Trinkgeld oder Finderlohn?

5 Antworten

Wenn ein Gast im Restaurant oder Hotel etwas liegen läßt (er verliert es nicht deshalb gibt es rechtlich kein Finderlohn), liegt es in der Obhut des Betriebes / Chefs, denn er hat die Mitarbeiter als Handlungsgehilfen eingestellt, somit ist das Geld dem Betriebsleiter / Chef abzugeben.

Wenn ein Gast im Restaurant oder Hotel etwas liegen läßt (er verliert es nicht deshalb gibt es rechtlich kein Finderlohn), liegt es in der Obhut des Betriebes / Chefs, denn er hat die Mitarbeiter als Handlungsgehilfen eingestellt, somit ist das Geld dem Betriebsleiter / Chef abzugeben. Wenn er anweist es zum Trinkgeld zu geben ist das im Sinne des Direktionsrechts rechtens. Wenn das Trinkgeld vom Chef verwaltet wird, ist es als Einnahme zu behandeln (zu versteuern) auch wenn es dann unter den Mitarbeitern aufgeteilt wird. Daher sollte die Trinkgeldkasse von einem Mitarbeiter verwaltet und aufgeteilt werden (Keine Steuern).

Super vielen Dank, das mit dem Trinkgeld und den Steuern werde ich auf jeden Fall auch weiter geben.

Wenn Gäste in einem Laden etwas verlieren, muss dieses dem Ladeninhaber ausgehändigt werden.

Du warst ohne Auftrag des Ladeninhabers tätig und dazu warst du nicht berechtigt.

Auch wenn du einen Hundert Euroschein auf dem Boden findest, musst du diesen dem Ladeninhaber abgeben.

Die Sache ist dass mein Chef nachmittags bzw. Abends nicht mehr da ist und mir die Verantwortung für den Laden übergibt. Somit könnte ich das Handy nicht abgeben

Ich kann das schon verstehen, dass Du und Deine Kollegin das Geld behalten wollt, aber ich glaube, Ihr habt es schwer mit den Argumenten.

Finderlohn ist juristisch festgelegt und setzt voraus, dass Du den Fund meldest. Was Du angenommen hast, könnte man vielleicht als Geschenk bezeichnen.

http://www.hilfreiche-infos.de/finderlohn-hoehe-bgb-informationen/

Wenn ich richtig rechne und das Handy sagen wir mal 500€ Wert war, dann hätten Dir außerdem, wenn Du den Fund gemeldet hättest, nach meiner Rechnung nur 25€ (5% des Wertes) zugestanden.

Ihr habt es während der Dienstzeit innerhalb Eurer Dienstaufgaben gefunden bzw. zurückgegeben. Alles, was Du innerhalb Deiner Arbeitstätigkeit machst, ist nicht Deiner Privatsache, sondern geht den Chef sehr wohl was an.

Anders wäre es, wenn Ihr beide auch Gäste gewesen wärt, dann wäre es Eure Privatsache.

Vielleicht könnt Ihr einen Kompromiss finden und die Hälfte in die Trinkgeldkasse geben und die andere Hälfte unter Euch beiden aufteilen?

Aber wie sieht es denn aus wenn der Chef damit droht das Geld aus dem Trinkgeld zu nehmen? Das ist doch rechtlich dann auch nicht richtig oder?

@SLright

Da kenn ich mich nicht aus. Ich weiß nur, dass in vielen Betrieben das Trinkgeld "zentral" eingesammelt und verteilt wird, damit nicht diejenigen, die kassieren, alles kriegen und die, die nur servieren oder abräumen, nichts. Ich vermute , dass Dein Chef sehr wohl entscheiden kann, wie Trinkgelder verteilt werden. Auch das ist ja nicht Deine Privatsache, sondern geschieht alles innerhalb Deiner Arbeitstätigkeit.

Ich glaube, Du musst einfach versuchen mit ihm zu reden, eine andere Chance hast Du wohl nicht.

Dass der Chef schon in das Trinkgeld eingreift, ist kriminell. Er hat nichts damit zu tun und nichts dazu zu bestimmen, auch wenn die Kollegen sich das gegenseitig aufteilen und dazu eine zentrale Kasse führen. Genausowenig hat er über die 100 Euro irgend etwas zu sagen. Das Handy hätte aber ihm zur Verwahrung überlassen werden sollen, denn es ist sein Laden.

Der Chef war zu dem Zeitpunkt nicht da. Hätte der Herr das Handy bis zum Ladenschluss nicht abgeholt hätte ich das im Tresor eingeschlossen

@SLright

und du warst der Stellvertreter des Chefs?

Er überlegt jetzt dass Geld von unserem persönlichen Trinkgeld abzuziehen.

Chefs haben mit dem Trinkgeld nichts am Hut und darüber auch keine Weisungsbefungnis.

Das Trinkgeld ist eine freiwillige zusätzliche Leistung des Gastes an den Mitarbeiter auf die kein Rechtsanspruch besteht.

An sich hatten die 100€ ja nichts mit dem Laden zu tun und können daher als Finderlohn angesehen werden.

Finderlohn ist gesetzlich definiert in seiner Höhe. Gefunden hat es deine Kollegin, nur die hätte Rechtsanspruch darauf.

Wird das Handy im Restaurant liegen gelassen handelt es sich nicht um eine Fundsache sondern eine liegen gelassene Sache und der Mitarbeiter hat keinen Anspruch auf Finderlohn. Deswegen würde ich die 100,-€ als Trinkgeld sehen. Und in diesem Bezug stimmt deine Antwort: der Chef hat nichts mit dem Trinkgeld zu tun und darf darüber nicht bestimmen.

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