Fristlose Kündigung ohne Abmahnung vorher (Azubi)?

10 Antworten

Die Frage, ob eine Kündigung berechtigt ist, kann man so gut wie nie beantworten, wenn man die Umstände nicht vollständig kennt.

Daher nur meine vorsichtige Einschätzung: du schreibst, du wurdest wegen dieses Vergehens mündlich abgemahnt. Wenn dem so ist, kann dir der Betrieb - ohne dass ein weiterer Vorfall dieser Art passiert ist - nicht kündigen.

Eine Abmahnung bedeutet, dass man dein Verhalten bemängelt, dich auffordert, das Verhalten zu ändern und dir androht, dass du bei einer Wiederholung mit einer Kündigung rechnen musst.

Das heißt aber auch, man muss dir dann die Chance zu einer Besserung des Verhaltens geben, bevor man eine Kündigung ausspricht.

Es könnte durchaus den Versuch wert sein, die Kündigung innerhalb von 3 Wochen beim Arbeitsgericht anzufechten.

Ich hab ja keine bekommen auch nicht Mündlich war mein erstes Vergehen.

Ja erstmal muss ich ja schlichtungsantrag stellen bei der Handwerkskammer danach wahrscheinlich zum Arbeitsgericht.

@cataleya7

"Ich hab ja keine bekommen..."

So steht es aber in der Kündigung. Und mit dieser Formulierung kann sich der Betrieb ein dickes Eigentor geschossen haben. Entweder man hat dir eine Abmahnnung gegeben - dann muss man dir die Zeit zur Besserung lassen , oder man hat dir keine gegeben, was allerdings dann heißt, dass unwahre Angaben in der Kündigung stehen.

Aber der Weg zur Handwerkskammer ist auf jedenfall richtig.

@PeterSchu

War mein erstes vergehen mit dieser Sache und ich bin ja auch schon im 3 Lehrjahr...

Nach der Probezeit kann nur in schwerwiegenden Gründen das Ausbildungsverhältnis beendet werden. Da du noch nicht mal eine Abmahnung bekommen hast, dürfte es für den Ausbildungsbetrieb schwer werden, die Kündigung zu rechtfertigen. Wende dich an deine zuständige Kammer und zieh ggf. einen Anwalt mit ins Boot, um die Sache prüfen zu lassen.

Dein Ausbildungsbetrieb hat ebenso die Pflicht, dich in solch einem Fall zu kontaktieren, um nachzusehen, was mit dir ist.

Der Ausbildungsbetrieb macht es sich da etwas zu einfach und hofft wahrscheinlich, dass du dies einfach hinnimmst.

Endlich mal einer hilfreiche Antwort.

Hatte mich vorher auch eigentlich sehr gut Informiert, aber das dann hier Leute antworten die kaum Ahnung haben..

Die Woche vorher hab ich mich ja Krankgemeldet und die direkt am ersten Tag abgegeben (nach der Auseinandersetzung), hatte das meinem Chef auch erzählt der wollte oder meinte "konnte" da nichts machen. Dann hab ich mich die Woche danach auch Krankgemeldet, also die wussten das ich nicht komme. Aber kein Attest eingereicht. Jetzt hatte ich 1 Woche Berufsschule was mein Chef eigentlich auch weis, aber in der Kündigung gab er an das er nicht wüsste wo ich diese Woche bleibe.

@cataleya7

Es dürfte schwer werden, die Kündigung aufrechtzuerhalten. Wende dich gleich Montag an deine Kammer. Reiche fristgemäß Kündigungsschutzklage ein.

Genau so machst Du es. Ist nicht leicht einen Lehrling loszuwerden. Die genauen Umstände der "Schlägerei" wären aber recht interessant. Hier könnte ein Grund liegen dass dem Betrieb das Ausbildungsverhältnis nicht weiter zugemutet werden kann.

@Spot1978

Der FS scheint aber das Opfer der Schlägerei zu sein ein Urteil welches jemanden bestraft weil er Opfer einer Straftat wurde wäre verfassungswidrig so dürfte kein Gericht urteilen auch kein Arbeitsgericht.

@Darkmalvet, UserMod Light

Deswegen sag ich ja die Umstände wären interessant. Der Fragesteller dürfte am ehesten wissen ob er nur das Opfer ist (dann hätte eine Klage Aussicht auf Erfolg) oder er gehörig daran mitbeteiligt war dass der Streit eskalierte.

@Spot1978

war nur das Opfer also habe nicht zurück geschalgen.

