Haus/Wohnungskauf - Straße nicht voll erschlossen - Absicherung gegen spätere Erschließungskosten?

9 Antworten

Es ist eine Neubauwohnung und die komplette Erschließung der Wohnung ist bereits im Kaufpreis mit enthalten.

Da der Kaufvertrag über einen Notar abgewickelt wird sollte man sich hierzu genau beraten lassen und evt. Ergänzungen wie z.B. alle Erschließungskosten bis zur Fertigstellung der Eigentumswohnung und Schlüsselübergabe werden vom Verkäufer gezahlt in den Kaufvertrag aufnehmen lassen.

Sie kaufen in dem Zustand, wie Sie das Kaufobjekt samt der Straße vorgefunden haben.

Der Verkäufer haftet für alle Erschließungskostenbeiträge, die zum Zeitpunkt der Kaufvertagsunterzeichnung angefallen sind, auch soweit diese bislang noch nicht abgerechnet wurden. - Evtl. spätere Erstattungen darus stehen dem Verkäufer zu. -

Fallen Kosten nach der Unterzeichnung des kuafvertges aufgrund dann beschlosseneer baulicher Veränderungen der Straße an, gehen solche Kosten zu Lasten des Käufers.

Hallo,

alle Aussagen zur Kostentragung sind soweit korrekt.

Bgzl. der Höhe sind die Beträge aber spekulativ. Angaben wie z.B. 1.000,- € sind nicht verlässlich. Grund (anhand eines Praxisbeispiels einer Wohnung von mir in Leipzig):

Es kommt relevant darauf an, welche Maßnahmen noch an der Straße offen sind. Handelt es sich um eine Erschließungsstraße mit Asphalttragschicht, fehlt in der Regel nur die Deckschicht. Diese wir mitunter erst aufgebracht, wenn der "große LKW-Verkehr" für Baumaßnahmen in der Straße abgeschlossen ist. Diese Kosten sind umgelegt überschaubar.

Bei uns ist es so, dass selbst der Unterbau der Straße und die Kanalisation komplett erneuert werden müssten => also alles rausreißen inkl. Entsorgung des Altmaterials (die Deponiekosten können bei Verunreinigung alleine Unsummen verschlingen) und dann die Straße total neu aufbauen.

Ganz wichtig ist auch die Frage, ob die Straße bereits öffentlich gewidmet wurde oder nicht. Dann hat der Straßenbesitzer nämlich die Räum- und Streupflicht und nicht die Kommune. Wem gehört denn laut Grundbuch die Straße? Falls diese noch im Privatbesitz ist, könnte der Besitzer sogar "Maut" für die Nutzung der Straße von den Anrainern verlangen. Ich verweise auf Deinen Textteil mit dem "damaligen Eigentümer" und "bis zum nördlichen Gehweg". Wem gehört der Rest?

Generell gilt: Eigene Rücklagen bilden. Die allg. Rücklagen der ETG sind dafür nicht geeignet.

Gegen den Straßenbaubeitrag (den meinst du wahrscheinlich) gibt es keine Absicherung, solange die Gesetze dazu nicht geändert werden.

Wobei das Ländersache ist, hier mal ein krasses Beispiel aus S-H: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Das-Reizwort-heisst-Strassenausbaubeitraege,strassenausbaubeitrag100.html

"Das Thema wird in Schleswig-Holstein heiß diskutiert: Straßenausbaubeiträge. Mitte Oktober beispielsweise war der Fall eines Landwirts aus Lütjenburg im Kreis Plön publik geworden. Darin geht es um einen Beitrag von 189.000 Euro für den Ausbau einer 950 Meter langen Straße. Im nördlichsten Bundesland müssen Kommunen die Gebühren auf die Anwohner einer Straße umlegen - ob sie wollen oder nicht. Ein neues Gesetz könnte die Rechtslage bald ändern. Für den Lütjenburger käme es zu spät."

Jeder Eigenheimbesitzer kennt das Problem. Aber selbst wenn es nicht obiges Thema ist, kann es eines werden.

Aber vielleicht meinst du das: https://de.wikipedia.org/wiki/Erschlie%C3%9Fungsbeitrag

Kann also noch alles kommen. Und dann kann es auch kompliziert werden: https://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/105639-erschliessungskosten---amt-verlangt-zahlung

.... hier kommt aber noch hinzu, dass der Hinteranlieger ein "echter" Freund des Bürgermeister und Sponsor der Stadt Lü. ist und dorthin Busse fahren lassen wollte.

Als der Feldweg durch die Äcker des Landw. Straße war, kamen keine Busse. Das Projekt hat der Spezi nicht mehr umgesetzt, nicht rentabel.

das derzeit keine beträge zu zahlen sind, heißt es und somit nicht ausgeschlossen, dass ihr später nicht doch zahlen müsst

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