Kann ein Gerichtsvollzieher einen Einzelunternehmer oder GmbH pfänden?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es ist relativ einfach: Diejenige Person, die die Schulden gemacht hat, kann vollständig gepfändet werden (Unpfändbares wie beispielsweise normaler Hausrat mal außen vor). Sind Bürgschaften oder Sicherheiten gestellt, sind diese auch letztendlich relevant.

Wenn eine Person X eine GmbH gründet und seine privaten Schulden nicht begleicht, kann letztendlich auch die Firma gepfändet werden. Das ist sogar "relativ" einfach. Der Punkt ist, dass die Geschäftsanteile an der GmbH letztendlich auch Vermögen darstellen. Diese können gepfändet werden und dann die Firma beispielsweise unter Zwangsverwaltung gestellt werden oder ausgeschlachtet werden.

lediglich umgekehrt ist es nicht ohne aktives verschulden der Person möglich. Mit umgekehrt meine ich Schulden der GmbH, für die ins Privatvermögen des Geschäftsführers/Gesellschafters gepfändet werden soll. Das ist theoretisch möglich, wenn man sich grob schuldhaft verhält, Insolvenzen verschleppt u.ä., aber die Hürde ist sehr hoch.

Woher ich das weiß:Hobby – Mitglied AK Inkassowatch, jahreslanges Studium

Vielen Dank für Ihre umfangreiche Antwort. Was würden Sie denn dann empfehlen?

Es geht um lediglich Kreditkarten, die zur Falle für meinen Bekannten wurde. Da das ganze jetzt keinen Sinn mehr macht, da er monatliche rückzahlungen von mehr als 7000,- Euro hat würde er eben gerne riskieren, das er die 50000 Euro abstottert in 500Euro raten.

Sein Gewerbe läuft eben gut und er betreibt auch verkauf mit Autoteilen.

Kapital hätte er mehr als 80k aber er möchte eben nicht, das er gepfändet wird.

@Nati0211

Verhindern kann er es im Endeffekt nicht, erst Recht, wenn es viele Gläubiger sind. Die unter einen Hut zu bekommen, ohne dass einer eine Pfändung probiert, ist schwierig. Hat er denn ein gutes Verhältnis zu seiner Hausbank?

Bei dem Kauf/Verkauf mit Autoteilen ist etwas Substanz vorhanden, also Firmen-Inventar. Man könnte man ggf. über eine Umschuldung mit Sicherheit nachdenken. Als Sicherheit die Firmenanteile bzw. Inventar o.ä. Wichtig sind dabei zwei Dinge:

A) Dass er sich die 500€ problemlos leisten kann. Ohne Miete, Lebenskosten usw. zu gefährden.

B) Dass er genug spart, um mal schlechte Monate zu überbrücken, also auch mal zwei drei Monate ohne Einkommen auszukommen und trotzdem die Raten begleichen zu können

C) Dass der Kredit seitens Bank unkündbar ist, solange er die Raten zahlt.

ggf. noch mit Sondertilgung, falls es mal richtig gut läuft. Bei soliden Zahlen und ähnlichem sollte eine Bank da eigentlich wenig dagegen haben.

Damit eine bank einschlägt, wird sie vermutlich so alle 1 bis 2 Monate Zahlen verlangen (Bilanzen u.ä.). Das würde ich ihr von vornherein aktiv anbieten, damit die Bank weiß, dass es der Firma nach wie vor gut geht.

Die GmbH jetzt zu gründen, bringt eigentlich gar nichts.

Wenn es nur einen Titel gegen die natürliche Person gibt, dann kann auch nur gegen diese vollstreckt werden. Wenn sich jemand selbstständig macht, ändert das allein nichts an den Eigentumsverhältnissen. Es kann also nach wie vor gepfändet werden, auch wenn der Gegenstand zum Betriebsvermögen gehört (mit Ausnahmen).

