IP Adresse beim Provider Anfragen - Kosten?

5 Antworten

Genaue Zahlen kann ich dir nicht geben, aber einen Einblick wie so eine §100 StPO Anfrage bearbeitet wird.

  1. Anfrage kommt rein (Einschreiben, Fax oder persönliche Zustellung)
  2. Anfrage wird an die/den bearbeitenden Mitarbeiter*in weitergeleitet
  3. Diese/r prüft den Antrag bei Rückfragen => Rechtsabteilung
  4. Antrag wird bearbeitet, dafür muss in der Regel ein Vorgang angelegt werden und die Vorgangsnummer der ermittelnden Stelle abgelegt werden
  5. Angefragte Daten werden ermittelt
  6. Ein Schriftstück muss generiert und auf Plausibilität geprüft werden. Etwaige falsch zugeordnete Daten müssen entfernt werden.
  7. Die Nachricht muss auf dem Zustellweg zurück gehen, also entweder via Fax oder via Einschreiben.
  8. Eine Kopie der erstellten Nachricht muss archiviert werden.

Daraus ergibt sich folgende Interne Kosten:

Einfache Anfrage (ohne Rechtsberatung):

00:15 Postbüro

00:30 Facharbeiter*In welche/r die Anfrage prüft, Daten ausliest und das Schriftstück generiert.

(Porto für Einschreiben mit Rückschein)

Komplizierte Anfrage (mit Rechtsberatung):

00:15 Postbüro

01:00 Facharbeiter*In welche/r die Anfrage prüft, Daten ausliest und das Schriftstück generiert.

01:00 - 16:00 Rechtsabteilung zur Prüfung der Anfrage

(Porto für Einschreiben mit Rückschein)

Was so ein/e Facharbeiter*In pro Stunde kostet und was so ein/e Anwält*In pro Stunde kostet musst du jetzt noch selbst recherchieren.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Also auf Unternehmerseite sind die Kosten eher gering. Die haben da sicher vorgefertigte Scripte, wo sie in 0,nix eine Anfrage durchjagen und die IP-Adresse erhalten.

Die IP-Adresse selber sollte eigentlich öfter ermittelt werden, sonst wäre vieles viel zu umständlich.

Ganz einfach: Wegen einer popeligen Prepaid-Karte oder einem kindischen Fake-Account lohnt sich der ganze Aufwand nicht. Frag mal eine ganz bestimmte Nina hier - die sollte zu dem Thema inzwischen genug Antworten bekommen haben. Ob sie die Antworten jedoch verstanden hat, ist leider fraglich.

Die Frage ist nicht nach dem Aufwand. Die Frage war nach Kosten ganz einfach. Ich wollte nur wissen, wie sich bei so etwas Kosten zusammen setzen oder wie das ist. Polizei wird vom Staat bezahlt und der bekommt Geld von Steuern und für die Anfragen woher kommen da die Gelder auch von den Steuern oder woher, das war eigentlich die Frage

@Natimichl

Meine Antwort bezog sich auf den zweiten Teil Deiner Frage.

@GanMar

Dann hast du nur die Hälfte beantwortet ;). Aber das zweite war auch keine wirklich Antwort auf warum? Weil zuviel Arbeitsaufwand damit verbunden ist oder es zuviel Zeit in Ansruch nimmt z. B. ware eine Antwort ;p

@Natimichl
Dann hast du nur die Hälfte beantwortet

Ich habe nie das Gegenteil behauptet.

Und nein - nicht nur der Aufwand muß berücksichtigt werden, sondern auch die unterschiedliche Interessenlage.

@GanMar

Aber ganz beantwortet war es auch nicht ;). Das warum fehlt, aber egal - ich weiß nicht wie weit du dich auskennst warum das so ist!? Die Polizei kann bestimmt viel mehr aber darf sie dann nicht oder ist es halt wegen Kosten, Zeit, weil es unnütz ist anderes sonst nicht bearbeitet werden kann k. A.

@Natimichl

IP-Adressen werden bei den Zugangs-Providern gespeichert. Es sind personenbezogene Daten. Diese dürfen nur nach strengen rechtlichen Vorgaben verarbeitet werden, diese sind in Art. 6 der DSGVO aufgezählt. Hier wäre dann wohl Abs. 1 lit. e) heranzuziehen. Es müßte also ein öffentliches Interesse vorliegen. Du hast als Themen unter anderem "Prepaid-Karte" und "Fake-Account" genannt. Und spätestens da hört das öffentliche Interesse in aller Regel auf. Und ohne öffentliches Interesse kümmern sich Staatsanwälte nicht darum. Also wird erst überhaupt keine Bitte um einen Beschluß an einen Richter herangetragen.

