Selbständigkeit und Hartz IV - Sanktionen, weil keine Bewerbungen geschrieben

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Ich weiß nicht, wie viele Monate du schon vergessen hast, dich zu bewerben. Ist es nur einer, dann klappere schnell die umliegenden Betriebe oder Geschäfte ab, frage, ob sie Arbeit für dich haben und lass dir quittieren, dass du dich beworben hast. Du musst schließlich nicht unbedingt schriftliche Bewerbungen abschicken, sondern kannst dich auch persönlich oder telefonisch bewerben. Die 5 Bewerbungen solltest du schnell zusammenbekommen.

Für die Zukunft: Stell dir einen Lebenslauf zusammen und irgendein Bewerbungsschreiben, das du je nach Bedarf abänderst, das dürfte nur ein einmaliger größerer Zeitaufwand sein. Danach passt du lediglich das Bewerbungsschreiben der jeweiligen Firma an. Dann dürfte es kein Problem mehr sein, 5 Bewerbungen im Monat abzuschicken. Für schriftliche Bewerbungen kannst du auch einen Zuschuss von je 5.- € vom JobCenter beantragen. Ich weiß nicht, wieviel deine Selbständigkeit abwirft - du könntest dich mit Hinweis auf diese auch für einen Halbtags- oder Dreivierteljob bewerben. Gehe ruhig davon aus, dass deine Bewerbungen eh im Papierkorb landen - man muss heutzutage schon eierlegende Wollmilchsau sein, um überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Das trifft vor allem auf Initiativbewerbungen zu. Die Betriebe k..... eh ab wegen der Bewerberflut - das habe ich selbst erlebt, als ich noch Arbeit hatte. Aber das muss nicht dein Problem sein - du hast deine Pflicht getan, und das JobCenter ist zufrieden.

Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg bei deiner Selbstständigkeit - ich denke, hier sind deine Perspektiven besser. Und hoffentlich wirft diese bald soviel ab, dass du nicht mehr aufs JobCenter angewiesen bist.

Hallo, ich verstehe dich super gut. Du solltest dir durch Fördermittel Hilfe holen das dein Geschäft voran kommt. Sonst geht es nicht weiter. Hast du in deiner Stadt eine KFW? Oder besser , in welcher Stadt ist dein geschäft und in welchem bereich bist du tätig? Ich sende dir mal was zu. LG babs

Nun wird mit einer Sanktion von 30% gedroht. Kann ich dem, wenn ich doch selbständig bin, etwas entgegensetzen, mich dessen erwehren?

Ob du selbständig bist oder abhängig beschäftigt, ist vollkommen Banane.
Du beziehst Leistungen vom Jobcenter und hast daher gem. EinV Bemühungen nachzuweisen, um deine Hilfebedürftigkeit zu verringern.
5 Bewerbungen pro Monat sind eine Lachnummer, die auch ein Selbständiger durchziehen können sollte, der nur mit seiner Arbeit beschgäftigt ist.
Gegen eine Sanktion kannst du natürlich in den Widerspruch gehen und ggf. Klagen, da eine tragfähige Begründung für den Widerspruch kaum gegeben sein und er daher abgelehnt werden wird.

Eine Eingliederungsvereinbarung ist ein öffentlich-rechtlicher Vertrag. Du hast sie unterschrieben und dadurch vereinbart, gewisse Pflichten zu erfüllen. Auch die Konsequenzen der Nichterfüllung sind dir bekannt gewesen. Wenn du keinen guten Grund nachweisen (!) kannst, warum du der Pflicht, 5 Bewerbungsbemühungen vorzulegen, nicht nachkommen konntest, wirst du entsprechend sanktioniert. Überspitzt gesagt: Vier Wochen lang im Koma im Krankenhaus gewesen wäre z.B. ein nachweisbarer ausreichender Grund..... "nicht dran gedacht" wohl kaum.

Hier ist einiges nachzulesen: http://www.hartz-4-empfaenger.de/selbstaendig-werden

Ich würde mich sonst mal umhören, was Du sonst für Möglichkeiten hast, in der Anfangszeit gefördert zu werden (jedenfalls klingt es so, als wärest Du am Anfang Deiner Selbständigkeit), oder evtl. noch einen Minijob annehmen. Besprich das mal mit Deinem Berater!

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