Wird eine GmbH gegründet (neue Rechtspersönlichkeit) muss das Eigentum auf diese übertragen werden. Hier könnte eine Anfechtung in Frage kommen (wie auch bei der Übertragung an eine beliebige andere Person zur Vollstreckungsvereitelung), so dass letztendlich eine Pfändung wieder möglich ist.

Hallo,

das kommt auf die Rechtsform der jeweiligen Firma an.

Ist der Inhaber eine natürliche Person kann der GVZ sehr wohl auf das Firmenkonto zugreifen.

Wird die Firma hingegen als juristische Person geführt (GmbH zum B.) kann der GVZ sich nur an das Privatvermögen der Unternehmers halten.

Eben mein Bekannter meinte eben, dass er jetzt schnell eine GmbH aus seinem Einzelunternehmen macht. Das Geld würde er sich von einem Bekannten leihen

@Nati0211

Das wird ihm aber nicht viel nutzen,denn die GmbH wird ja erst NACH den bereits bestehenden Schulden gegründet und damit begibt er sich auf sehr dünne Eis.

Denn das GmBH-Recht ist äußerst rigide und wenn er die GmbH mit Schuldenbehafteten (also nicht in seinem Eigentum befindlichen Maschinen und Werkzeugen) gründet,macht er sich nämlich schon mal da strafbar.

Und die Zweite Straftat kommt dann gleich hinzu, nämlich Vollstreckungsvereitelung gegen über dem Gläubiger.

Er sollte sich umgehend mit dem Gläubiger zusammensetzen und an einer friedlichen Lösung des Problemes arbeiten, bevor der Gläubiger "Vater Staat" mit ins Boot holt,denn dann wird es richtig böse.

Und die GmbH-Anteile sind im Privatvermögen und können gepfändet werden...

@mkreuzer

Aber nur, wenn sie der Bekannte eingezahlt hat (sogenannte Einmann-GmbH) ansonsten, ist es nur der jeweilige Anteil, der auf ihn entfällt.

Verletzt der Geschäftsführer seine Pflicht, in den Angelegenheiten der Gesellschaft die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden, haftet er der GmbH/UG (haftungsbeschränkt) für den entstandenen Schaden mit seinem gesamten Privatvermögen.

Als Pflichtverletzungen kommen z. B. in Betracht:

  • unterlassene Information der Gesellschafterversammlung über den Verlust von 50% des Stammkapitals
  • Verletzung der Insolvenzantragspflicht

Das fahrlässige oder vorsätzliche Unterlassen dieser Pflichten stellt gemäß § 84 GmbHG eine Straftat dar!

Neben der Haftung gegenüber der GmbH kann der Geschäftsführer auch gegenüber Dritten ( z. B. Vertragspartnern der GmbH/UG (haftungsbeschränkt) ) haften; auch die Haftung gegenüber Dritten umfasst das gesamte Privatvermögen des Geschäftsführers.

Eine Haftung gegenüber Dritten kommt u.a. in folgenden Fällen in Betracht:

  • Der Geschäftsführer macht bei Vertragsschluss nicht deutlich, dass er für die Gesellschaft handelt, sondern er erweckt den Eindruck, dass er als Einzelkaufmann tätig ist (Rechtsscheinshaftung).
  • Der Geschäftsführer verletzt seine Pflicht, den Gläubigern Veränderungen der Gesellschafterliste mitzuteilen
  • Der Geschäftsführer verschweigt bei Vertragsschluss die Insolvenzreife der Gesellschaft.
  • Der Geschäftsführer haftet den Vertragspartnern der GmbH/UG (haftungsbeschränkt) im Fall der Insolvenzverschleppung.

Quelle: https://www.hk24.de/produktmarken/beratung-service/recht_und_steuern/wirtschaftsrecht/gesellschaftsrecht/gmbh_unternehmergesellschaft/gmbh-gesellschaft-beschraenkte-haftung/1167484

Leider passt die Antwort nicht auf meine Frage. Die Schulden stammen alle vor der Gründung der GmbH. Das waren offene Verbindlichkeiten wie Kredite, auto etc.

