Warum gibt es kein generelles Überholverbot für LKW auf den Autobahnen?

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Da ich jährlich mehr als 40.000km fahre, kann ich durchaus beide Seiten verstehen.

Aber was ist überhaupt die Hauptursache für die Elefantenrennen? Das sind sehr sehr selten die langsamen LKW's "aus dem Osten". Denn an den wenigen untermotorisierten LKW's, die heute noch unterwegs sind, ist jeder normal motorisierte LKW heutzutage in Nullkommanix vorbei. Es sind die minimalen Geschwindigkeitsunterschiede annähernd gleich schneller LKW's. Denn jeder LKW hat einen Geschwindigkeitsbegrenzer. Vorgeschrieben ist das zumindest seit Baujahr 2001. Nur begrenzen die Begrenzer eben nicht alle bei exakt 80,00 km/h. Der eine läuft 84, der ander 86, der nächste 85 usw. Wird nun bei diesen geringen Unterschieden überholt, dann dauert jeder Überholvorgang Minuten bzw. teilweise mehrere Kilometer. DAS verursacht die endlosen Schlangen auf der Überholspur.

Was kann man dagegen tun?

  1. Manipulationssichere Geschwindigkeitsbegrenzer mit einer Messung über eine direkte Fahrbahnabtastung vorschreiben. Auf diese Weise spielen Toleranzen oder Abnutzung im Radumfang oder sonstwo in der Mechanik keine Rolle mehr. So ein Begrenzer könnte die zulässige Geschwindigkeit im Zehntel-Bereich halten. Damit fallen die minimalen Geschwindigkeitsunterschiede weg und damit auch die Verführung und die Möglichkeit zu überholen. Und es verliert keiner was dabei!

  2. Überholvorgänge zwischen LKW's dürfen nur noch ab einem definierten Geschwindigkeitsüberschuß erfolgen. Vorschlag: Mindestens 10 km/h schneller! Heute steht wohl im Gesetz: "deutlicher Geschwindigkeitsüberschuß". Fein. Was ist das?

  3. Mindestgeschwindigkeit bei Maximalladung vorschreiben, d.h. das jeder "normale" Transport nur dann auf die Autobahn darf, wenn er voll beladen in der Ebene tatsächlich 80,00 km/h erreicht. Alles andere ist dann ein genehmigungspflichtiger Sondertransport.

Gruß,

Peter

Vielen Dank für diese ausführlichen Zeilen - das ist das Beste, was zu dieser Frage geantwortet wurde.

@RolfHoegemann

Wenn LKW-Fahrer in der Fahrschule aufgepasst und die Verkehrsvorschriften (insbesondere Sicherheitsabstand) kennen würden,

wäre ein Überholverbot gar nicht nötig...

sagen die gerichte nicht heute schon um zu überholen muss man >20km/h sein? die meisten lkw vorgänge halten dies nicht ein.

