vergleichsmiete, etc.

.....Treppenhaus streichen ,Balkon streichen und Wohnungsrenovierung ....

derlei Kosten können nicht auf die Mieter abgewälzt werden.

Fenster, welche aus Altersgründen erneuert werden müssen, gehen auch zu Lasten des Vermieters ( Instandhaltung ).

Außerdem welche Kosten solltest Du aus einem Dachausbau übernehmen sollen? Vollkommen widersinnig.

Letztendlich am günstigsten kommst Du dabei weg, wenn Du diese/s Forderung / Mieterhöhungsbegehren von einem Anwalt prüfen läßt.

Theoretisch kannst Du die Sache auch aussitzen und darauf warten, dass der Vermieter auf Zustimmung zur Mieterhöhung klagt.

 

Außerdem welche Kosten solltest Du aus einem Dachausbau übernehmen sollen? Vollkommen widersinnig.

 

die Wärmedämmung beispielsweise. Diese ist umlagefähig, sofern sich hieraus eine Einsparung von Energiekosten ergibt, die der Vermieter aber nachweisen muss.

 

Fenster, welche aus Altersgründen erneuert werden müssen, gehen auch zu Lasten des Vermieters ( Instandhaltung ).

 

Siehe oben: Die Ursprungsfenster dürften sicher nur einfachverglast sein.

@ChristianLE

die Wärmedämmung beispielsweise.

Hier hat aber der Vermieter gemäß Schilderung eine Penthousewohnung erreichtet und dafür das vorherige Dach aus "Platzgründen" entfernt.

@wilees

Trotzdem könnte sich hieraus eine Verbesserung der gesamten Energiebilanz des Hauses ergeben, von der auch der Fragesteller profitiert.

Ein Teil der Gesamtheizkosten wird ja immer auf Grundlage der Wohnfläche umgelegt. Verbraucht der Dachgeschossmieter weniger Energie, wird es auch für den Fragesteller günstiger.

@ChristianLE

Wie gut, dass man Mietern und Vermietern / Eigentümern heutzutage auch jeden Mist erzählen bzw. verkaufen kann. Eine Sanierung die z.B. ein Vielfaches dessen kostest, was jemals eingespart wird usw.

@wilees

 Eine Sanierung die z.B. ein Vielfaches dessen kostest, was jemals eingespart wird usw.

 

Deswegen darfst Du auch nur den Kostenanteil weitergeben, der eine Einsparung bringt.

Rechnung für nicht getätigte Reinigung

Hallo zusammen,

ich versuche meine Lage so kurz und so ausführlich wie möglich zu beschreiben ;)

Ich bin vor kurzem aus meiner Wohnung ausgezogen. Beim erhalten meiner Kaution wurde ein Beitrag für eine Putzfrau zur Reinigung der Fenster abgezogen. Das wurde mir lediglich als schriftlich als Notiz mitgeteilt, ohne jegliche Rechnung.

Laut Mietvertrag soll die Wohnung Besenrein übergeben werden. Nach ein bisschen Recherche im Internet beinhaltet Besenrein nur die Beseitigung grober Verschmutzungen. Das Reinigen der Fenster gehört nicht dazu. Schmutzig waren diese außerdem nicht...

Da mein Nachmieter die Schlüssel, unter dabeisein des Vermieters, am Tag meines Auszugs direkt von mir bekommen hat, besteht keine Möglichkeit, dass eine Putzfrau in der Zwischenzeit die Fenster hätte putzten können. Weiter kenne ich den Nachmieter und er war auch sprachlos, als ich Ihm davon berichtet habe. Es wurden bei ihm seit dem Einzug niemals die Fenster durch eine Putzfrau gereinigt.

Für mich sieht es so aus, dass der Vermieter sich lediglich an der Mietkaution bereichern will.

Deshalb meine Frage an die Experten: Worum handelt es sich hierbei, nennt sich das "nur" Betrug oder gibt es hierfür einen anderen juristischen Fachbegriff? Ich möchte den Vermieter nochmals mit der korrekten juristischen Bezeichnung Konfrontieren, bevor ich einen Anwalt aufsuche. Der Vermieter weiß nicht, dass ich den Nachmieter kenne. Auf Nachfrage, weshalb er einen Teil der Mietkaution behält, wurde mir erklärt, dass eine Putzfrau da gewesen sein soll... Weiter habe ich auch keine Rechnung erhalten. Wäre eine Putzfrau engagiert worden, sollte ich doch eine Rechnung mit ausgewiesener Steuer erhalten?!

Könnt ihr mir sagen, mit welchen fachlichen Argumenten bzw. juristischen Bezeichnungen ich mich nochmals an der Vermieter wenden kann?

Danke im voraus für die Antworten.

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