IP Adresse / Vodafone / Ermittlung?

5 Antworten

Hallo,

da wir nach wie vor keine (vernünftige) Vorratsdatenspeicherung haben, ist es leider genau so, wie du beschreibst... nach ~5-7 Tagen haben die meisten Provider keine Verbindungsdaten mehr, welche zur Ermittlung eines Anschlussinhabers benutzt werden können.

Auch ein Anwalt kann an diese Daten nicht mehr gelangen...

Sollte auch über die Social Media Plattform keine Ermittlungsansätze möglich sein, wird das Verfahren eingestellt... Das Ganze ist sehr sehr unbefriedigend - glaub mir, ich weiß wovon ich rede - aber auf Grund der aktuellen Speicherfristen nun mal so gegeben...

Die Frage bei der VDS ist wo zieht man die Grenze?

Für welche Tatbeständige dürften auf die Daten zugegriffen werden und welche Speicherfrist wäre angemessen und führt auch nicht zu exorbitanten Kosten bei den Providern, die an die Kunden weitergegeben würden.

Hast du evtl. eine Statistik wie viele Anfragen ein Provider pro Monat erhält bzgl. Datenweitergabe?

@kevin1905
Die Frage bei der VDS ist wo zieht man die Grenze?

Korrekt.

Aber einem Geschädigten erklären zu müssen, dass wir in seinem Fall nichts tun können, weil es zwar die technischen Möglichkeiten der Speicherung, aber nicht die rechtlichen Voraussetzungen gibt, sorgt in der Regel für ... "Unverständnis".

Ich persönlich seh die VDS eher kritisch, zumindest ohne vernünftige Regularien, z.B. eine Weitergabe nur unter Richtervorbehalt... damit wäre ein Missbrauch denk ich größtenteils unmöglich gemacht...

Hast du evtl. eine Statistik wie viele Anfragen ein Provider pro Monat erhält bzgl. Datenweitergabe?

Leider nicht, aber für die KPI Passau kann ich es dir grob sagen, da ich für die Anfragen mehr oder weniger zuständig bin: In diesem Jahr habe ich insgesamt 488 Anfragen gestellt, also ~200 pro Monat, davon ca. jeweils ein Viertel bei der Telekom und Vodafone, der Rest auf andere Anbieter...

Sollte dir mal eine Statistik unter die Finger kommen, wäre ich dir sehr verbunden, wenn du die mit mir teilen könntest:)

Sind die Provider nicht verpflichtet die IP Adressen für mindestens 6 Monate zu speichern, aber manche Speichern diese über 24 Monate hinweg!?

@Natimichl

Nein. Telekom z.B, speichert 7 Tage... wie ich sagte, eine Vorratsdatenspeicherung hätte schon seine Daseinsberechtigung

@Dommie1306

Aber ich dachte die Provider speichern wer wann welche IP Adresse zugewiesen bekommen hat und das für mindestens 6 Monate, ich hatte da irgendwas in Erinnerung. Man kann bei FB die IP Anfragen dann sieht man anhand der welcher Provider es ist und von dem Provider bekommt man aufgrund eines richterlichen Beschluss welcher Anschluss diese IP hatte

@Natimichl

Nochmal: Die Telekom speichert das z.B. 7 Tage und hat damit eine der längsten Speicherfristen in Deutschland.

6 Monate ! Schön wäre es!

@Dommie1306

Schau aber da mal 😉

Nicht alle Provider speichern (nicht)

Einige Provider weigern sich angesichts dieses Urteils bis heute, Daten auf Vorrat zu speichern – jedoch längst nicht alle. Bei Providern handelt es sich um Anbieter unterschiedlicher Telekommunikationsdienstleistungen. Die hierzulande namhaftesten Unternehmen sind beispielsweise T-Mobile, Vodafone, O2 oder E-Plus. Für die Verbraucher, vor allem für die Gegner der Vorratsdatenspeicherung, dürfte es also durchaus von Interesse sein, welcher Provider Daten sammelt, wie lange diese gespeichert werden und bei welchem Anbieter die eigenen personenbezogenen Daten gemäß DSGVO sicher sind. Laut Oberstaatsanwaltschaft München sammelt der Provider

  • T-Mobile sämtliche Verkehrsdaten und speichert diese je nach Art der Daten für 80 bis 180 Tage.
  • Vodafone alle Verkehrsdaten und einige Nutzerdaten für bis zu 30 Tage. Anschließend können Ermittler noch bis zu 180 Tage später Anrufe, E-Mails und Kurznachrichten abrufen, allerdings ohne Adressaten.
  • E-Plus sämtliche Verkehrsdaten und speichert diese für einen Zeitraum von 90 Tagen.
  • O2 ebenfalls alle Verkehrsdaten mit einer Speicherung für eine Woche. Jedoch können abrechnungsrelevante Daten noch 30 Tage später eingesehen werden.