Ein generelles Überholverbot wäre zwar von nutzen für weniger Staus und vielleicht Unfälle. ABER. Nehmen wir doch mal die Unfallstatistik 2009. Fast Jeder LKW Unfall der am Tage passiert erfolgte durch Fehlverhalten von PKWs. Einscheren auf Autobahnen, zwischen schieben kurz vor der Ausfahrt etc etc etc. Dazu kommt wie es in diesem Beitrag bereits erwähnt wurde, dass viele Leute schlicht weg einfach Angst haben an einem LKW vorbei zu fahren. Ich finde jeder PKW Fahrer der meint ein LKW sei ein Verkehrshindernis sollte erstmal nachdenken was wäre wenn es diese nicht gäbe. Wir hätten keine Autos, kein Essen, kein Benzin, kein Dach über dem Kopf usw usw. Die gesamnte Wirtschaft würde binnen weniger Tage zerfallen würde man die LKWs von der Strasse holen. Was hier fehlt ist eine zusammen Arbeit mit LKW und PKW Fahrern. Meine Hypothese ist es, dass PKW Fahrer 14 Tage das Leben und das Fahren eines LKWs mit machen müssen bevor Sie selbst Auto fahren dürfen. Erst dann werden sehr viele verstehen was es heisst einen 18 Meter (oder länger) langen und 40 Tonnen (oder schwerer) schweren LKW zu fahren und zu beherrschen. Ich will hier keinen schön reden. Natürlich gibt es schwarze Schafe. Man liest es ja auch in den Medien, aber es ist ein geringer Prozentsatz derer die versuchen mit den alltäglichen Situationen klar zu kommen. Das fängt nicht nur an bei Termindruck oder vielleicht Arbeitsplatzgefährdung. Das fängt bei kleinigkeiten an. Nehmen wir mal ein Beispiel: Ich fahre Sonntag Nachts los. Nach etwa 10 Std mache ich meine erste große Pause. Um diese zu machen muss ich erstmal einen geeigneten Platz finden. Überfüllte Parkplätze oder teure Rasthöfe sind hier keine Ausnahme mehr und werden fast immer kritisiert. Heisst für mich suchen. habe ich einen gefunden muss ich was essen, Körperpflege betreiben, ausspannen und schlafen. Das alles MUSS ich aufgrund des Zeitdrucks innerhalb von 10 STD erledigt haben. Jetzt kommt aber der Knackpunkt. Das die ganze Woche hindurch und spätestens ab Mitte der Woche ist man fertig und man hat die ersten Aufmerksamkeitsverluste zu beklagen. Es unterlaufen Fehler die bei den meisten Menschen der Fall sind wenn Sie in Stress Situationen geraten. Da wir als Trucker immer solchen Situationen ausgesetzt sind (Wir müssen mehr machen als nur fahren) ist das kein Wunder wenn hier ein Fahrfehler unterläuft, der vielleicht unter mehreren Faktoren verhängnissvoll sein kann.

Kurz um LKW Überholverbot ist zwar OK. Man sollte es aber auf den Tag beschränken. 06:00 - 22:00 Uhr ist voll ausreichend.

Thema mehr als 2 Spuren: Das fahren auf der 3. bzw 4. Spur ist für LKW generell verboten.

Thema LKW Maut: Viele meinen das es Sinnvoll ist. Aber was bringt es. Ausser vielleicht mehr Geld für Vater Staat zur Strassenerhaltung wie man uns immer weiss machen will. Endeffekt sind wir kleinen Leute es doch die es bezahlen. Auf kurz oder lang wird es eh die Maut auch für PKW geben und dann ist das Verhältnis wieder hergestellt.

Thema Unfälle: Die meisten passieren in Engpässen oder bei Ein und Ausfahrten. Hier meist durch PKWs mit verursacht da die Einschätzung des Beschleunigungsverhaltens eines LKW falsch interpretiert wird. Es braucht seine Zeit bis ein LKW seine Geschwindigkeit erreicht hat oder diese wieder heruntergebremst hat. Das sind einige Meter. Die schlimmsten Unfälle ereignen sich auch meist in Baustellen. Man siehe hierzu die A1 zwischen Hamburg und Bremen. Hier ist auf mehreren Teilstücken generelles Überholverbot für alle Kraftfahrzeuge und ein versetzes fahren angeordnet. Dazu kommt das Tempo 60 gilt. Obwohl hier die LKW bereits 70 bis 80 fahren werden diese immer wieder von PKWs überholt und in Gefahr gebracht weil der linke Fahrstreifen nur 2 Meter breit ist. eine kurze schlenkbewegung wegen einer Spurrille und der PKW fliegt sonst wo hin. Das nur mal dazu und die A1 ist hier kein Einzelfall. So das solls von mir gewesen sein. Denkt mal drüber nach. Nicht wir sind an allem Schuld, in 80% der Fälle mit schwerem Schaden sind PKWs mit involviert. mfg

Ingo

Hier nochmal ein kleines Video zum Thema PKW gegen LKW. Bremsverhalten im Vergleich (mit Reaktionszeit und direkter Vergleich.) Schauts euch an Ihr werdet überrascht sein.

http://www.youtube.com/watch?v=zWwK0eClp6Y&NR=1

Hallo RolfHoegemann,

da hast du ja offenbar in ein Wespennest gestochen,

die Herren und Damen LKW-Fahrer reagieren ja ganz schön panisch.

