Macht es noch Sinn zur Schule oder zur Arbeit zu gehen?

5 Antworten

Dein Bruder ist vermutlich in der Pubertät und versucht bestimmt gerade sein Leben zu verstehen. Da kommen einem solche Gedanken mal öfter.

Aber er muss sich eben auch Gedanken machen, wie er sich was zu Essen beschafft, sich das leisten kann, was er möchte oder eher was er braucht (Kleidung, Schuhe, etc.) wie will er das denn bekommen? Das schenkt ihm keiner...

Schule ist einfach wichtig, Bildung macht unsere Gesellschaft aus, auch wenn sie öfter mal auf der Strecke bleibt, zumindest macht es den Eindruck.

Als ich so 18 Jahre alt war, gab es einige besonders clevere Leute in meinem Bekanntenkreis, die der Ansicht waren, die Anstrengung einer Ausbildung würde sich vor dem nächsten Atomkrieg ohnehin nicht mehr lohnen.

Der Atomkrieg ist Gott sei Dank ausgeblieben - und die Cleverles von damals sind heute froh, wenn sie noch irgendwo für einen Apfel und ein Ei als Stückgutfahrer arbeiten können.

Ergo: 

Ausbildungsentscheidungen immer so treffen, als würde man 120 Jahre alt werden.

Ich bilde mich ständig weiter weil ich es gerne tue. Ich mag es neue Wissensfelder zu erschließen, sowohl beruflich wie privat.

Niemand zwingt einen für ein geringes Gehalt gegen aufgewendete Zeit arbeiten zu gehen. Die Idee einen Chef zu haben fand ich schon mit 18 geistig behindert und mir war klar, dass ich nach der Ausbildung NIE WIEDER in einer Firma angestellt sein würde, die mir nicht selbst gehört.

Heute mach ich den Job der mir Spaß macht, als mein eigener Chef und verdiene jeden Monat 5-stellig bei selten mehr als 25 bis 30 Wochenenstunden Arbeit.

Ich könnte morgen in den Ruhestand wenn ich das will. Ich kann also beide Denkansätze verstehen und finde es gibt durchaus einen Weg sowohl viel Geld zu haben als auch viel Zeit. Dass dies nicht einfach vom Himmel fällt ist klar.

Unwahrscheinlich

@GuterKaeufer

Ich finde ja so ganz knapp gehaltene leicht kryptische Kommentare auf alte Beiträge von mir total toll. :D

Natürlich ist niemand dazu verpflichtet - wenn es jemandem nicht passt, kann er gern auf der Straße leben. Fraglich ist eben, wovon man dann leben will. Denn einerseits sagen, dass man sich der blöden Gesellschaft ja nicht anpassen will, andererseits dann die Vorzüge der Gesellschaft in Form von finanzieller Unterstützung genießen wollen, ist reine Heuchelei.

Wenn man sich "etwas leisten" oder auch nur normal leben möchte, muss man wohl oder übel arbeiten. Und wenn man ein wenig schlau ist, macht man das Beste darauf, statt nur herum zu jammern.

Es lohnt sich. Durch den Aufbau der Gesellschaft und Wirtschaft wird Heut zu Tage verlangt, dass du deinen Beitrag dazu leistest um ein vollwertiges Mitglied sein zu können und existieren zu dürfen.

Allerdings hat dein Bruder nicht ganz unrecht.

Ich meine wenn man sich mal die Aufgaben in Mathe der höheren Klassen ansieht, z.B. Satz des Pythagoras, Binomische Formeln etc. und sich dann die.. meisten Berufe ansieht, merkt man schnell, dass man das nie wieder brauchen wird. Genauso unnütz ist es zu wissen, was die alten Ägypter damals so getrieben haben. Denn das wirst du im Leben auch nie mehr brauchen (außer als Geschichtslehrer etc.). Abgesehen davon können wir auf geschichtliche Themen bezogen nicht sicher wissen, ob das damals wirklich so war. Folglich lernen wir in der Schule etwas, das auf Vermutungen beruht. Da könnte man genauso gut auch im Internet recherchieren. 

Die Themen und die Techniken, die in der Schule verwendet werden sind größtenteils überholt und mit sturem, striktem Unterricht nach Lehrplan erweckt man auch nicht unbedingt Begeisterung.

Alles im Leben rudert darauf hin irgendwann zu Arbeiten, besser zu werden, viel Geld zu verdienen, sich in der Gesellschaft und Wirtschaft zu etablieren und einen angemessenen Lebensstandard zu bekommen. 

Und das mit einem Beruf der einem vielleicht nicht mal gefällt, weil man sonst nirgendwo genommen wurde. Und dann arbeitet man den Rest seines Lebens Tag ein Tag aus nur für Zahlen auf einem Bildschirm, die sich minimieren, sobald man sich etwas kauft, dass die Bedürfnisse befriedigt. 

Wer weiß denn schon als Jugendlicher , welches Wissen er im späteren Leben einmal brauchen wird. 

Und außerdem: Ist Bildung denn immer nur dann (gute) Bildung, wenn man sie nachher versilbern kann ?  Für mich ist Bildung auch, über den Tellerrand hinauszublicken. Das hat im Leben den Vorteil, dass man auch mit Fakten argumentieren kann und nicht immer nur mit seiner (wie auch immer gearteten) Meinung

@CamelWolf

Ja, aber das Ding ist, dass du in der Schule nichts für dein Privatleben lernst. Oder hast du in der Schule beigebracht bekommen wie man eine Waschmaschine benutzt, oder wie man den Strom- und Wasserverbrauch feststellt?

@RexTenebrae

Das ist die Angelegenheit der Eltern. Die Schule kann nicht alles leisten und es sollte für Eltern eine Selbstverständlichkeit sein, ihre Kinder auf das Leben vorzubereiten.

@Kandahar

Und warum gibts dann sowas wie Hauswirtschaft an der Schule? ISt das dann nicht auch die Aufgabe der Eltern? 

@RexTenebrae

da hast du Recht, in Sachen Hauswirtschaft. Aber wie viel Eltern kümmern sich überhaupt noch um die Erziehung ihrer Kinder???

Ich habe 5, habe sie animiert in Sportvereine zu gehen, hatte sie beim Kochen bei, teilweise bei meinen Hobbys, war mit Ihnen im Garten und Natur, habe den Fernsehstecker gezogen, wenn draussen schönes Wetter war, habe bei Schulaufgaben, Fachvorträgen geholfen...

Alle haben eine Berufsausbildung mit wenigen Bewerbungen genossen und waren noch nie arbeitslos, haben Städte und Jobs gewechselt und mein erstes Enkelkind wir 1 Jahr alt.

Sie haben gelernt und sich qualifiziert, weil sie ihr Leben in guten finanzielles Verhältnissen gestalten wollten, auch in der Rente/Pension. Keiner wollte auf der ständigen Suche sein, irgendwie zu überleben, bezahlt aus der Solidargemeinschaft.

Beste grüße

Dickie59

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