Bei anderen Providern gestaltet sich die Situation verbraucherfreundlicher. Nach dem Urteil des EuGH haben viele Anbieter öffentlich bekanntgegeben, keinerlei Daten zu sammeln sowie zu speichern. Dazu gehören beispielsweise ausgewählte Dienste von 1&1, Drillisch oder Unitymedia. Ob dies aber wirklich der Fall ist und sich nicht doch eines Tages ändert, bleibt abzuwarten. Denn die Bundesregierung gibt nicht so schnell auf.

https://www.golem.de/news/bundesgerichtshof-1-1-darf-nutzerdaten-bei-illegalem-filesharing-liefern-1707-128920.amp.html

@Natimichl

Aber die Daten werden nicht rausgegeben... Eben nur bei Richterbeschluss. Und auch hier nur in sehr eingeschränkten Fällen (wir reden hier von Fällen in der Terrorbekämpfung, gewerbsmäßigen, bandenmäßigen Betrug etc.)

Daten die die Polizei abfragen kann - eben bei einem Fakeaccount in Facebook mit Beleidigung - werden ca. 7 Tage gespeichert.

Das ist schon kurios bis absurd ...

Die einen fühlen sich um ihre Persönlichkeitsrechte und ihre Privatsphäre beraubt und schreien nach Datenschutz, wenn etwas über sie und dann auch noch länger gespeichert werden soll und dann das hier.

Wem kann es der Gesetzgeber denn nun wie recht machen? Leider wohl keinem und alle hacken nur auf ihm rum.

Wenn der Provider sagt, dass die Daten gelöscht sind, dann sind sie es und die kann auch kein Anwalt mehr "herbeizaubern".

Selbst wenn ihr die Daten zur IP-Adresse hättet, würde sich dadurch nur in den seltensten Fällen auch eindeutig und zweifelsfrei die Person ermitteln lassen, die zu diesem Zeitpunkt am Computer saß.

Je nach Straftat - wenn es denn eine war - wäre aber genau das erforderlich.

In Bezug auf "lebenslänglichen Schaden" und "Menschenleben" in Verbindung mit oder durch das Internet kann man wohl sehr gespaltener Meinung sein.

Ganz sicher ist aber der eigene Umgang mit dem Internet und vor allem mit allen Social-Media-Plattformen grundlegend dafür verantwortlich, ob es überhaupt zu "unschönen" Situationen kommen kann.

Viele Grüße

Michael

das opfer erleidet einen lebenslänglichen schaden über das internet? oha!

das müssen die ermittlingsbehörden klären, das braucht ihr nicht privat.

im strafverahren könnt ihr dann nebenkläger sein.

Nach 7 Tagen gibt es keine Verbindungsdaten zur IP.

Verstehe ich das richtig, und du kennst den Account der die Straftat begangen hat?

Es wurde ein Account im Internet erstellt, ja. Die Seite hat an die Polizei eine IP Adresse weitergegeben, jedoch scheint diese zu Einem Vodafone Kunden zu gehören, wobei es heißt, die Daten werden nur 7 Tage gespeichert. so finden wir den Täter leider nicht...

@WonachSuchstDu

Besteht der Account noch? Ihr könntet versuchen an die registrierte mail zu kommen, und ihn damit zu "verzaubern", sodass er ganz von allein seinen Standort teilt... (da gibt es so einige Methoden ;) )

der Account besteht leider nicht mehr

dafür wurde wohl auch eine fake email erstellt

Was ein Quatsch . Wenn die Polizei eine IP-Adresse hat , kann sie den Standort vom Computer/Handy wie auch immer ausfindig machen . Der Account ist oberflächlich gelöscht , die Daten hat der Homepagerbetreiber dennoch . Die Polizei wird das schon klären - privat darf der Vodafonemitarbeiter dir so oder so keine Auskunft geben - Datenschutz!

@PascalGG94
Die Polizei wird das schon klären

Nein wird sie nicht, weil Vodafone nicht länger speichert und auch nicht darf.

Es gibt also keine Verbindungsdaten zur IP Adresse mehr, wenn die Zeit um ist.

Auch würde jeder halbwegs gute Strafverteidiger einen Antrag auf ein Beweisverwertungsverbot stellen, wenn die Anklage Daten nutzen würde, die rechtlich gar nicht mehr existieren dürften.

Was möchtest Du wissen?