Jura oder VWL?

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Ich studiere selber Jura und kann dir daher auch nur darüber etwas erzählen.

Es ist so, dass du Jura studieren solltest, wenn du selbstständig lernen kannst, fleißig bist und Freude am Formulieren sowie an Sprache allgemein hast.
Du wirst jedoch im Studium sehr schnell (ggf. in der ersten Vorlesung) merken, wie trocken und manchmal auch abstrakt der Stoff tatsächlich ist.
Da ist dann halt Durchbeißen angesagt, ich weiß von vielen Juristen, dass sie ihre Freude am Fach erst im Referndariat wiederentdeckt haben.

Zu der Sache mit den Prädikatsexamen: Es ist in Jura tatsächlich so, dass ein guter Jurist auch gute Noten haben wird (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).
Wenn du dein Examen mit voll befriedigend (also Prädikatsexamen) ablegst, spielt das Vorstellungsgespräch bei anstehenden Bewerbungen eine eher untergeordnete Rolle, weil du etliche Angebote erhalten wirst; die Einstiegsgehälter liegen da nach Aussage meiner Professoren bei ca. 10.000€.

Das sind aber eben nur die Top-Stellen bei Unternehmensberatungen oder Banken; du kannst durchaus auch mit einem befriedigend gutes Geld verdienen.
Es ist z.B. ein Mythos, dass der Staat (Richter/Staatsanwalt) nur Leute mit Präsikatsexamen nehmen würde - er wäre gerne so wählerisch, kann er aber nicht mehr sein, weil er zu schlecht bezahlt und du verdammt viel Arbeit bei eher mäßigen Aufstiegschancen hast.
Daneben gibt es dann auch noch die Nicht-Roben-Berufe, z.B. in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder in einer Behörde.
Personalabteilungen könnten sich auch anbieten, da sehe ich aber eher die Wirtschaftsrecht-Studenten (LL.B.).

Du siehst dennoch: Auch jenseits der Prädikatsexamina gibt es für Juristen vielfältige Jobmöglichkeiten.
Wichtig ist vielleicht noch die Erwähnung, dass du dich schon im Studium für eine grobe Richtung entscheiden kannst, indem du z.B. eher Vorlesungen für Öffentliches Recht besuchst.

Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute bei der Wahl deines Sudienfachs - mit 2,0 Jura zu studieren ist übrigens kein Problem, ich kenne auch Leute, die es mit 3,0 geschafft haben.

Wenn du schlecht in Mathe bist, dann liegt dir Finanzmathe, Statistik, VWL2, KLR, Bilanzierung etc. sicherlich nicht so. Jura ist eben sehr sehr einseitig. Stets Rechtsparagraphen und viele Verbindungen der einzelnen Gesetzte pauken. BWL ist auf jeden Fall interessant für dich, wenn du dich auch für einen Beruf noch nicht gleich entscheiden willst.

Sprich du weißt noch nicht, ob Marketing, Logistik, Personalführung, Controlling oder z.B. Buchhaltung dein Ding ist, das kannst du nach dem Grundstudium (4 Semester) dann frei wählen. Bei Jura kannst du dich eben nur im Rechtsweg unterscheiden (Insolvenz, Strafrecht, Steuerrecht, etc.) aber nicht mehr so ganz in der Branche.

Also wenn Gesetzte dein Ding sind, dann studiere eben Jura, wenn du noch nicht wirklich weißt, was du machen willst, dann überlege erst was du machen willst oder studiere wie 50% der BWL-Studenten eben BWL bzw. VWL.

Auch in der BWL/VWL wären Dinge wir Wirtschaftsrecht, Aktienmärkte oder Unternehmensberatung auch mit Jura verknüpft. Da wäre die perfekte Endlösung für dich eigentlich sogar "BWR"

Ich habe Ökonomie (Mischung VWL + BWL) gemacht und Jura (später über Fernuni).

In Ökonomie habe ich mich ziemlich gequählt, weil ich die Hochschulreife nur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht hatte und Mathe da nciht so weit ging. Aber auch die, die Mathe als Leistungskurs auf dem Gymnasium hatten, haben bis zu 3 Versuche für die Mathescheine gebraucht (Mathe ist das einzige Fach, wo man mehr als 2 Versuche hat).

Im Zweifel nimm ruhig Jura, denn mit Jura kannst Du auch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer usw. werden, ohne Dich mit Mathe zu quählen, was Du später nicht mehr brauchst. Aber Du kannst eben auch Rechtsanwalt, Staatsanwalt, oder Richter werden.

Deine Schulnoten sind fürs Studium total egal. Auch wenn du eine 5 in Mathe hast kannst du Mathe studieren wenn du willst und motiviert bist. Außerdem bezweifle ich, dass man in VWL sehr viel höhere Mathematik braucht. Ich studiere Jura und kann mir auch nicht vorstellen, dass 85% der Absolventen arbeitslos werden oder in einem miesen Job versauern werden. Mit Jura kannst du so viel mehr machen als Anwalt zu werden. Informiere dich am besten auf Ausbildungsmessen und rede mit Leuten, die Jura/VWL studiert haben.

Vielleicht etwas ganz anderes, welches noch mehr deinen Fähigkeiten entspricht! Es gibt so viel, z.B. Wirtschaftsrecht ;-) (wäre ja quasi beides ein bisschen) ABER unterschätze höhere Mathematik nicht.

Mit 2,0 wirds in Jura eh sehr schwer.

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