@GanMar

Nachtrag: Auch die Weitergabe von Daten ist eine Datenverarbeitung im Sinne der DSGVO.

@GanMar

Das ist jetzt hilfreich :). Sie kümmern sich nicht, da es einfach nennen wir es, wie es ist, unwichtig ist. Okay und da die Unternehmen auch ihre Vorschriften haben und jetzt gerade auch mit dem Datenschutz ist es ihnen untersagt die Daten so preiszugeben. D. H. dann der Staatsanwalt bekommt es vorgelegt, aber lehnt es ab, da er sich erst bei einem Richter die Erlaubnis einholen müsste, dass diese Daten angefragt werden. Habe ich das richtig verstanden?

@Natimichl

Der Staatsanwalt verneint das öffentliche Interesse und an dieser Stelle ist dann Schluß. Richtig.

@GanMar

Vielen Lieben Dank, jetzt habe ich den Arbeitsablauf auch verstanden, wie das so läuft

  1. die Kosten: es kommt drauf an... bei Urheberrecht werden immer 1000 IPs auf einmal dem Gericht vorgelegt... es findet also keine Einzelfallprüfung statt, was die Gerichtskosten senken dürfte... die Provider verlangen wahrscheinlich keine Gebühr, weil es automatisiert ist, obwohl die von Privatkunden ja schon 10€ für nix verlangen... LOL
  2. n Admin in der Wikipedia hat sowas mal wegen nem „v*rp*ss d*ch“ durchgezogen... das gibt dann n Monatseinkommen an den Schützenverein... oder so...
  3. es kann also jeder kommen... bloß nich v*rp*ss*n... rotfl
Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Also bei Urheberrechtsverletzungen werden mehr Fälle genommen. Wenn jetzt jemand mein Profilbild nimmt und damit ein Fakeprofil erstellt, dann wird das nicht gewichtet?

@Natimichl
  1. naja... ich meinte bei Peer-to-Peer-Tauschbörsen...
  2. in einem Einzelfall von Urheberrechtsverletzung ist es na klar wieder wie in einem Einzelfall von Beleidigung... kommt ganz auf den Staatsanwalt an...
@RIDDICC

Aber hat der Staatsanwalt nicht auch irgendwelche Vorschriften oder muss sich an Gesetze/Gesetzesbüchern etc. halten? Z. B. Fakeaccount wird hier viel unternommen?

@Natimichl

das kann der Staatsanwalt entscheiden... da geht es viel um öffentliches Interesse an der Verfolgung einer eventuellen Tat... wenn der Verletzte seine Rechte auch zivilrechtlich wieder „reparieren“ kann, dann sagt der Staatsanwalt oft, dass man die Tat dann zivilrechtlich bewältigen sollte...

im Fall von Urheberrechtsverletzung gibt es ganz sicher den zivilrechtlichen Weg...

bei einem Fakeaccount auch... außer es geht zu weit... also wenn das Opfer nich mehr schlafen kann, weil da jetzt alle Welt anruft und rumnervt...

ach so: man kann dem Staatsanwalt widerstrechen... dann sieht es sich n Oberstaatsanwalt an... wenn der auch keine Lust hat, dann sieht es sich n Rechtsanwalt zusammen mit nem Richter an, wenn man es ausdrücklich wünscht...

@RIDDICC

Nein, dass auf keinen Fall die Accounts sind auch mittlerweile schon gelöscht.

Problem ist die Anzeige ist gegen Unbekannt. Also müsste erst einmal ermittelt werden wer es war und dann auf den Zivilrechtlichen Weg verwiesen werden?

@RIDDICC
öffentliches Interesse an der Verfolgung einer eventuellen Tat

Ist ein öffentliches Interesse gegeben, wenn es nur eine Person betrifft bezüglich Datenklau und nicht eine ganze Menge von Leuten?

@Natimichl

also ich schätze mal, dass da kein öffentliches Interesse ist... selbst wenn der Täter bekannt wäre... kommt aber immer auf den StA und das Opfer und den Täter und die Tat an... einfach abwarten... so wie bei Mollath... bis zur Verjährung... dann weiß man nicht nur, dass es kein öffentliches Interesse _für_sondern sogar öffentliches Interesse _gegen_ eine Ermittlung gab... LOL

@RIDDICC

Ich denke auch mal, dass da kein öffentliches Interesse besteht, da es nur mich betrifft und keinen weiteren. Passiert ist nichts großartiges. Mit dem Prepaidhandy wurde auch nichts angestellt (was mir bekannt wäre). Mein Kumpel wurde über ein Fakeaccount beleidigt aber ist alles über den Messenger passiert also er wurde nicht öffentlich bloß gestellt oder so. Ich habe die Anzeige gestellt, da ich die Verdächtige war, aber ich war es nicht. Hab dann auch über den Prepaidanbieter Daten angefragt die hinterlegt wurden bei der Registrierung und dies hatte ich dann bei der Polizei auch abgegeben, aber daraus ist man auch nicht so schlau geworden. Bilder wurden von anderen Accounts genommen, aber das können ja nur die betroffenen Personen anzeigen und nicht wir.

