Muss mich mein Arbeitgeber wegen einer Ausbildung bei der Feuerwehr freistellen?

8 Antworten

Wie von vielen anderen hier schon geschrieben, sagen die Brandschutzgesetze der Länder im Grunde genommen bundesweit aus, dass der Arbeitgeber Dich für Einsatz und Ausbildung der FF freizustellen hat.

Ich persönlich sehe da auch keinen Unterschied zwischen Ausbildung und Arbeit.

Aber: Letztendlich sitzt der AG am "längeren Hebel". Er darf Dich nicht mit der Begründung entlassen, dass Du zum Einsatz gefahren bist - aber es gibt genügend andere Möglichkeiten, einen unliebsamen Arbeitnehmer loszuwerden. Personaleinsparung aus "betrieblichen Gründen" oder Kündigung wegen Unzuverlässigkeit... und bei Azubis könnte das einer späteren Übernahme nach der Ausbildung entgegen stehen.

Mein Tipp: Rede einfach ganz offen mit Deinem Arbeitgeber/Ausbilder darüber, dass Du in der Feuerwehr bist/in die Feuerwehr möchtest.
Stelle dabei heraus, welche Vorteile Deine Firma davon haben könnte... Stichworte Teamwork, Fachwissen in Bezug auf Brandverhütung, betrieblichen Brandschutz etc., evtl. spätere Übernahme von Funktionen wie Brandschutzhelfer, Sicherheitsbeauftragter oder Ersthelfer etc.
Und weise darauf hin, dass sich der AG Lohnkosten etc. von der Kommune erstatten lassen lann, also nicht auf Unkosten sitzen bleibt.

Und sollte Dein AG denn doch absolut abgeneigt sein, Dich für die FF freizustellen - dann ist das eben so. Dann mache erst einmal Deine betriebliche Ausbildung zu Ende und stelle die Feuerwehr und FF-Ausbildung zurück... und später kannst Du Dich dann "in aller Ruhe" nach einer neuen Firma umsehen, die der Feuerwehr mehr zugetan ist und Dein Engagement zu würdigen weiß ;-)

Auch hier ist es in erster Linie mal wieder Ländersache. Für Niedersachsen gilt lt. § 12 Abs. 3 NBrandSchG: "Für die Teilnahme an Aus- oder Fortbildungsveranstaltungen während der Arbeitszeit sind sie freizustellen, soweit nicht besondere Interessen des Arbeitgebers entgegenstehen". [so oder so ähnlich wird es wohl auch in den Gesetzen der anderen Länder stehen, aber für genaueres müsstest du uns dann verraten wo du her kommst].
Hieraus geht also hervor, dass eine Freistellung erfolgen soll, allerdings muss natürlich auch der Betrieb an deiner Arbeitsstelle weitergehen. Ich würde also an deiner Stelle erstmal mit deinem Chef reden und nicht direkt auf irgendwelche Freistellungsverpflichtungen pochen.

Aus Niedersachsen :D Danke

Wobei zu beachten ist Lehre ist nicht gleich Arbeit! Und hier steht nunmal der Ausbildungsgedanke im Vordergrund. Da heißt es nur zu hoffen, dass der AG freistellt.

Diese reglungen zur Freistellung sind Ländersache und in jedem Bundesland wird dies anders gehandhabt.

Der Arbeitgeber muss dich freistellen. Dazu musst du aber erst einmal eine Arbeitsstelle besetzt haben.

Werden diese Lehrgänge nicht über die Wochenenden abgehalten, bzw. abends ab 19.00 Uhr.

Und wenn du das in einer Feuerwehrschule machst, so kannst du Bildungsurlaub beantragen . bist du schon länger im Betrieb beschäftigt, so hat dich auch hier der Arbeitgeber freizustellen

Nur, ohne einen Tag gearbeitet zu haben wird das nix mit Urlaub.

Und du solltest dir überlegen ob dir deine Berufsausbildung nicht wichtiger sein soll als die Truppmann oder andere Ausbildungen bei der FFW . Du solltest dich jetzt auf deine Ausbildung konzentrieren und die Prüfung auch bestehen.

Ausbildung geht vor Feuerwehr.

Denn die FFW Lehrgänge  kannst du auch noch später machen.

Und ja, der Arbeitgeber muss dich zu Einsätzen freistellen.

Es gibt aber auch Ausnahmen, wenn es den betriebsablauf erheblich stören würde. ( z. B. in der ambul. Pflege. Dort kannst du nicht einen Kunden nackt liegen lassen und sagen: in 3 Stunden bin ich wieder da. So gibt es noch weitere Berufe wo es nicht möglich ist)

http://www.feuerwehren-stadt-idstein.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=98&Itemid=575

Abgesehen von den Gesetzlichen Regelungen sollte man besonders in der Lehre die Prioritäten nicht an der falschen Ecke setzen. 

Job geht vor Feuerwehr! 

Feuerwehr macht Spaß und sollte unbedingt bei jedem Kameraden einen hohen Stellenwert haben. Bei der Ausbildung, Schule oder später im Job verdienst du jedoch deine Brötchen und lebst davon. Nicht jeder Arbeitgeber sieht das mit der Feuerwehr so locker wie es sich die meisten wünschen. Besonders kleine Betriebe sehen das eher kritisch. 

Du solltest dir überlegen ob du lieber eine Ölspur beseitigst oder im Betrieb bleibst. Bei großen Einsätzen wo jede Hand gebraucht wird, mag das mal anders sein. 

Auf jeden Fall MUSST du mit deinem Arbeitgeber/Ausbilder darüber sprechen! Nicht das es da später Probleme gibt. Ich darf grundsätzlich nicht während oder kurz vor der Arbeitszeit zum Einsatz ausrücken - ich kann meinen Arbeitgeber da verstehen. Mein Meldeempfänger bleibt während der Arbeitszeit im Auto - damit ich nicht abgelenkt und nach dem Feierabend wieder "Einsatzbereit" bin.

Bei meinem Truppmann 1-Lehrgang (ebenfalls Niedersachsen), war das die wichtigste Ansage des Ausbilders. Man soll die Feuerwehr nicht über alles stellen nur weil es ein wichtiges Ehrenamt ist. 

Ps: Der Truppmann-Lehrgang hat mir fast mein Abitur versaut! Ich habe den Lehrgang über meine Schule gestellt und eine wichtige Hausarbeit nicht fristgerecht abgeben können - sollte nicht passieren...

Die Antworten von den anderen passen soweit aber was ich mich frage,habt ihr in eurer FF in der Woche jeden Tag von morgens bis abend Lehrgang?

Weil das kann ich fast nicht glauben...normal geht der TM über ne gewisse Wochenzeit und dann meist, ich sag mal von 18Uhr bis 21Uhr und dann Samstags noch von Morgens bis Nachmittags.

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