@cataleya7

Wenn Du Dir sicher bist dass Du dir nichts vorzuwerfen hast erhebe Kündigungsschutzklage. Da hast Du aber nur eine begrenzte Zeit dazu. Glaube 4 Wochen. Wenn Du gewinnst zahlst Du nur deine Anwaltskosten. Wenn Du verlierst auch noch die Gerichtskosten (nach Streitwert).

@Spot1978

Aber ich glaube dein eigentliches Problem ist dass Du eine Woche ohne ein Attest beizubringen zu Hause geblieben bist. Kann sein das dies für eine Kündigung reicht.

Zitat: Ich weiß ich hätte zum Arzt gehen müssen, aber mein Chef gab mir ja nichtmal die Chance mich zu bessern.

...

Das hindert Dich nicht an einem Gang zum Arzt ... Du weißt doch das Du eine krankschreibung brauchst ....

https://jugend.dgb.de/ausbildung/deine-ausbildung/in-der-ausbildung/probleme-in-der-ausbildung/kuendigung/#kuendigung-durch-die-ausbildenden

Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis von der/dem AusbilderIn nur noch außerordentlich und fristlos gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz). Dies ist der Fall, wenn die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses bis zum Ablauf der Ausbildungszeit für den Ausbilder unzumutbar geworden ist. Das können z. B. wiederholtes Schwänzen der Berufsschule, Diebstahl oder regelmäßig Zu-Spät-Kommen in der Arbeit sein.

Ja aber als Azubi hat man doch "Schutz" zumindestens darf es nur aus wichtigem Grund direkt gekündigt werden, wie z.B Diebstahl usw.

@cataleya7

.... Das können z. B. wiederholtes Schwänzen der Berufsschule, Diebstahl oder regelmäßig Zu-Spät-Kommen in der Arbeit sein.

@frodobeutlin100

Ja "wiederholtes", das war mein erstes mal und es muss vorher Abgemahnt werden und man kann sich doch nicht einfach ausdenken das man das mündlich gemacht hat das hat doch kein Bestand wenn ich vors Arbeitsgericht gehe?

@cataleya7

eine komplette Woche unentschuldigt zu fehlen, ist ein wichtiger Grund - kein Arbeitsgericht wird das anders sehen.

@cataleya7

könntest Du beweisen, dass es "nicht" gemacht wurde?

und vielleicht hat Dich der Chef auch abgemahnt und Du hast es nicht richtig verstanden oder nicht ernstgenommen .... ?

außerdem lese ich da nur wichtiger Grund .....

lies mal § 22 BBG

@frodobeutlin100

Im Netz steht das man vorher immer Abmahnen muss und das schriftlich sonst hat die Kündigung keine Wirkung.

@frodobeutlin100

Berufsbildungsgesetz (BBiG)

§ 22 Kündigung

(1) Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden.

(2) Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis nur gekündigt werden

1.

aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist,

2.

von Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen wollen.

(3) Die Kündigung muss schriftlich und in den Fällen des Absatzes 2 unter Angabe der Kündigungsgründe erfolgen.

(4) Eine Kündigung aus einem wichtigen Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind. Ist ein vorgesehenes Güteverfahren vor einer außergerichtlichen Stelle eingeleitet, so wird bis zu dessen Beendigung der Lauf dieser Frist gehemmt.

Als Azubi kann während der Probezeit fristlos ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Danach nur bei besonders schwerem Vergehen. Einen Anwalt würde ich in jedem Fall dazuziehen

Bin nicht in der Probezeit lol

@cataleya7

Sorry, kam an die falsche Taste, war noch nicht fertig.

Im 3. Lehrjahr ist man üblicherweise aus der Probezeit raus.

@RobertLiebling

Ja, sorry, ich bin rangekommen, war noch nicht fertig

Ein Anwalt bringt Dir gar nichts.

Die bisherigen Jahre sind verloren. Unentschuldigtes Fehlen führt zu einer Kündigung. Vlt. hast Du dieses Mündliche nicht ernst genommen.

Das war mein erstes mal das ich unentschuldigt ( ohne Attest ) gefehlt habe und ich glaub ein Anwalt bringt da mehr als jetzt die 3 Jahre aufzugeben lol

@cataleya7

Wenn Du Geld zum Fenster rauswerfen willst, dann mach es.

@beangato

Habe Google benutzt und vorm Arbeitsgericht wurden alle wieder eingestellt. (Die Azubis)

@cataleya7

das Arbeitgericht stellt ganz sicher nicht Azubis ein ...

Du kannst Dich natürlich rechtlich beraten lassen = Fachanwalt für Arbeitsrecht ....

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