@RIDDICC

Eine Bekannte hat behauptet sie kennt diese aus dem Fakeaccount, hier hatte sie mir eine Sprachnachricht gesendet, dass hatte ich noch bei der Polizei angegeben, aber weiß nicht, ob sie befragt wurde oder nicht. Gesagt hatte sie nichts. Aber wir wissen, dass es ein Fakeaccount ist, aber ob man damit jemand belagen kann weiß ich nicht und ob das halt für die StA wichtig ist!? Denk ehr wird vielleicht als Kinderkram abgelegt.

@Natimichl

wie gesagt/getippt: kommt immer drauf an... schließlich kann man auch für 1€-Kaugummi-Diebstahl vor Gericht landen... oder ohne Unfall bisschen zu schnell gefahren... das kann man echt erst sagen, wenn die sich entschieden haben und sämltliche Widerspruchs-/Verjährungs-Fristen ungenutzt verstrichen sind...

Kosten? Keine.

Im Strafverfahren darf der Provider aber pauschale Arbeitszeit bzw. Kostenersatz geltend machen.

Der Stundensatz ist knapp 20 Euro und meist wird eine Stunde abgerechnet. Dann noch ein oder zwei Euro für die Erstellung des Datensatzes.

Also wenn ich beim Provider die IP Adresse anfrage, dann verlangt dieser 20Euro ca., aber es kann nur die Staatsanwaltschaft anordnen. Warum heißt es dann immer, die IP wird nur in dringenden Fällen angefragt wie z. B. Kinderporongrafie, Terrorverdacht etc. so könnten doch viel mehr Fälle gelöst werden

@Natimichl

Nö. Weil die IP keine Allheilmittel ist.

Es gibt einen KiPo Server. Wie jeder Server hat der Logfiles und notiert die IP der Leute die sich anmelden oder einwählen.

Erstmal muss ich als Polizei die Logfiles haben. Ist der Rechner verschlüsselt und der Benutzer kooperiert nicht, dann gibt es keine Logfiles.

Wenn man den Server identifiziert hat, dann kann man vom Telekommunikationsanbieter den Datenverkehr ausleiten lassen. So kann man auch an die IPs der angemeldeten Nutzer kommen.

Dann weiß ich nachher, dass der Nutzer mit der IP 1.2.3.4 am 1.7.19 eine KiPo-Datei runtergeladen hat. Die IP 1.2.3.4 gehört zum Kreis der Telekom. Dann frag ich die Telekom, wer am 1.7.19 die IP 1.2.3.4 hatte, dann sagt mit die Telekom, dass die IP dynamisch ist und dass sie nach derzeitigem Recht nur verpflichtet sind die Daten drei Tage zu speichern und die Daten jetzt gelöscht haben.

Aber vielleicht bin ich auch schneller. Dann sagt man mir die IP gehört zum Anschluss 01234/56789. Anschlussinhaber ist Max Mustermann in der Musterstraße in Musterhausen.

Die Polizei geht da hin und durchsucht das Haus. In dem Haus gibt es keine Rechner, nur ein Handy und ein Tablet und die sind sauber. Sie können auch nur sagen, dass die IP 1.2.3.4 dem Router gehört, aber nicht welchem Endgerät. Fall tot.

In einem Fall meinte Herr Mustermann, dass sein Internet eh immer so langsam ist. Die Router-Forensik ergab, dass es einen VPN Tunnel zu seiner FritzBox gibt. Der wurde zuletzt von der IP 2.3.4.5 genutzt. Die IP 2.3.4.5 gehört zum Adresskreis eines russischen Internetanbieters. Die Russen machen mit und nach ein paar Monaten kam die Antwort, dass sie die Wohnung gestürmt haben; da waren nur ein paar Junge Russen, die ihren Rechner dem Tor Netzwerk zur Verfügung gestellt haben.

IPs kann man faken, man kann sie verschleiern, man kann den Netzverkehr umleiten und und und... Und zudem bietet die IP nur Ansatzpunkt, sie ist aber kein Beweis. Wenn ich den KiPo Menschen wegen des Besitzes von KiPo drankriegen will, dann muss ich die KiPo auf seinem Rechner finden.

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