Dabei sollte ein Überholverbot für LKW und eine damit verbundene drastische Erhöhung der Strafen durchaus überlegt werden. Fahr mal Freitags die A2 lang und beobachte sie - absolut rücksichtslose Fahrweise, abdrängen von anderen etc. sind die Regel, nicht die Ausnahme.

Auch ich will schnell mit meiner Arbeit fertig werden, halte mich aber im eigenen Interesse an die Verkehrsregeln. Schließlich habe ich schon genug Tote aufgesammelt. Die Herren scheinen sich dessen gar nicht bewußt zu sein, daß gerade sie mit ihren 40 Tonnen eine besondere Verantwortung tragen (sollten).

Gleichwohl bin ich auch für eine Geschwindigkeitsbegrenzung für PKW. In Holland hat man die 120 KM/h und kommt sehr viel entspannter und flüssiger durch, weil alle gleich schnell fahren.

Auch gibt es in Holland nur sehr sehr wenige die wie die geisteskranken von hinten anpreschen - und die haben niemals ein gelbes "Kenteken", sondern sind fast ausschließlich Deutsche.

Schade eigentlich - mit etwas mehr Rücksicht sollte es doch auch gehen...

Wir können ja Unterschriften sammeln. Ich unterschreibe sofort!!!!! Weniger Staus, weniger Unfälle und weniger Stress mit den Brummis. Ich sterbe immer 1000 Tode, wenn man neben einem Brummi auf der Überholspur ist und dieser einfach nach links zieht um zu überholen. Der PKW und die Insassen sind immer die Gelackmeierten.

Geht mir auch so.

Wie startet man eine bundesweite Unterschriftenaktion?

Wie startet man eine bundesweite Unterschriftenaktion?

Hier wird immer wieder geschrieben, daß der LKW Fhrer für jeden Kilometer bezahlt und der PKW Fahrer nicht. Im Gegenzug frage ich, wer denn die ganzen Straßen demoliert.... Warum kann man denn auf fast keiner BAB mehr vernünftig rechts fahren ohne in Spurrillen so tief wie dem Grand Canyon fest zu hängen. Es ist einfach ein Unterschied, ob sich 1,5 Tonnen oder 40 Tonnen über die Straße bewegen.

Ich fahre ca 60000 Kilometer im Jahr und muß immer wieder feststellen, daß besonders gerne an Steigungen und dort wo die Geschwindigkeitsbegrenzung gerade aufgehoben wurde, überholt wird. und das auch dann, wenn es sich nicht um eine Kolonne handelt, wie hier oft beschrieben, sondern um "Einzelrennen" zwischen zwei LKW. Der Brummifahrer sieht zudem genau, daß ein Fahrzeug in einem solchen Bereich weitaus schneller angerauscht kommt, als er....dennoch wird schön rausgezogen, auch wenn hinter dem PKW alles frei ist und auch danach überholt werden könnte. Dem LKW-Fahrer passiert wenig, wenn ich mit 150km/h und mehr in seinen Unterfahrschutz reinrausche....ich dagegen werde wahrscheinlich das zeitliche segnen.

Ich will hier nicht alle Brummifahrer über einen Kamm scheren, aber es gibt schon genug gefährliche Menschen da draussen (auch bei PKW-Fahrern).

Einige der oben genannten Ansätze sind sehr gut, ich hoffe, daß sie über kurz oder lange endlich in die Tat umgestzt werden. Gegen eine generelle geschw.begrenzung hätte ich auch nichts einzuwenden. In Frankreich ist Autofahren ein Genuss, trotz Beschränkung.

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