Fristlose Kündigung trotz 1 Abmahnung?

9 Antworten

Eine einzige Abmahnung kann - im Wiederholungsfall - die Kündigung zur Folge haben, sofern in der Abmahnung auf diese Konsequenz hingewiesen wurde.

Dass vor einer Kündigung grundsätzlich 3 Abmahnungen erforderlich wären, ist ein leider immer noch weit verbreitetes Märchen.

Was bleibt ist ein wiederholter Verstoß gegen die Kassieranweisung. Ob dies eine fristlose Kündigung rechtfertigt, wird im Zweifelsfall auf die genauen Umstände des Einzelfalls ankommen. Eine mündliche Kündigung erfüllt nicht die Formvorschriften; eine schriftliche Kündigung wird aber vermutlich in den nächsten Tagen folgen.

Du solltest trotz mündlicher Freistellung bis zum Erhalt der schriftlichen Kündigung weiterhin Deine Arbeitsleistung anbieten, um nicht wegen Arbeitsverweigerung Probleme zu bekommen. Wenn Du dann das Kündigungsschreiben in der Hand hast, kannst Du Dir über arbeitsrechtliche Schritte Gedanken machen. Betriebsrat und/oder Gewerkschaft sind da schon mal die ersten Ansprechpartner.

Eine Kündigung wird erst durch die Schriftform gültig.

Aber drei Vorfälle, die indirekt mit der Kassiertätigkeit in Verbuindung stehen, reichen volommen aus, um das Vertrauensverhältnis zu stören. Für eine reguäre Kündigung reicht das allemal.

Hier würde also eine fristlose Kündigung in eine fristgerechte umgewandelt. den Job wärst du jedenfalls los.

Der Job ist egal. Das Vertrauen ist auf beiden Seiten weg. Es geht darum eine ordentliche Kündigung zu bekommen und keinen Hardcore Rausschmiss da es scheinbar gezielt auf mich abgesehen war. Eine direkte Provokation. Und das akzeptiere ich nicht einfach so. Ich erwarte eine ordentlichen Kündigung inkl Fristwahrung mehr auch nicht

Abmahnungen sind eine weites Kapitel mit vielen Fallstricken und Irrtümern.

Eine Abmahnung ist entbehrlich,

wenn eine an sich mögliche Verhaltensänderung in der Zukunft nicht zu erwarten ist oder bei schweren Vertragsverletzungen, bei denen dem Arbeitnehmer bewusst sein musste, dass sie zur Kündigung führen,

oder

wenn durch das Fehlverhalten das Vertrauensverhältnis zwischen den Arbeitsvertragsparteien so erschüttert worden ist, dass es auch durch eine Abmahnung nicht wiederhergestellt werden kann

Abhängig vom Abmahnungsgrund sind wegen desselben Fehlverhaltens ggf. sogar mehr als eine oder zwei Abmahnungen erforderlich, bevor dem Arbeitnehmer außerordentlich gekündigt werden darf. Grundsätzlich prüft das Arbeitsgericht, ob eine Wiederherstellung der Vertrauensbasis zwischen den Vertragsparteien erwartet werden kann oder nicht.

Dazu kommt, daß ein Großteil der Abmahnungen unwirksam sind, da sie nicht den gesetzlichen Anforderungen genügen.

Eine mündliche Kündigung ist nicht rechtswirksam; diese muß schriftlich erfolgen.

Das ist ja dann auch nachgeholt worden; Du mußt nun innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung Kündigungsschutzklage einreichen.

Das Arbeitsgericht wird diesen individuellen Fall dann bewerten.

Also da es erst gestern Abend war steht somit nur die Mündliche Fristlose Kündigung und Freistellung von der Arbeit fest. Werde morgen zum Arzt gehen und davon ausgehen das morgen oder am Samstag die schriftliche Kündigung kommt.

Mir gehts simple und einfach darum das man einfach rausgeschmissen wird und das kurz vor der Gehaltserhöhung am 01.6 und 3 Tage vor dem Offiziellen Urlaub von 3 Wochen.

Kündigungsschutzklage? Muss ich das selber machen oder macht dies mein Anwalt?

Du kannst die ohne Anwalt persönlich beim Arbeitsgericht einreichen, die nehmen dort Deine Kündigungsschutzklage auf.

Bis einschließlich der ersten Instanz geht das ohne Anwalt. Oft kommt es gar nicht zu einer Klage sondern zu einem Gütetermin.

Meistens erreicht man zumindest, dass es zu einer ordentlichen Kündigung geändert wird.

Ich habe gerade so ein Verfahren hinter mir, mein Chef hatte mir fristlos aus unhaltbaren Gründen gekündigt, es kam eine ordentliche Kündigung und eine Abfindung raus und ein von mir vorformuliertes sehr gutes Arbeitszeugnis.

Nach Erhalt der schriftlichen Kündigung, muss man sich innerhalb von drei Tagen arbeitsuchend melden, ich hoffe das ist geschehen.

Wenn nicht, unbedingt nachholen.