Der Schuldner hat keine Insolvenz angemeldet und wird auch keine anmelden

@Nati0211

Wahrscheinlich, das ist jedoch reine Spekulation, wird der Schuldner mit dem eingelegten Kapital seiner GmbH haftbar gemacht werden. Ich würde aufjedenfall empfehlen professionellen Rat bei einem Anwalt einzuholen.

Mediafinanz Mahnung - ZAP Hosting - Hilfe?

Also ich habe mal, als ich 15 Jahre alt war, bei ZAP-Hosting einen Vertrag für einen Minecraft Server abgeschlossen. Danach hab ich ihn nicht mehr gebraucht und hab an ihren e-mail eine Kündigung geschrieben, worauf allerdings keine Antwort kam. Die Rechnungen kamen weiter an mein Postfach, aber ich ignorierte sie dummerweise. Jetzt, nach 3 Jahre bekomme ich eine E-mail mit folgendem Inhalt: "wie wir Ihnen bereits per Brief vom 11.07.2016 mitgeteilt haben, hat uns die Firma ZAP-Hosting GmbH & Co. KG (vormals:Zap-Hosting.com - Inh. Marvin Kluck) am 17.05.2016 mit dem Einzug einer offenen Forderung beauftragt. Sie schulden unserem Mandanten aus

Vertrag über Gameserver- und V-Serverhosting vom 14.09.2013, Rechnung vom 28.04.2016

einen Betrag in Höhe von 167,72 EUR. Die genaue Zusammensetzung der Grundforderung und Mahnkosten unseres Mandanten entnehmen Sie bitte der beigefügten Aufstellung. Leider haben Sie auf unsere Mahnung vom 11.07.2016 nicht reagiert. Um weitere Kosten zu vermeiden, fordern wir Sie auf, die ausstehende Summe zzgl. der aufgelaufenen Verzugskosten umgehend zu begleichen.

Die von Ihnen zu zahlende Gesamtforderung setzt sich wie folgt zusammen: Grundforderung unseres Mandanten (Gegenstandswert f. Inkassogebühren): 167,72 EUR bisherige Mahnkosten unseres Mandanten: 40,00 EUR Inkassogebühren § 4 Abs. 5 RDGEG i.V.m. §§ 2, 13, Nr. 2300 VV RVG i.V.m. §§ 280, 286 BGB: 69,62 EUR Inkassoauslagen § 4 Abs. 5 RDGEG i.V.m. §§ 2, 13, Nr. 7002 VV RVG i.V.m. §§ 280, 286 BGB: 13,92 EUR --------------------------------------------------------- noch offener Gesamtbetrag (Stand: 29.07.2016): 291,26 EUR

Der geltend gemachte Betrag in Höhe von 291,26 EUR ist innerhalb der nächsten 4 Tage unter Angabe des Aktenzeichens 399443754 auf unser unten stehendes Konto zu zahlen. Bei den mit * gekennzeichneten Positionen handelt es sich um Bruttobeträge, da unser Mandant nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Sollte bis zu diesem Zeitpunkt kein Zahlungseingang erfolgt sein, werden wir ein gerichtliches Mahnverfahren gemäß §§ 688 ff. ZPO gegen Sie einleiten, wodurch erhebliche Kosten für Gericht und Anwalt, nötigenfalls auch Vollstreckungskosten für den Gerichtsvollzieher, entstehen.

Nach Durchführung eines gerichtlichen Vollstreckungsverfahrens steht auch der Verlust Ihrer Kreditwürdigkeit durch Eintragung in das amtliche Schuldnerverzeichnis zu befürchten. Zahlen Sie deshalb in Ihrem eigenen Interesse innerhalb der gesetzten Frist.

Mit verbindlichem Gruß Tesch mediafinanz GmbH, Abteilung Mahnbescheid

Tesch mediafinanz GmbH

Als Inkassodienstleister registriert beim Amtsgericht Osnabrück nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 RDG"

Ich bin seit Anfang des Monats im Urlaub, und weiß nicht was ich hier jetzt tun kann, weil die auch noch so Druck machen.

Bitte um Hilfe! :(

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?