Viele fristlose Kündigungen sind unwirksam, weil der Arbeitgeber erst mal gehalten ist mildere Mittel einzusetzen und da es sich hier um verschiedene Vergehen handelt, hast Du gute Chancen, das Verfahren zu gewinnen.

Selbst wenn Du gekündigt bleiben solltest, wirst Du froh sein, falls man es zu einer ordentlichen Kündigung abändert. Dann bekommst Du keine Sperre bei der Agentur für Arbeit.

MfG

Johnny

@johnnymcmuff

Dann bekommst Du keine Sperre bei der Agentur für Arbeit.

Diese Hoffnung ist absolut trügerisch.

Auch wenn die außerordentliche fristlose Kündigung durch außergerichtliche Einigung oder Urteil in eine ordentliche Kündigung umgewandelt werden sollte, handelt es sich immer noch um eine verhaltensbedingte Kündigung - und die zieht (zwangsläufig) eine Sperre beim Bezug von Arbeitslosengeld nach sich, weil der Arbeitnehmer (durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit) die Kündigung selbst zu verantworten hat!

@Familiengerd

Auch wenn die außerordentliche fristlose Kündigung durch außergerichtliche Einigung oder Urteil in eine ordentliche Kündigung umgewandelt werden sollte, handelt es sich immer noch um eine verhaltensbedingte Kündigung - und die zieht (zwangsläufig) eine Sperre beim Bezug von Arbeitslosengeld nach sich, weil der Arbeitnehmer (durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit) die Kündigung selbst zu verantworten hat!

Dem muss ich widersprechen:

Mein Chef hat mir fristlos gekündigt, weil ich aufgefordert wurde eine bestimmte Anzahl von Werkstücken zu fertigen und ich ihm nur gesagt habe:

"Geben Sie mir vernünftiges Material ansonsten haben Sie Pech gehabt, wenn ich es nicht schaffe"

Darauf hin habe ich die fristlose (verhaltensbedingte)Kündigung bekommen, die dann in eine normale Kündigung umgewandelt wurde. Eine Sperre habe ich nicht bekommen.

Der Richter/die Richterin werden das schon regeln, dass es keine Sperre gibt, so wie bei mir.

Hier kannst Du mal meine Frage durchlesen:

http://www.gutefrage.net/frage/wann-endet-die-ordentliche-kuendigungsfrist

@johnnymcmuff

Die Agentur für Arbeit hatte sogar die fristlose Kündigung von mir als Kopie bekommen und bekam dann hinterher die fristgerechte Kündigung zwei Monate später.

Da hätten Sie mir dann ja auch eine Sperre geben müssen.

@johnnymcmuff

Bei Dir hier handelt es sich dann aber um eine besondere Situation, weil man Dir in Deinem Fall nicht vorwerfen kann, Du habest Deine Kündigungen durch fahrlässiges und vorsätzliches Fehlverhalten schuldhaft selbst herbei geführt.

Ansonsten bleibt es dabei, was ich in meinem Kommentar festgestellt habe: Eine verhaltensbedingte Kündigung führt immer zu einer Sperre - was natürlich nicht bedeutet, dass es in dem einen oder anderen Fall eine von der restriktiven Norm abweichende kulante Lösung gibt (es kommt immer auch auf den Sachbearbeiter an).

@Familiengerd

Ansonsten bleibt es dabei Eine verhaltensbedingte Kündigung führt immer zu einer Sperre

Vielleicht.

Bestimmt nicht nicht immer. :-)

Ob eine fristlose Kündigung nach Fehlverhalten bei einem Testkauf( Fehlverhalten wurde provoziert) zu einer fristlosen Kündigung führen kann halte ich für unwahrscheinlich.

Wenn ihr keinen Betriebsrat habt an welchen du dich wenden kannst auf jeden Fall beim zuständigen Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage einreichen, zur Fristwahrung!

Viel Glück!!

Kündigungsschutzklage? Muss ich das selber machen oder macht dies mein Anwalt?

@royalbenji

Dein Anwalt, aber zur Einreichung und ersten Instanz benötigst du nicht unbedingt einen; er ist aber sehr zu empfehlen!

@royalbenji

Kündigungsschutzklage? Muss ich das selber machen oder macht dies mein Anwalt?

Das kann man auch alleine machen aber mit Anwalt ist meistens besser.

Wie lange bist Du dort schon angestellt?

Das spielt bei einem Vergleich bei der Höhe einer eventuellen Abfindung eine Rolle.

@johnnymcmuff

Seit Juni 2011 unbefristet auf TZ 30 Std. ohne Probezeit.

Ja darauf will ich auch hinaus. Eine Fristlose Kündigung und Tschüss akzeptiere ich nicht kurz vor der Gehaltserhöhung am 01.06 und Urlaub vom 01.-23.06

@royalbenji

Finanziell wird da wenig oder gar nichts bei rauskommen.

Pro Jahr rechnet man ein halbes Bruttogehalt als Abfindung.

Ich habe das gerade hinter mir. Da ich nicht mehr zur Arbeit musste und trotzdem mein Lohn inclusivge Zulagen bekam bis zu regulären Kündigungsfrist, wurde die Abfindung auch nochmal un 40% gekürzt.

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